Anthem: Was dich nicht umbringt, macht dich stärker!
Wertung: 8.5 / 10

Durch zahlreiche Beiträge und einiger Videos wurde ich auf Anthem aufmerksam. SciFi-Szenarien dieser Art interessieren mich generell und nach der Open Demo war ich sehr angetan vom Spiel. Mit der “Legion of Dawn”-Edition wagte ich mich in das, bereits vor Release, sehr umstrittene Abenteuer.

Grafik

Als erstes fällt einem immer die Grafik nebst Setting auf. Beides finde ich sehr stimmig, hübsch und voller liebevoller Details. Die Effekte (Blitze, Feuer, Explosionen etc.) sehen bombastisch aus, sorgen in Höhlen aber auch schnell mal für eine Reizüberflutung.

Vor allem im freien Spiel erkennt man die abwechslungsreiche Spielwelt, welche sich durch künftige Events noch verändern wird. Was man vermisst, sind die klassischen Biome, denn man findet rund um die Festung der Dämmerung mit spitzen Felsen und grünem Wasser hauptsächlich:

  • Verfallene Strukturen
  • Höhlen
  • Unterwasser-Passagen
  • Dschungel
  • und einen kleinen Abschnitt mit vulkanartigem kahlen Terrain.

Der Reiz des Mystischen regt aber stets zum Erkunden an, da die Überreste von einer alten Zivilisation außerhalb vom Fort noch erkennbar sind.

Sound

Das Zünden der Düsen, das Abfeuern des Sturmgewehrs, aber auch das Gewitter am Himmel und die Musik nach einer Expedition sorgen für eine tolle Atmosphäre.

So gleich sich viele Waffen auch spielen, desto besser hören sie sich an.

Geschichte

Ja, die Tiefe der Geschichte steckt nicht in den Missionen. In Wahrheit erfährt man vieles – wichtiges – durch sammelbare Objekte und Schriftstücke, durch die man sich im Cortex schlau machen kann. Wer oder was sind Krypter und wozu braucht man sie? Was ist das überhaupt für eine Welt?

Eine andere Quelle sind die vielen interessanten Charaktere in Fort Tarsis, durch die man nicht nur verrückte oder witzige Geschichten, sondern auch Informationen zur Vorgeschichte erfährt.

Anthem bietet also eine sehr interessante Geschichte, legt den Fokus aber nicht auf eine spektakuläre Erzählweise durch zahlreiche Zwischensequenzen und Missionen, sondern überlässt dies dem Spieler mithilfe von Einträgen im Cortex und den zahlreichen Dialogen.

Ehrlich gesagt habe ich bei einem MMO aber auch nichts anderes erwartet. Bei einem singleplayer RPG wäre es aber durchaus ein Kritikpunkt.

Missionsdesign

Ein Notrufsignal eines Läufers erreicht mich und ich eile zur Hilfe. Dort angekommen entdecke ich einen toten Wyvern (kleiner Flugsaurier). Ich töte die übrigen Wyvern rund um den beschädigten Läufer und sichere somit erstmal das Gebiet.

Im Läufer bittet man mich um Hilfe, Ersatzteile zu suchen und den Läufer zu verteidigen. Ich suche die Ersatzteile etwas entfernt vom Läufer und baller mich durch die Gegner und eile zügig wieder zurück. Während der Reparatur greifen Wölfe und zuletzt noch ein gigantischer Gorilla an. Zu viert strecken wir sie nieder und der Läufer kann weiterziehen.

In anderen Missionen findet man das Suchen von Teilen mithilfe des Radars (Ersatzteile, Echos etc.), sowie das Säubern von Gebieten und überleben von Gegner-Wellen immer wieder. Langweilig finde ich es dennoch nicht!

Entscheidend sind die Beweggründe für mein Tun und das ist durch meine Missionsgeber und Funksprüche atmosphärisch gestaltet. Die Feindtypen variieren genauso wie die Handlungsorte und auf “Schwer” werden selbst Dominion-Soldaten zur Herausforderung, wenn sie in Massen heranstürmen.

Eintönig werden die Missionen aber dann, wenn auch nur einer vom Team keine Lust auf die Geschichte der Mission hat und vorausstürmt, denn somit zwingt er den Rest des Teams zu sich. Die Funsprüche bekommt man im Ladebildschirm nicht mit und die Gegend lässt sich auch nur unter Zeitdruck erkunden.

Natürlich kann man so die Mission auch nicht genießen und hetzt so nur von Kampf zu Kampf.

Loot

Es motiviert ungemein, immer bessere Ausrüstung zu erspielen! Aber die Seltenheitsstufen dieser ist an das eigene Level gekoppelt. Ab Level 10 darf man zum Beispiel erst auf blaue Ausrüstung hoffen. Wer nicht gerade den Vorbesteller-Bonus hat, muss also lange auf legendäre Ausrüstung warten, weil das Level hierfür erstmal erreicht werden muss.

Selbst wenn man dann ein blaues Sturmgewehr sein Eigen nennen darf, unterscheidet es sich äußerlich nicht von einem Weißen (normalem). Die Werte sind besser und die Effekte zahlreicher. Besondere Namen, Farben oder gar außergewöhnliche Designs erwartet man vergeblich.

Bei den Legendären und Meisterhaften Waffen ist wenigstens die Folierung anders. Das schrumpft die Vorfreude an den Waffen. Zwar liegt der Fokus auf den Fähigkeiten, ich spiele aber ehrlich gesagt öfters mit den Waffen, da zum Beispiel die Schienenkanone des Colossus einen Schuss abgibt und dann kurze Zeit abklingt.

Das Automatikgewehr fasst jedoch mindestens 100 Schuss und fegt die normalen Gegner reihenweise von den Füßen, und das in Sekunden. Leider sehen und spielen sich selbst die unterschiedlichen Waffentypen zu ähnlich. Bei Präzisionsgewehr, Sturmgewehr und Schrotflinte muss man schon genau hinsehen. Man schaut nur auf die Werte und wählt das Höhere.

Fazit

Ich habe viel Spaß mit Anthem und wurde auch weitestgehend verschont von technischen Problemen. Die Geschichte finde ich interessant und unterhaltsam. Ich lese aber auch gerne im Cortex nach und höre den Dialogen mit den Charakteren aufmerksam zu.

Zwischensequenzen dürften ruhig öfters vorkommen, da sie atmosphärisch eine große Schippe drauflegen. Bei SWTOR habe ich mir ebenfalls gleich einen ganzen Spielfilm davon gewünscht.

Das Gameplay ist spaßig und die Kämpfe bilden die absolute Stärke von Anthem. Dazu funktioniert das Matchmaking tadellos und fix. Ebenfalls erwähnenswert ist die Kommunikation von Bioware mit der Community. Kritisch ist jedoch noch das Lootsystem, da die Langzeitmotivation darunter leiden wird.

Besserung ist aber bereits angekündigt und es bleibt abzuwarten, wie sich Anthem über Wochen und Monate entwickeln wird. Die sehr negativen Tests kann ich jedoch nicht nachvollziehen, weshalb Anthem eine solide 8.5 von mir erhält.

Colossus over and out!

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