Fortnite: Was Epic richtig und nicht ganz so richtig macht – User-Review
Wertung: 8 / 10

Der MeinMMO-User Neowikinger hat sich das beliebte Spiel von Epic „Fortnite: Battle Royale“ angeschaut. Hier ist sein User-Review dazu.

Fortnite ist ein Phänomen. Einerseits scheinen es alle zu hassen und andererseits spielen es gleichzeitig auch alle. Aber was genau ist der Battle-Royale-Modus von Fortnite überhaupt, wie kam er zustande und wieso rettet Epic genau mit diesem Modus die Welt? Ich verrate es euch!

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Aus der Not geboren

Die Anfänge von Fortnite: Ja, der Battle-Royale-Modus von Fortnite ist mehr oder weniger aus der Not heraus geboren. Als Mitte 2017 der Early Access von Fortnite und dem PVE-Modus „Rettet die Welt“ startete, lagen viele Jahre der Entwicklung hinter dem Team von Epic.

Mit der Zeit wurde aber eins deutlich: Rettet die Welt ist ein Flop.

Sicherlich gab es einige Spieler, die dem Modus viel abgewinnen konnten und auch ich habe dort inzwischen schon viele Stunden verbracht. Aber der Geschmack der Massen wurde nicht getroffen.

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Vielleicht geht es euch ja wie mir und ihr hattet Epic als erfolgreiche Spieleschmiede nicht mehr auf dem Schirm, aber genau das war Epic schon einmal.

Die Anfänge von Epic: Ende der Neunziger, Anfang der 2000er, landete Epic mit Unreal Tournament einen Treffer in so ziemlich jedes Gamer-Herz … oder zumindest in das meinige. Wer für damalige Verhältnisse eine gute Internetleitung hatte, konnte sich online in dem Shooter im PvP messen.

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So hatte Epic das nötige Handwerkszeug, um ein weiteres Mal den Shooter-Markt und das gerade aufstrebende Battle-Royale-Genre aufzumischen: Erfahrungen mit PvP-Shootern und ein Spiel mit ungewöhnlichen Baumechaniken (Fortnite: Rette die Welt).

Epic schnürte das ganze zu einem stimmigen Paket zusammen und heraus kam der Battle-Royale-Modus von Fortnite.

Der Weg an die Spitze

Auch wenn Fortnite inzwischen in aller Munde ist, sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne, war dies nicht immer so. Auch Fortnite musste sich seine Spielerschaft aufbauen und setzte dabei auf ein Modell, was von vielen, oftmals zurecht, kritisch betrachtet wird, aber eine niedrige Einstiegshürde bietet: Free to Play.

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Durch die comic-artige Grafik, die zudem genügend Abstand zur Realität bietet, wurde zusätzlich ein junges Publikum angesprochen. Daher ist es kein Wunder, dass Fortnite von vielen Jugendlichen und Kindern gespielt wird.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Seasons? Inzwischen läuft Season 7 in dem Battle-Royal-Spiel und auch, wenn es (leider) weiterhin auf der selben Map spielt, gibt es doch große Unterschiede zum Start bzw. Season 1. Damit deutlich wird, wie diese Unterschiede ausfallen, hier eine kurze Auflistung wichtiger Änderungen:

  • Season 1: Eine reine Battle-Royale-Erfahrung
  • Season 2: Einführung des Battlepasses, jedoch ohne Challenges
  • Season 3: Einführung der wöchentlichen Challenges, damit man im Battlepass schneller vorankommt und immer wieder etwas Neues zu tun hat. Beginn der Storyerzählung, indem ein Meteor Kurs auf die Welt von Fortnite nimmt.
  • Season 4: Die wöchentlichen Challenges können auch nach der jeweiligen Woche noch abgeschlossen werden. Zudem wird das Aussehen der Skins weiterentwickelt, wenn man ein bestimmtes Level erreicht hat. Konstante Weitererzählung der Story durch Loading-Screens, die man nach Abschluss der wöchentlichen Herausforderungen nach und nach freischaltet.

