Battlefield V: Die unbequeme Wahrheit
Wertung: 5 / 10

Battlefield 5 …endlich!

Die Freude war groß, denn nach BF2 / 3 / 4 / Bad Company 1 + 2 könnte man sagen ich mag die Spielereihe. Doch was ist passiert?!

Fangen wir an mit dem was BF5 richtig macht. Es ist schön …ich meine, wirklich schön. Die Grafik ist toll, die Frames dank der über die Jahre ausgereifter Frostbite-Engine unglaublich gut und die Spieltiefe uiuiui. Fesselnd wäre schon fast untertrieben. Die Jungs haben einen tollen Job gemacht.

Doch bin ich eher ein Multiplayer-Spieler und als solcher liegt mein Fokus nun mal genau dort.

Und ab dem Moment wird es unbequem. Was unterschied Battlefield immer von den anderen? Nun ein großer Unterschied bestand und besteht im Tempo des Shooters. Battlefield ist einfach langsamer als andere Shooter. Und wo sonst langsamer meist negativ zu bewerten ist, sticht dieser Aspekt gerade in Battlefield sehr positiv hervor.

Es ist ein sehr schönes Team-Spiel, oder besser Squad-Spiel, da man Zeit hat seine Kameraden mit Munition zu versorgen oder einen Panzer Hinterrücks mit C4 zu bestücken. Wie? Ihr habt es bisher noch nicht geschafft einem Panzer nahe genug zu kommen, um ihn auszuschalten. Nun dazu später mehr. Battlefield gibt einem Zeit zu REAGIEREN.

Viele zweifeln nun an dieser Reaktionszeit, die auch als TTK (Time to Kill) bezeichnet wird. Also die Zeit, die ein Spieler braucht bei perfektem Aiming einen anderen Spieler zu töten. Jeder, der mal versucht hat, in einem Grafikprogramm mit der Maus seinen Namen zu schreiben weiß wie schwierig „Perfektion“ ist. Daher hatte man in BF bisher immer die Möglichkeit, trotz des Beschusses durch den Feind, Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Die Wahrheit!

Nun Freunde, wie bereits erwähnt, liegt das Problem meiner Meinung nach nicht an der Waffen-Balance oder der TTK. Die Wahrheit, die bisher niemand aussprechen wollte ist: BF5 hat ein massives Problem mit HACKS.

Um genauer zu werden, mit Aimbots. Zum einen mit denen:

  • Die dir „nur“ feindliche Gegner hinter Mauern oder anderen Gegenständen anzeigen
  • Über die, die AIM-ASSIST mitbringen und in Hitboxen der Feinde einrasten, und somit das Zielen erleichtern und abnehmen
  • Bis hin zu den Schlimmsten, die, sobald sie einrasten, auch das Schießen übernehmen.

Doch wie konnte es dazu kommen und wie kann ich meine Erkenntnisse untermauern?

Nun zum Ersten liegt ein großes Problem an dem fehlenden Anti-Cheat-Programm. Battlefield wurde immer recht gut durch Punkbuster geschützt. Ja es gab viele, die sich beschwerten, dass sie einfach so vom Server geschmissen wurden …ABER …Es hat mitunter die richtigen erwischt. Zum anderen gab es noch bei BF2 die Wahl Server mit oder ohne PB (Punkbuster) zu nutzen. Dies nun nicht weiterzuführen hat weitreichende Folgen.

Meine Erkenntnisse lassen sich durch mehrere Aspekte untermauern. Um sich selbst ein Bild zu machen, gibt es viele Möglichkeiten.

Fangen wir mit dem Verständnis an

Um zu verstehen, was die Aimbots machen, muss man nur in die Suchmaschine >BF5 Aimbot< eingeben. Man findet aktuelle, meist nur Stunden alte Videos. Ab dem Moment versteht man was sie anstellen und man kann mit der Suche beginnen. Es wäre schön, wenn dies eine Suche nach der Stecknadel wäre, doch befinden sich auf fast jedem Server schwarze Schafe und leider sind es viele.

In Battlefield 5 hat man viele Möglichkeiten sich effektiv zu verstecken.

  • Büsche
  • Häuser
  • Hohes Gras
  • Steine
  • Nebelgeschosse

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Nebelgeschossen und Granaten. Sie sind nicht nur effektiv, sondern sehen auch noch unglaublich toll aus. Doch im Moment hilft einem das wenig. Man wird aus 300 Meter Entfernung von einer Medic-Waffe wie der Suomi KP/-31 im Lauf niedergestreckt. Wobei ich nochmal auf das schreiben des Namens in einem Grafikprogramm verweisen möchte.

Oder bekommt im Gebüsch liegend einen Headshot. Oder man läuft um eine Ecke und noch bevor man auf der anderen Seite ist, beginnt das Feuer auf einen und beim „Eintritt“ in das Sichtfeld des Feindes fliegen einem die Kugeln um die Ohren …oder besser gesagt positionieren sie sich dazwischen.

Die Liste der „Oder“ könnte noch beliebig erweitert werden. Auch inzwischen ein Klassiker sind die Tanks, die aus ihrer Base heraus, die man natürlich nicht betreten kann, durch Büsche, Gräser, Bäume und manchmal Häuser den armen Spielern den Garaus machen.

