Die Bahnstrecke Hannover-Hamburg darf gebaut werden. In China ist man mit seiner „künstlichen Sonne“ bereits ein paar Schritte weiter. Das chinesische Projekt möchte den Prozess nachbilden, der die Sonne antreibt, und irgendwann Strom produzieren.
In Deutschland braucht alles seine Zeit. Bestes Beispiel dafür ist die Bahnstrecke Hannover-Hamburg: Seit Jahrzehnten plant die Deutsche Bahn den Ausbau oder Neubau der umstrittenen Bahntrasse. Offiziell soll der Neubau zwischen 2050 und 2065 fertig werden. Also in 24 bis 40 Jahren, wenn nicht am Ende doch noch etwas dazwischenkommt, schreibt der NDR.
In China ist man da deutlich schneller. Denn das Land in Fernost baut und forscht bereits seit einigen Jahren an seiner „Sonne 2.0“, die oft nur als „künstliche Sonne“ bezeichnet wird.
Chinas „künstliche Sonne“ soll nächstes Jahr fertig sein und 2030 ersten Strom erzeugen
Um was für ein Projekt geht es da? Konkret geht es um den Tokamak HL-2M. Das ist ein experimenteller Kernfusionsreaktor in Chengdu (Provinz Sichuan, China), der oft auch einfach als chinesische „künstliche Sonne“ bezeichnet wird. In Betrieb ist der Reaktor seit dem 4. Dezember 2020.
Bis 2027 soll die Anlage fertiggestellt sein und voraussichtlich ab 2030 den ersten Strom produzieren, schreibt das Magazin People.com. Stromerzeugung aus Kernfusion, ein Traum, von dem auch international mit dem Projekt ITER in Frankreich schon länger geträumt wird.
Mithilfe der Kernfusionstechnologie versuchen chinesische Wissenschaftler, denselben Prozess nachzubilden, der die Sonne antreibt. Und wenn die Fusion wirklich erfolgreich ist, könnte sie in Zukunft nahezu unbegrenzte saubere Energie liefern. Bis zu einer kommerziellen Stromproduktion dürften dann aber dennoch noch einige Jahre ins Land gehen.
Was ist mit Deutschland und Kernfusion? In Deutschland ist Kernfusion ebenfalls ein Thema und die Bundesregierung möchte die Forschung rund um das Thema aktiv unterstützen.
Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es drei sogenannte „Fusion-Forschungs-Hubs“ in Deutschland: In Garching (Bayern), Biblis (Hessen) und Karlsruhe (Baden-Württemberg). Daneben gibt es außerdem 4 Startups, die ebenfalls an der Kernfusion forschen, berichtet die Deutsche Welle. Die bekanntesten staatlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland stehen in Garching (ASDEX) und in Greifswald (Wendelstein 7-X). Erste Forschungseinrichtung liefert wichtige Grundlagen für den ITER in Frankreich (via Max-Planck-Institut)
Chinas „künstliche Sonne“ (EAST) sorgte bereits mehrfach für Schlagzeilen, etwa mit Rekordlaufzeiten von über 1.000 Sekunden. Davon berichtet etwa das Magazin Stern. Und das gilt als wichtiger Schritt in der Fusionsforschung.
China und Russland haben andere ehrgeizige Pläne: Bis 2028 will man ein Atomkraftwerk auf dem Mond bauen. Wenn die Pläne eingehalten werden, ist das auch einige Jahre schneller als die umstrittene (Neubau)-Bahnstrecke im Norden Deutschlands: China und Russland haben einen äußerst ehrgeizigen Plan: Bis 2028 wollen sie ein Atomkraftwerk auf dem Mond bauen
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Kommentare
Also das, was man 2025 schon in Frankreich begonnen hat?
https://www.srf.ch/wissen/technik/projekt-iter-in-suedfrankreich-kernfusion-wie-man-die-sonne-auf-die-erde-holen-will
Ja, steht doch auch im Text. Da habe ich das Projekt ITER bewusst erwähnt. Erfahrungen aus China sollen ja auch in das Gemeinschaftsprojekt in Frankreich fließen.
Äpfel mit Birnen Vergleich.
Und abgesehen davon haben wir auch Fusions Reaktoren in Deutschland.
ASDEX in Garching/München und Wendelstein 7-X in Greifswald (ist zwar kein Tokamak, sondern ein Stellarator, aber trotzdem Fusionsgenerator) anyone?
ASDEX steht glaub ich deutlich länger als das Pendant in China (seit Anfang der 90er meine ich).
Sind zwar experimentelle Reaktoren, aber was Fusionsforschung angeht, haben wir China den Weg bereitet.
Kommerzielle Nutzung ist nach wie vor Zukunftsmusik, da glaub ich auch nicht dran, dass China morgen bereits mit anfangen kann.
das ist ja nicht das einzigste kernfusions projekt, da laufen auch noch andere, die nicht in china sind.
über einen längeren zeitraum war aber keines davon bis jezt in betrieb.