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  • Season 5: Das Weiterentwickeln der Charaktere ist nicht mehr level-gebunden, sondern an Erfahrungspunkte. Damit sind die Challenges dazu auch nach Abschluss der Season noch machbar und man gerät dadurch nicht unter Druck, dass man sie unbedingt innerhalb der Season abschließen muss.
  • Season 6: Die Challenges im Battlepass werden gesplittet. Drei Stück sind für alle zugänglich und vier weitere für Battlepass-Nutzer. So haben die Spieler ohne Battlepass auch mehr zu tun. Vorher haben sie innerhalb einer Season nur 7 Challenges gehabt, durch die Änderung sind es insgesamt 30.

Fortnite Look Lake Insel

Zudem ist die Weiterentwicklung der Charaktere vom Battlepass nicht mehr nur an Erfahrungspunkte gekoppelt, sondern auch noch zusätzlich an den Abschluss der Herausforderungen der wöchentlichen Challenges, weshalb nun noch mehr Anpassungen möglich sind.

  • Season 7:Beide Level-1-Chars sind anpassbar und werden wie gewohnt durch einen Mix aus Erfahrung und Abschluss von Challenges weiterentwickelt. Der Level-100-Charakter ist davon komplett losgekoppelt und man muss lediglich andere Spieler überleben, um weitere Anpassungen freizuspielen. Neben der Optik haben die Skins zudem noch Emotes, die nun mitfreigeschaltet werden.

Fortnite Ladebildschirm Woche 4 Season 7

Ihr seht, in den vergangenen Monaten hat sich viel in Fortnite getan und durch den stetigen Fluss der Änderungen sorgt Epic dafür, dass die Spieler am Ball bleiben. Selbstverständlich waren das bei weitem nicht alle Änderungen, sondern hauptsächlich solche, die für eine Langzeitmotivation sorgen. Hier noch andere Änderungen, die es auch immer wieder gibt, im Überblick:

  • Änderungen an der Map, indem neue Orte hinzugefügt, alte ersetzt oder verändert werden
  • Hinzufügen oder entfernen von neuen und alten Waffen. Änderung der Waffen-Balance
  • Hinzufügen von Fahrzeugen
  • Temporäre Spielmodi wie zum Beispiel 50/50 oder Essensschlacht
  • Temporäre Events wie zum Beispiel das Halloween Event
  • Hinzufügen der Spielwiese zum Üben und des Kreativ-Modus, wodurch die Kreationen der Spieler es sogar ins Hauptspiel schaffen können!

Wie spielt man Fortnite am Besten?

Kurzum: Es gibt darauf keine „richtige“ Antwort, aber dennoch ist diese Frage wichtig.

Diese Spiel-Modi gibt es: Fortnite bietet drei konstante Spiel-Modi: Solo, Duo und Squad. So könnt ihr also entscheiden, ob ihr lieber alleine spielt, zu zweit oder zu viert. Ich persönlich finde, dass dies enorm viel ausmacht.

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Selbstverständlich spiele ich auch ab und an eine Runde alleine. Vor allem, wenn ich eine spezielle Challenge vollenden und dabei keine Rücksicht auf Mitspieler nehmen möchte. Aber dauerhaft alleine spielen? Kommt für mich selber nicht in Frage.

Ja, ich gebe es offen zu: Hätte ich nicht meine Freunde, mit denen ich in die Schlacht ziehe, würde mich Fortnite nicht dauerhaft halten können. Aber diesen Umstand mache ich Epic und Fortnite nicht zum Vorwurf. Generell spiele ich selber lieber Rollenspiele, wenn ich allein spiele. Shooter sind da eben die Ausnahme.

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Vor- und Nachteile der Modi: Obwohl ich die Team-Modi bevorzuge, muss ich aber auch erwähnen, dass der Solo-Modus einen großen Vorteil hat. Wenn ihr einen Gegner niederstreckt, ist dieser raus. Es gibt keine Teamkameraden und daher keine Wiederbelebung.

