Anthem: Review nach 2 Wochen – ein User-Test
Wertung: 7 / 10

Der offizielle Release von Anthem ist jetzt etwas mehr als eine Woche her. Ich spiele das Game über den Origin Prime Access und hatte daher schon die Chance, Anthem im Early Access zu spielen.

Wie die meisten Spieler auch, habe ich mit der Story-Line angefangen und auch über diese die ersten Level in Anthem erreicht. Die ersten Aufträge sind schön ausgestaltet und dienen als ein kleines Tutorial, in dem die wichtigsten Grundfähigkeiten erklärt werden und wie sie zu benutzen sind

Positiv daran: Nach den ersten 2 Aufträgen, sollte jeder neue Spieler soweit sein, in die Welt von Anthem einzutauchen, ohne Angst vor Gegnern haben zu müssen. Es werden Kampfgrundlagen erklärt wie:

  • Waffen-Nutzung
  • Nahkampf
  • Fähigkeitennutzung (etwas abgespeckt, da leider das Kombo-System dort nicht angesprochen wird)
  • Flug- und Gleitfähigkeiten der Javelins

Die Missionen sind sehr angenehm zu spielen und überfordern selbst Shooter-Neulinge nicht.

Nachdem die ersten Missionen gemeistert sind, wird der Spieler in die freie Spielwelt geschickt, um dort Amber zu sammeln, welches später benötigt wird, um Waffen, klassenspezifische Ausrüstungen und Komponenten herzustellen.

Die Idee dahinter ist gut gemeint, aber weniger gut umgesetzt, da in diesen Auftrag etwas mehr „Tutorial“ zum Crafting eingebettet werden sollte. Man farmt zwar Ember (3 Stück zum Abschluss des Auftrags), allerdings ist das Crafting-Tutorial auch später nur kurz angerissen und für einige daher etwas unübersichtlich.

Dann geht’s endlich los und der Spieler wird mit seinem Javelin, den er alle paar Level auch wechseln kann, auf Missionen und Aufträge geschickt. Ich finde es sehr gut gelöst, dass man die Javelins nach und nach freischaltet, und so jeden Javelin mal über 1-2 (Piloten-) Level testen kann.

Die Javelins werden (abhängig vom Piloten-Level) freigeschaltet:

  • Den ersten Javelin schaltet man mit Level 2 frei
  • danach folgt der zweite mit Level 8
  • der dritte mit Level 16
  • und der vierte und somit letzte mit Level 26.

Die Story ist recht kurz gehalten und daher auch schnell bestritten. Es gibt einige Aufträge, die etwas Grind erfordern, allerdings ist man dennoch nach ca. 22-25 Stunden mit der „Hauptstory“ durch.

Natürlich gibt es währenddessen auch Side-Quests, welche gemeistert werden wollen. Außerdem lohnt es sich immer mal wieder nach Fort Tarsis zu gehen, und die liebevoll gestalteten Dialoge mit den NPC´s dort zu führen. Diese sind teils nicht nur sehr unterhaltsam, sondern geben auch Ruf bei den 3 Fraktionen in Anthem.

Je nachdem welchen Schwierigkeitsgrad ihr gewählt habt, erhaltet ihr mehr oder etwas weniger Erfahrung beim Abschluss der Missionen. Aber nach beenden der Story, sollte jeder etwa Level 16-18 sein.

Nun beginnt der „Endgame-Grind“. Dazu gibt es auch noch eine „kleine“ Hauptquest, die wahrscheinlich jeden etwas Nerven kosten dürfte – Die „Herausforderung der Tapferkeit“. Zu erledigen Gilt es:

  • 100 Ereignisse, welche man im Freien Spiel finden kann. Ähnlich wie die „Öffentlichen Events“ in Destiny 2. Allerdings gibt es dabei ein Manko: Sie werden erst angezeigt, wenn man sich ihnen nähert. Ich würde mir für eben diese Ereignisse eine Markierung auf der Karte Wünschen (Quasi ein „Quality of Life“ patch).
  • Außerdem sollen 25 Festungen bezwungen werden. Die Festungen machen Spaß, wenn sie auch verschiedene Schwierigkeitsgrade haben. Klar kann man die normalen Schwierigkeitsgrade auswählen, um beispielsweise besseren Loot zu bekommen, allerdings haben die (bisher) 3 verfügbaren Strongholds durch ihre Phasen und verschiedenen Bosse ganz eigenen Herausforderungen mit sich.
  • Dann sind die oben bereits erwähnten Aufträge an der Reihe. Auch hier gilt es, 25 Aufträge zu erledigen. Diese gibt es in normaler Schwierigkeit und 1. Täglich (pro Fraktion) auf dem „Legendären Schwierigkeitsgrad“. Dazu gibt es bereits hier auf MeinMMO einige sehr gute Erklärungen.
  • Zu guter Letzt sollen wir Freelancer noch 25 Schnelleinstiege abschließen. Quasi anderen Spielern bei Missionen zu helfen oder einfach mit ihnen ihre Missionen zu erledigen.

Nach dem Abschluss der „Herausforderung der Tapferkeit“ beginnt das „Endgame“. Das Endgame könnte so schön sein. Legendäre Aufträge meistern, Strongholds farmen. Eben so das, was man kennt. Grob gesagt, den Javelin bestmöglich auszurüsten und die Grandmaster-Schwierigkeitsgrade zu bezwingen.

