2015 – Die Dürrephase für MMORPG-Fans beginnt
Dass es zwischen 2005 und 2014 trotz zahlreicher Versuche nur sehr wenige große Erfolgsgeschichten im MMORPG-Genre gab, wirkte sich ab 2015 spürbar aus. Vor allem im Westen gab es fortan kaum noch Publisher oder Entwickler, die erstmals oder erneut ein derart großes Risiko auf sich nehmen wollten.
Seit 2015 gibt es daher eigentlich nur noch zwei Kategorien von Online-Rollenspielen, die ihr Glück versuchen.
- Die westlichen Portierungen asiatischer MMORPGs, die auf dem Heimatmarkt oftmals bereits seit Jahren spielbar sind und daher häufig mit vielen Inhalten in der Hinterhand und einem recht hohen Grad an Feinschliff in den Westen kommen.
- Kleinere Projekte von westlichen Publishern und Entwicklern, die mangels Budget häufig einen Sandbox- und/oder PvP-Fokus setzen, mit 2D-Pixel-Grafik die Nostalgiekarte ziehen und die in vielen Fällen auf die finanzielle Unterstützung der Spieler angewiesen sind.
Throne and Liberty ist eines der vielen Asia-MMORPGs, die in den vergangenen Jahren erschienen sind. Hier der Trailer zur Erweiterung Wildnis von Talandre:
Parallel zur Hochphase der MMORPGs tauchten in anderen oder neu entstandenen Genres Spiele auf, die sich gezielt einige Elemente zunutze machten, die es in der Kombination bis dato nur in Online-Rollenspielen gegeben hatte: Progressionssysteme für den eigenen Charakter oder Account, soziale Features wie Gilden und Chats, kooperative Gruppenherausforderungen, PvP.
Das Ziel dieser Spiele ist es, wie bei einem MMORPG, möglichst viele Spieler über einen langen Zeitraum hinweg auf die Server zu locken. Titel wie League of Legends (2009), World of Tanks (2010), DOTA 2 (2013) oder auch Hearthstone (2014) zeigten, dass man auch ohne Blockbuster-Budget einen erfolgreichen Service aufbauen kann, der sich leicht für Jahre um immer neue Inhalte erweitern lässt.
Während bei den MMORPGs ab 2015 die Dürre herrschte, sorgten andere Genres für einen Service-Hit nach dem nächsten – PUBG und Fortnite zum Beispiel, aber auch Overwatch, Path of Exile, Warframe und viele weitere. Wenn ein westlicher Publisher dann doch mal ordentlich Geld in die Hand nahm, kamen MMO-Hybride wie The Division, Destiny oder das gescheiterte Anthem raus.
Nothing New in the East
Asian MMORPGs are not inherently bad. They have always had their peculiarities, which often land them in a niche in the western market. This includes the design of models, races, and equipment. There are also restrictions such as the so-called gender lock, often high grind factors, or monetization.
Reading Tip:
Positive examples from this time include the aforementioned Black Desert and Blade & Soul, which were released in the West in 2016 and especially shine with their combat system. In 2022, Lost Ark from Smilegate made headlines with one of the most successful launch phases in Steam history – with more than 1.3 million concurrent players.
The next highlight from the East, Throne and Liberty from NCsoft, unfortunately could not replicate this launch success in 2024 despite some qualities (such as the focus on the “Massively”). An analysis of the two launches can be found here: Why was Lost Ark so much more successful than Throne and Liberty? MMORPG expert analyzes the launch.
Other Asian MMORPGs such as Revelation Online (2015), Riders of Icarus (2016), NosTale (2017), the various versions of Bless Online (2018), Astellia (2018), Justice Online (2018), the action MMORPG Elyon (2021), Perfect New World (2023), or Tarisland (2024) have not left a mark at least from a global perspective.