Das ist, je nach Situation natürlich, Fluch und Segen zugleich, aber für mich persönlich eher positiv, statt negativ. Dennoch mag ich es, dass ich mich mit meinen Leuten via Voice absprechen kann.

Das trägt viel zum Spielfluss bei und, ganz ehrlich, ob man nun ein Fortnite oder ein Rainbow Six Siege spielt, so muss doch jeder zugeben, dass eure Siegchancen steigen, wenn man sich mit anderen abstimmen und aufeinander verlassen kann, oder nicht?

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Gerade durch das Element des Bauens bekommt Fortnite auch eine große taktische Komponente. Wer gut im Bauen ist und die plötzlichen Situationsänderungen schnell verarbeiten kann, kann einen sehr angenehmen Spielfluss mit jeder Menge Action erleben, was gerade im Team wirklich Spaß macht.

Epic rettet die Welt

Das könnten andere Entwickler von Epic abschauen: Es bleibt natürlich noch die Frage, warum Epic mit Fortnite „die Welt rettet“. Die Antwort dabei ist eigentlich ziemlich simpel und ich bin mir sicher, davon hat jeder etwas: Epic macht mit Fortnite und dem Early Access alles richtig!

Ob man Fortnite nun mag oder nicht, so kann man nur hoffen, dass andere Entwickler Epic ein wenig nachmachen werden. Damit meine ich nicht, dass sie nun auch ein Battle-Royale-Spiel aus dem Boden stampfen sollen, sondern, dass sie die Entwicklungsstrukturen übernehmen sollen, wenn sie einen Early-Access-Titel anbieten.

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Epic arbeitet, wie bereits aufgelistet, kontinuierlich an Fortnite weiter, aber nicht nur zwischen den einzelnen Seasons, sondern dauerhaft. Es vergeht so gut wie keine Woche, in der kein Patch erscheint, der Neues bringt, Fehler begradigt oder eine andere Änderung bereithält.

An dieser Stelle muss ich Epic großes Lob aussprechen, denn hier wird alles richtig gemacht. Die Änderungen sorgen nicht nur dafür, dass sich der regelmäßige Login lohnt, sondern sie zeigen auch, dass der Entwickler mit viel Herzblut am Spiel arbeitet und die Community dabei nicht vergisst.

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Kommt eine Änderung schlecht bei der Community an, dann kann man sich sicher sein, dass Epic diese zurücknimmt oder solange bearbeitet, bis viele damit zufrieden sind. Natürlich ist klar, dass man es nicht jedem Recht machen kann. Aber es ist erstaunlich, Epic hier dauerhaft so eng mit den Spielern zusammenarbeitet und nicht nur dann auf sie hört, wenn sie loben.

So funktioniert die Ingame-Währung: Ein weiterer Punkt, den ich als äußerst positiv betrachte, ist der Battlepass. Ja, man muss für ihn zehn Euro ausgeben, aber hier ist das Besondere: Es ist eine einmalige Ausgabe.

Denn wer den Battlepass bis auf Stufe 100 spielt, erhält insgesamt 1500 V-Bucks (die Ingame-Währung) zurück. Da der Battlepass 950 V-Bucks kostet, wird er also komplett refinanziert und man kann sich dadurch in der neuen Season direkt wieder einen Battlepass kaufen, ohne weiteres Echtgeld auszugeben.

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Aber auch die V-Bucks verdienen eine extra Erwähnung. Viele Spieleentwickler gestalten den Tausch von Echtgeld in eine Ingame-Währung unnötig kompliziert und die Ingame-Währung lässt sich oft nur schwer in Euro zurückrechnen. Man büßt damit an Übersicht ein. Epic hingegen ist hier komplett transparent.

Zehn Euro sind 1.000 V-Bucks. Somit ist klar, dass 100 V-Bucks dem Wert von einem Euro entsprechen. Es lässt sich also leicht errechnen, wie viel Geld man in das Spiel steckt.