Aber eben das macht Probleme: Der Loot. Die Community sieht viele Fehler beim Loot. Es fühlt sich unbefriedigend an, wenn ich einen Stronghold auf Grandmaster 2 laufe und aus den Kisten, welche nach jeder Phase erscheinen, dann 2 normale (weiße) Items, 1 Item der Ungewöhnlichen Qualität (Grün) und 2 Epische Items (Lila) bekomme.

Eigentlich geht man ja davon aus, „Hey, ich bin endlich Level 30, habe ein Item-Level über 450 und sollte doch aus den Kisten zumindest teilweise Verbesserungen bekommen.“

Allerdings ist dem nicht immer der Fall. Manche Runs geben unglaublich viele Meisterwerke (3-5) und Legendary Items. Und danach ist auch wieder für einige Runs Flaute angesagt. Ich habe gestern selbst den Versuch gemacht und habe nach über 30 Stronghold-Runs auf Grandmaster 2 insgesamt 35 Meisterwerk-Items und 1 Legendary. Dazu sei gesagt, dass ab Grandmaster 1 beim Endboss immer mindestens ein Meisterwerk dropt.

Aber EA arbeitet bereits daran, den Loot zu verbessern und es gab auch bereits einen Patch, der die Werte auf Waffen und Ausrüstungen angepasst hat. Denn eben diese Werte (Inschriften) werden im Endgame immer wichtiger, da sie das Überleben und den Schaden der Javelins deutlich steigern.

Dazu sei gesagt, jede Wertigkeitsstufe von Gegenständen hat eine Inschrift mehr:

  • Normale Qualität (Weiße Items) – Keine Inschriften
  • Ungewöhnliche Qualität (Grüne Items) – 1 Inschrift
  • Seltene Qualität (Blaue Items) – 2 Inschriften
  • Epische Qualität (Lila Items) – 3 Inschriften
  • Meisterwerke und Legendäre Items (Orangene und Gelbe Items) – 4 Inschriften

Meisterwerke und Legendäre Items haben noch einen kleinen Bonus. Sie bieten zusätzliche Buffs, welche Waffenschaden im Schweben, Skill-Schaden, etc. prozentual verbessern.

Ziel sollte es also sein, sich mit Meisterwerk- und Legendary Gear auszurüsten, welches ab Level 25 erhalten werden kann. Die Drop-Chance ist allerdings auf Level 30 (gefühlt) deutlich höher.

Noch eine Kleine Pro-/ Contra Liste zu Anthem

Diese ist objektiv von mir erstellt und natürlich könnt ihr einige der Punkte auch ganz anders sehen als ich.

Pro:

  • Ganz klar! Die Grafik ist Top!
  • Die Story ist kurz, aber die Missionen machen Spaß.
  • Ich habe bisher keine „Game Breaking“-Bugs gefunden, die mir den Spielspaß madig machen
  • Anthem ist optimierbar und somit auch auf den „neueren“ Laptops spielbar
  • Die Missionen sind skaliert und man kann auch mit Maximalstufe 30 mit neuen Spielern zusammen spielen ohne sie gleich zu „ziehen“.
  • Piloten-Level und Klassen sind unabhängig voneinander
  • Die Klassen sind größtenteils (je nach Skillung) gleich stark
  • Die Dialoge in Fort Tarsis sind teils sehr lustig gestaltet und geben einen Einblick in die „Lore“ von Anthem.

Contra:

  • Loot-Aufteilung und Werte auf dem Loot sind zwar schon verbessert worden, aber immer noch nicht auf einem Punkt, an dem es Kritik-frei ist.
  • einige Bugs gibt es seit den ersten Betas. Auch nach einigen Versuchen die Probleme zu beheben, hat bisher kein Patch wirklich gefruchtet. Ton-Aussetzer, etc. sind immer noch bei viel Action an der Tagesordnung. Diese benötigen einen kompletten Neustart des Spiels.
  • Ich würde mir eine Votekick-Funktion wünschen, da ich es schon des Öfteren hatte, dass während eines Strongholds Spieler Afk gingen und der Trupp deshalb nicht mehr weiter kam, weil alle Spieler anwesend sein müssen, um gewisse Tore zu öffnen. Das nervt! Denn auch nicht überall werden Afk-Spieler oder langsamere Spieler nachgeportet. Das hat zur Folge, dass der Trupp den Inhalt abbrechen muss, da es einfach keine Möglichkeit gibt, weiter zu kommen.
  • Einige Loot-Glitches. Es gibt noch und gab in der ersten Woche nach dem Release einige Loot-Glitches, durch die sich Spieler sehr schnell Equipment ohne großen Aufwand erfarmen konnten. Die meisten wurden zwar mittlerweile behoben, allerdings haben Spieler, die sie nutzten, das Gear behalten. Die logische Reaktion von EA wäre eigentlich ein Wochenende mit erhöhtem Loot für alle zu schalten, um Spieler, die den Glitch nicht nutzten, ebenfalls etwas Gutes zu tun (meine Meinung).

Also Freelancer, das war mein kleines Review der letzten 2 Wochen Anthem. Ich habe knapp 108 Stunden in Anthem verbracht und es hat mir Spaß und teilweise Frust gebracht. Ich hoffe, ihr hattet und habt auch weiterhin Spaß in Anthem.

In diesem Sinne:

Alleine Stark, gemeinsam Stärker!

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