Final Fantasy XIV: Abwechslungsreich und doch monoton
Wertung: 8.5 / 10

Unser Leser Neowikinger hat ein ausführliches User-Review zu Final Fantasy XIV verfasst. Er nennt darin Gründe, wieso er es sehr gerne spielt, geht aber auch auf die Probleme des MMORPGs ein. 

Die Einleitung zu einem Review ist immer der schwierigste Part. Natürlich ist einem klar, welche Themen man ansprechen möchte und auch, welches Fazit man ziehen wird. Lasst mich versuchen, euch ein Review zu präsentieren, das heute genauso aktuell ist, wie hoffentlich noch in zwei oder drei Jahren. Daher will ich euch von allem ein wenig präsentieren, ohne mich zu sehr in Details zu verlieren und spoiler-frei für alle zu schreiben, die ihren Weg nach Eorzea noch finden möchten.

Totgesagte leben länger

Wir schreiben den 24.08.2013 10:55 Uhr. Nur noch 5 Minuten, bis der frühe Zugriff zu Final Fantasy XIV A Realm Reborn beginnt. Man kann sich vorstellen, wie die Köpfe von Naoki Yoshida und seinem Team gequalmt haben müssen. Wie wird der Relaunch des katastrophal gescheiterten Final Fantasy XIV verlaufen? Werden die Server standhalten? Wird die Community das neue Final Fantasy XIV annehmen oder werden die Welten schon in ein paar Tagen wieder leer und das Projekt endgültig gescheitert sein?

11:00 Uhr, die Server gehen online und eine Schlacht um den Login beginnt. Gefühlt jeder in der Gamingwelt hat von dem Relaunch gehört und bekundet Interesse an dem Spiel. Innerhalb kurzer Zeit sind die Server voll … und brechen immer wieder zusammen. Ein klassischer MMORPG-Release, wie man meinen möchte. Und so ärgerlich dieser Umstand für die Spieler auch war und so sehr sich das Team um Yoshida um schnelle Besserung bemühte, so ist doch auch klar: Der Release war ein voller Erfolg.

final fantasy xiv 1.0 meteor

Letztlich lebt ein MMORPG aber davon, dass die Spieler langfristig sich daran binden, vor allem bei einem der selten gewordenen Pay-to-Play-Titeln. Daher dürfte das Square Enix Team sich nicht nur über den Erfolg zum Release gefreut haben, sondern vor allem darüber, dass nach Ablauf der kostenlosen 30 Tage Spielzeit die Abonnements verlängert worden sind.

Heute gehört Final Fantasy XIV zu den erfolgreichsten MMORPGs. Möglich gemacht hat das einerseits das Team um Naoki Yoshida, oder kurz Yoshi-P, vor allem aber auch eine Community, die dem Spiel eine zweite Chance gab. Heute wissen wir: Totgesagte leben eben doch länger.

Eine Geschichte sie alle zu binden

Rollenspiele sind im Singleplayer-Bereich vor allem für ihre Geschichten bekannt. Eine gute Geschichte vermag uns über Stunden zu unterhalten und in ihren Bann zu ziehen. Selbst spielerische Schwächen verzeiht man so manchem Spiel, wenn man dafür mit einer Geschichte belohnt wird, bei der einem die Spucke wegbleibt. Mal ehrlich, wen hat das Ende von Final Fantasy X wirklich kalt gelassen, als Yuna Tidus umarmen wollte, aber er bereits dabei war sich aufzulösen?

final fantasy xiv yotsuyu dango

So berühmt Rollenspiele für ihre guten Geschichten im Singleplayer-Bereich auch sind, im Segment der Online-Rollenspiele ist es häufig genau umgekehrt. Die Story ist hier oft genug nur schmückendes Beiwerk, um alles irgendwie zusammen zu halten. Im Fall von Final Fantasy XIV sieht die ganze Sache aber schon wieder anders aus.

