Bei einem Experiment mussten jetzt vier Gemini-Bots miteinander spielen und haben zusammen den Endboss in Minecraft, den Enderdrachen, besiegt.
Wie genau funktionierte das Experiment? In ihrem Forschungspapier auf Arxiv.org stellte das Team die Ergebnisse zu den Chatbots vor. Das Team setzte vier KI-Agenten in eine zufällig generierte Minecraft-Welt, mit dem ultimativen Ziel, den „Ender Dragon“ zu besiegen. Ein 5. Bot, ein „Observer“ protokollierte den gesamten Spielablauf.
Jedem Bot wurde ein Spieler zugewiesen, welchen sie mithilfe der Open-Source-Bibliothek „Mineflayer“ steuern konnten, und sie durften sich zusätzlich über den Chat im Spiel und einen gemeinsamen Speicher austauschen.
Spannend daran ist, dass die Bots nicht viel anders als Menschen vorgingen: Als Erstes teilten sie die Aufgaben untereinander auf, danach warnten sie sich gegenseitig vor Gefahren und gaben Tipps und Hinweise auf Loot und wertvolle Schatzkisten. In mehreren Fällen holten die Bots sogar die Gegenstände von toten Teamkollegen zurück.
Nach 27 Stunden wurde der Drache besiegt, mehr als 200 Nachrichten wurden verschickt
Was haben die Bots alles im Spiel gemacht? Die Zahlen sprechen ebenfalls für sich: Insgesamt haben die Bots 27 Stunden und 14 Minuten bis zum Kill des Drachen gebraucht. Schaut man sich die Timeline des Spiels an, dann haben die Bots die meiste Zeit in der End-Welt verbracht, wo schließlich auch der Drache auf sie wartete.
Über die gesamte Spielzeit ist das Team insgesamt 605 Mal gestorben. 351 Tode gingen auf das Konto von Monstern, 69 Tode verursachte der Drache.
Spannend ist auch, dass die Bots insgesamt 229 Nachrichten untereinander geteilt haben. Dazu gehören Warnungen (24), das Retten von Items (20), das Teilen von Informationen zu Kisten (64) und Tipps und Hinweise (11). Die Nachrichten, die sich die Bots zugeschickt haben, sehen beispielsweise so aus:
@bulicame URGENT: auratian drowned at (453.7, 62.3, -1406.7) at 01:49:40Z (only 8m
West of you)! Pick up the 12x ender_eye + 4x stone_sword + 2x stone_pickaxe at (454,
62, -1407) NOW before 01:54:40Z despawn
Die gesamte Aktion kostete laut den Forschern insgesamt 810 US-Dollar zum Einführungspreis (oder 1.040 US-Dollar zum Standardpreis). Umgerechnet sind das etwa 700 Euro.
Das Team erklärte, dass dies laut ihrem eigenen Wissen der erste Durchlauf von Minecraft gewesen sei, der völlig selbstständig von Bots durchgespielt worden sei. Und das sei durchaus beeindruckend, da die Bots viele tausende Aufgaben durchführen mussten. So schreiben sie in ihrem Bericht:
Nach unserem Kenntnisstand ist dies der erste durchgängig autonome Durchlauf von Minecraft durch KI-Agenten, der ausschließlich unter Verwendung der Standard-Mineflayer-Bibliothek ohne vorab erkundete Seeds oder andere von Menschen geschriebene spielspezifische Tools erreicht wurde. Um zu gewinnen, mussten die Agenten über mehr als einen Tag hinweg einen kohärenten Plan über Tausende von aufeinander aufbauenden Schritten hinweg beibehalten.
Die Pokémon-Reihe ist ebenfalls immer wieder eine Herausforderung für KI‑Systeme. Ziel ist es, die Pokémon-Edition durchzuspielen und die Liga zu schaffen. Zum aktuellen Zeitpunkt sieht es aber tatsächlich gut für die künstliche Intelligenz aus, die hier von ChatGPT vertreten wird. Denn alle acht Orden der Arenen hat die KI bereits gesammelt und steht kurz vor dem Abschluss des Projekts: ChatGPT spielt seit einer Woche Pokémon auf dem GameBoy, und es könnte bald Geschichte schreiben
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