Die Röntgenbrille es gibt sie doch?  Nun ja und nein. Natürlich kann man Spieler als Sniper markieren, aber andere Spieler sehen diese nun mal nur zweidimensional auf der Karte. Und sie dann durch Gebüsche und Häuser punktgenau zu treffen ist, sagen wir schwierig, sehr schwierig. „Ich schließe die Augen und lasse mich von der Macht leiten“-schwierig. Jedoch sicher nicht unmöglich. Aber bei der Anzahl dieser „Augen zu und durch“-Treffer schon ungewöhnlich.

Und andere Möglichkeiten einen Feind zu markieren gibt es nicht ? Doch gibt es. Man kann sogar 3D-Marker setzen, aber diese Punktgenau zu setzen, wenn der Spieler sich bewegt, ist recht schwer, da es eben eigentlich genug Hindernisse gibt. Diese erschweren einem das genaue Markieren sehr. Zumal der Marker stationär bleibt und nicht mit dem Feind mitläuft.

Aber nochmal …wie nachweisen? Eine der schönen Funktionen in Battlefield 5 ist das Beobachten eines Spiels, indem man als Zuschauer dem Server beitritt. Man kann dabei auch in die Ego-Pespektive der einzelnen Spieler wechseln. Empfehlenswert sind dabei immer die Spieler die im Punkte-Ranking oben stehen.

Nicht selten sieht man dann Spieler, die in Büsche schießen, die so weit entfernt sind, dass ich selbst auf meinem 45 Zoll Fernseher schwer erkennen kann, was genau er mit dem Busch vor hat. Noch verwunderlicher ist es dann, wenn dieser einen Headshot an einem nicht-sichtbaren Spieler in diesem Gebüsch macht.

Die Macht war mit ihm: Man sieht Spieler, die um eine Ecke hüpfen und dabei schon im Hüpfen auf den Feind hinter der Mauer schießen. Sicher, dank 7.1-Kopfhörer kann man Feinde recht gut ausmachen, aber woher weiß der Spieler, ob er liegt, hockt oder steht? Zu erwähnen ist, dass das arme Opfer hinter der Mauer natürlich direkt einen Kopftreffer bekommt.

Lohnt es sich das Spiel zu holen?

JA: Du willst packende Geschichten kämpferisch und hautnah erleben und in eine wirklich geglückte Singleplayer-Kampagne eintauchen? Dann JA, hol es dir. Unglaublich tolle Grafik und Spieltiefe werden dich mitnehmen.

NEIN: Du stehst eher auf den Multiplayer-Part des Spieles und willst an vorherigen Battlefield Erlebnissen anknüpfen? Schlachten erleben und mit deinen Freunden teilen? Dann muss ich zumindest im jetzigen Stand der Dinge davon abraten dies zu tun, denn der Frustfaktor ist enorm hoch.

Ausserdem kommen zu den vorher angesprochenen Problemen noch spielspezifische Probleme dazu. Die Karten fühlen sich kleiner an als in den vorherigen Spielen. Meiner Meinung nach als wären sie nur 1/4 der BF4-Karten. Dazu ist es zwar schön das auch dieser Teil Flugzeuge und Fahrzeuge implementiert hat, jedoch fühlen sich die Kämpfe weniger lebendig an.

Flugzeuge halten viel zu viel aus und man hat eigentlich nicht wirklich eine Chance sie vom Boden aus zu zerstören. Die Flugabwehr macht zu wenig Schaden und die Bodenfahrzeuge? Na ja, eigentlich kann man fast nur die Panzer gebrauchen. Mit allen anderen Fahrzeugen fährt man wie mit einem Kofferraum voller Wasser. Die Entwickler sollten die Bodenfahrzeuge allgemein nochmal grunderneuern und ihre Möglichkeiten überarbeiten.

Auch vermisse ich die guten alten Hubschrauber. Die Zeiten, wo man sich mit seinem Kumpel in einen Heli setzte, um quer über die Map zu sausen, Raketen, Flugzeuge und Sniper im Rücken, das war schon was. Meines Wissens nach, gab es auch in dieser Zeit schon die ersten eingesetzten Modelle. So oder so würde ich mir da etwas mehr Dynamik wünschen. Die Vorgänger haben da mehr zu bieten. Auch gab es schon erste Flugabwehrraketen. Warum nicht im Spiel?

Abschließed

Ich hätte so gern unrecht. Aber tägliche Videos, in denen sich Aimbot-Nutzer öffentlich mit ihren „Erfolgen“ brüsten und die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen intensiven Spielens, lassen mein Rating leider eher schlecht ausfallen, da ich nur den Einzelspieler-Teil des Spiels positiv bewerten kann.

Sinn dieses Reviews ist es auf die Probleme eines sonst sehr tollen Spiels aufmerksam zu machen und Fehlerbehebung an falscher Stelle zu vermeiden. Es bringt nichts die TTK zu ändern, wenn es nicht das Problem ist. Ich wünsche dem Spiel alles gute, denn es hat Potenzial ein Hit zu werden. Hoffen wir auf das beste. Punkbuster wäre der Anfang.

Ein besinnliches Fest wünscht euch euer Luthius!

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