Atlas: Es ist besser, als es erstmal aussieht – und wenn man Freunde hat – User-Review
Wertung: 7.5 / 10

Malfrador, ein User auf MeinMMO, macht in seinem Ersteindruck zu Atlas deutlich: Das MMO ist besser, als man denkt, wenn man sich die ganzen negativen Reviews anschaut. Vor allem im Team spielt Atlas seine Stärken aus. 

Vorweg: Ich habe, außer ein wenig bei Freunden, kein ARK gespielt. Das Setting hat mich einfach nie angesprochen. Daher werde ich jegliche Vergleiche mit ARK hier rauslassen. Auch finde ich die ganze Diskussion ein wenig daneben, da es durchaus üblich ist, Assets und Technik von einem älteren Projekt zu übernehmen, wenn diese passen bzw. funktionieren.

Desweiteren beschreibt dieses Review das Spiel auf einem offiziellen PvP-Server mit einem Clan von etwa 25 Personen. Dieses Review bezieht sich daher mehr auf das PvP, da mich PvE nicht wirklich reizt und ich den PvE-Server nicht betreten habe.

Der Spielbeginn

Das müsst Ihr über den Anfang von Atlas wissen: Man beginnt das Spiel in der Startzone, auf einer von vier identischen Inseln. Wenn die Freunde auf einer der anderen drei Inseln landen, kann man sich dort hin teleportieren.

Ziel auf dieser Insel ist es, ein Raft (=Floß) zu erhalten, in dem eine gewisse Anzahl an Materialien erfarmt werden.

Dieses Prozedere ist ganz klassisch Survival und unterscheidet sich kaum von anderen Spielen aus dem Genre. Einziger Zusatz zum normalen Survival-System ist eine Vitaminverteilung, die man beachten muss. Durch diese macht eine Skillung als Koch auch tatsächlich Sinn, dazu aber später mehr.

Atlas Schiff Schuss

Abschuss frei! Aber nicht mit Atlas.

Beachtet dabei:

  • Hat man die Materialien für sein Floß zusammen, sollte man noch etwas Wasser und Nahrung einpacken (wobei Atlas hier zwischen Süß- und Salzwasser unterscheidet)
  • Danach kann man sich aufmachen, diese Starterzone zu verlassen

Was mir positiv aufgefallen ist

Positiv fallen mir erstmal die Survival-Mechaniken auf. Einen guten Eindruck haben bei mir auch hinterlassen:

  • Das Bausystem
  • Die Grafik
  • Die Windphysik
  • Das Skillsystem

Bei den Survival-Mechaniken setzt Atlas auf Altbewährtes: Die Survival-Systeme sind zwar nichts Besonderes, auch wenn das Vitamin-System ein netter Zusatz ist, das das Kochen und die Nahrungsaufnahme deutlicher spannender macht. Durch dieses System macht eine Skillung als Koch tatsächlich Sinn, da man auf ausgewogene Ernährung achten muss und nicht immer einfach das gleiche zu sich nehmen kann. Aber grundsätzlich sind es bewährte Systeme, die funktionieren. Also, warum das Rad neu erfinden.

Atlas Bauen am Schiff

Das Bauen erinnert an ARK, hat aber im Schiff-Setting durchaus seinen eigenen Reiz.

Das Bausystem ist ganz klassisch ARK. Der Unterschied ist, dass man eben auch Schiffe bauen kann. Abgesehen von der Rumpfform, bei der es nur 5 verschiedene Möglichkeiten gibt, baut man das Schiff vollständig selber und kann dieses so gestalten, wie man möchte. Ein Schiff hat auch verschiedene Stats:

  • Geschwindigkeit,
  • maximales Gewicht
  • und Wendigkeit

Diese lassen sich durch verschiedene Segel verändern. Und auf dem Schiff gibt es auch mit Materialien gefüllte Truhen. Wenn man auf seinem Schiff beispielsweise 10.000 Metall transportieren möchte, benötigt man viele Segel mit „+Gewicht“ und keine mehr mit „+Geschwindigkeit“. Man muss sich also entscheiden, wozu man sein Schiff nutzen möchte.