Ebenfalls gibt es keine Lootboxen im Battle-Royal-Modus. Dies sorgt dafür, dass ihr eure Einkäufe gezielt tätigen könnt und nie die Katze im Sack kauft.

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Epic rettet die Welt wohl doch nicht

Ja, nach all der Lobhudelei muss erwähnt werden, dass auch bei einem Fortnite nicht alles voller Sonnenschein ist. Denn auch wenn Epic in meinen Augen vieles richtig macht und gerade beim Thema „Early Access“ eine Vorbildfunktion einnimmt, so gibt es auch Dinge die mir missfallen.

Gerade eben schrieb ich noch, dass ich es vorbildlich finde, dass es im Shop keine Lootboxen gibt. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Zwar gibt es im Shop vom Battle Royal keine Lootboxen, im Shop vom „Rettet die Welt“-Modus aber sehr wohl.

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Ich kenne jetzt niemanden, der jemals dafür sein Geld ausgegeben hat, zumal es dort auch Vieles gratis gibt, aber es muss zumindest erwähnt werden, dass es sie gibt.

Wie hoch sind die Preise der Cosmetics? Zudem finde ich die Preise recht gesalzen, vor allem wenn man bedenkt, dass Fortnite auch viele jüngere Spieler ansprechen soll:

  • Die Emotes kosten hier zwischen zwei und fünf Euro (200 – 500 V-Bucks)
  • Die Gleiter zwischen acht und 15 Euro
  • Die Skins zwischen acht und 20 Euro.

Ich finde es gut, dass dies ausnahmslos kosmetische Items sind, die keinen spielerischen Vorteil bringen, aber 20 EUR für einen Skin? Meiner Meinung nach ist das doch ziemlich teuer und innerhalb einer Season werden so einige Skins rausgebracht.

Wer möchte, kann innerhalb einer Woche durchaus auch mal einen dreistelligen Euro-Betrag in Fortnite stecken, nur um Skins zu kaufen.

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Quelle: Fortnite-Intel

Wie zuverlässig ist der Kundensupport? Ebenfalls muss erwähnt werden, dass der Kundenservice so gut wie nicht existent ist. Ich habe im Laufe der Zeit aus den verschiedensten Gründen schon den Support kontaktieren müssen und bisher nie eine Antwort erhalten.

Aus dem Forum von Epic und Fortnite weiß ich, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin. Viele bekommen keine Antwort vom Support oder erst mit so einer späten Verzögerung, dass sich das Anliegen bis dahin gelöst hat. Hier besteht unbedingt Besserungsbedarf. Epic verdient viel Geld mit Fortnite, da sollte ein zuverlässiger Support schon drin sein.

Fazit: Fortnite ist ein Phänomen, aber mit Kanten

Wie eingangs erwähnt, ist Fortnite ein Spiel, das anscheinend alle spielen, während es gleichzeitig auch alle hassen. Es ist ein Phänomen und das zurecht. Epic mach hier wirklich sehr viel richtig.

Das Spiel wird konstant weiterentwickelt und Stillstand sucht man vergebens. Andererseits bietet der Shop teils durchaus heftige Preise und der Support hat starken Verbesserungsbedarf. Ebenfalls fordern die Spieler schon seit langem eine neue bzw. zweite Map. Trotz dauernder Änderungen sind hier nun mal Ermüdungserscheinungen vorhanden.

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Für wen ist Fortnite? Nach knapp sieben Monaten Spielerfahrung in Fortnite, kann ich sagen, dass ich das Spiel eigentlich jedem empfehlen kann, der der ein oder anderen Runde eines Shooters nicht ganz abgeneigt ist. Vor allem im Team macht es durchaus Spaß und bietet strategische Komponenten.

Wenn ihr also bisher noch kein Fortnite gespielt habt oder es hasst, nur weil es Fortnite ist, euch aber vielleicht schon mal gefragt habt, warum genau so viele es spielen … Probiert es einfach mal aus, der Download kostet nichts.

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