Die Grafik ist an sich nichts besonderes, aber es hat seinen Reiz. Einige Animationen wirken etwas hölzern, doch darüber kann ich hinwegsehen. Der Ozean sieht sehr gut aus. Mindestens so wie in Sea of Thieves, eventuell sogar besser. Interessanter ist da die Atmosphäre: Delfine springen aus dem Wasser. Das Deck wirkt so, wie man es auf einem Schiff erwarten würde: Es wird nass und dreckig mit der Zeit und im Wind flattern die Haare. Bei Atlas macht das Segeln einfach Spaß.

Atlas Wasser

Das Wasser ist schön in Atlas!

Die Physik in Atlas erzeugt Wow-Effekte: Die Schiffe unterliegen dem Wind und einer eigenen Physik. Das Windsystem ist dabei bei weitem das Realistischste, was ich bisher gesehen habe. Es ermöglicht auch effektive Segeltechniken, wie das Kreuzen gegen den Wind. Man muss auch wirklich auf den Wind achten, bevor man losfährt. Das eingangs erwähnte Floß besitzt beispielsweise kein Ruder, sodass das Kreuzen fast unmöglich wird und man sich nur vom Wind treiben lassen kann

Schiffe selbst besitzen physikalische Eigenschaften. Sie können umkippen, wenn man sie zu hart an den Wind segelt. Es ist auch möglich, ihre Geschwindigkeit zu erhöhen, indem man Items, platzierte Gegenstände oder auch Personen über Bord wirft. Reparatur-Mechaniken sowie das Schöpfen von Wasser sind auch implementiert und machen Spaß.

Das Skillsystem ist recht simpel, aber … Bei jedem Level Up erhält man Punkte, die man in mehrere Skillbäume investieren kann. Dadurch, dass diese recht groß sind, bilden sich Berufe heraus, die einzelne Spieler in der Crew übernehmen. Waffenschmied, Schiffsbauer, Koch oder Baumeister sind so auch tatsächlich notwendig. Grundsätzlich fühlt sich jedes Level Up nach Fortschritt an und alle Skills sowie Crafting-Rezepte sind sinnvoll. Schön ist auch, dass sich „Standard“-Items wie Eisenwerkzeuge in einem Skillbaum verstecken. Dadurch entsteht eine Abhängigkeit zu Mitspielern und Berufen. Das fordert das Teamplay, was ich positiv finde.

Atlas Schiff Aufgabe

Jeder in der Crew geht einer Aufgabe nach

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass das Spiel sehr viel Spaß macht. Auch Spieler aus meiner Company, die selbst viele hundert Stunden ARK gespielt haben, finden Atlas spaßig. Es ist also nicht nur ein ARK 2.

Negativ anmerken möchte ich jedoch, dass es aktuell auf einem PvP-Server nicht möglich ist, als Einzelspieler wirklich vorwärts zu kommen. Wenn ihr mindestens eine andere Person habt, mit der ihr spielt, macht es schon vieles leichter. Alleine artet es leider in viel Grind aus.

Macht euch aber keine Sorgen, denn es gibt genügend freundliche Clans, die auch ingame aktiv nach Leuten suchen. Fragt einfach und es wird sich schon jemand finden, mit dem ihr spielen könnt.

Was noch verbessert werden muss, ist das Land-Claim-System, welches mithilfe von Fahnen umgesetzt ist, die einen Radius um sich herum beanspruchen. Problematisch ist, dass diese Fahnen aktuell keine Kosten haben und viele Spieler daher die Gelegenheit genutzt haben, ganze Inseln mit ihren Fahnen vollzustellen. Glücklicherweise kann man Gebiete anderer Spieler auch wieder erobern, wenn diese für eine gewisse Zeit nicht in der Nähe sind.

Atlas Freunde

Teamplay ist wichtig in Atlas. Und das Sterben macht im Team ohnehin mehr Spaß.

Lasst euch nicht von den negativen Steam-Reviews abschrecken, die tatsächlich auch zu einem großen Anteil von den Serverproblemen zum Release geplagt sind. Diese sind behoben und die Server laufen flüssig. Schnappt euch also ein paar Kumpels und erobert das – ja, das sehr gut aussehende – Meer.

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