Die Story von Final Fantasy XIV ist der Mittelpunkt des Spiels. Als kleiner Abenteurer startet ihr in einer von drei Städten und hangelt euch zunächst von einer vermeintlich unwichtigen Story-Quest zur nächsten. Natürlich dienen diese als Einführung, um einen die einzelnen Spielmechaniken näher zu bringen und hoffentlich Lust auf mehr zu machen.

Jedoch wird einem schnell klar, dass die Story eben nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Welt ist. Ihr findet euch letztlich in einer Welt wieder, in der ihr auf der einen Seite eure Heimat vor dem feindlich gesinnten garleiischen Kaiserreich retten müsst, während ihr auf der anderen Seite gleichzeitig die Welt vor den Primae schützt. Diese werden durch die Gebete ihrer Stämme hervorgerufen und rauben damit dem Planeten seine wertvolle Lebenskraft, Äther genannt.

final fantasy xiv innocence kampf

Dies stellt am Ende jedoch „nur“ den Auftakt zu einem kleinen Epos dar. Im Verlauf von vielen, vielen Stunden werdet ihr herausfinden, dass auch in Eorzea ein eiserner Thron stehen könnte. Denn so mancher Verbündete entpuppt sich vielleicht schon bald als euer ärgster Widersacher, während euer Feind durchaus nachvollziehbare Gründe für sein Handeln darlegt und plötzlich gar nicht mehr so böse erscheint.

Der ein oder andere mag sich vielleicht nun fragen: „Final Fantasy XIV? Wenn das aber schon der 14. Teil ist, muss ich dann die anderen 13 Teile auch noch irgendwie nachholen, um die Geschichte überhaupt verstehen zu können?“ Hier könnt ihr absolut beruhigt sein. Jedes Final Fantasy bietet eine eigene Geschichte, in einem eigenen Universum.

Solltet ihr vorher noch nie einen Final-Fantasy-Teil gespielt haben, könnt ihr ohne Probleme der Story von Anfang bis Ende folgen, ohne etwas zu verpassen. Aber natürlich erhalten Veteranen noch einen kleinen Mehrwert, da die Entwickler das ein oder andere Easter Egg eingebaut haben. Aber die Bezüge zu den anderen Serienteilen sind vollkommen losgelöst zu betrachten. Als Neuling verpasst ihr wirklich absolut nichts!

final fantasy xiv gigi

Das schmückende Beiwerk

Nun gut, wir haben also geklärt, dass sich die Story des Spiels wirklich sehen lassen kann und nicht nur lieblos vor sich hin plätschert. Aber ist wirklich alles so schillernd und wartet am Ende von dem Regenbogen ein Topf voll Gold? Zumindest die erste Frage muss ich leider mit einem klaren „Nein“ beantworten. So gut die Story an sich auch sein mag, so 0815 sind die meisten Nebenquests inklusive einiger Filler-Quests in der Hauptstory, um den ein oder anderen Storystrang miteinander zu verbinden bzw. einen neuen zu starten.

Nicht selten werdet ihr es erleben, dass ihr bei NPC A eine Quest startet, zu Punkt X geschickt werdet, wo NPC A schon auf euch wartet, ihr dort mit diesem interagiert und anschließend euch wieder zum Ausgangspunkt zurückbegebt, um bei demselben NPC die Quest auch wieder abzuschließen. Natürlich wird euch hier der NPC von seinen Sorgen und Nöten berichten, aber preisverdächtig sind diese Erzählungen in aller Regel nun wirklich nicht.

final fantasy xiv minfilia npc

Hier muss man sich ganz klar vor Augen halten, dass es sich um Nebenquests handelt, weshalb man mit gesenkten Erwartungen rangehen muss. Ihr bekommt oftmals Laufwege aufgebrummt, die euch nicht gefallen werden oder ihr müsst 5 Monster töten um … ach, sind wir ehrlich. Ihr kennt das, daher erspare ich euch weitere Ausführungen.

Die große Frage hier lautet einzig und allein: „Sind alle Nebenquests so belanglos?“. Und auch hier ist die Antwort wieder „Nein“. Gerade die Auftragsreihen zu euren Klassen bieten hier wieder einige sehr schön geschriebene Storys. Hier zeigt sich deutlich, dass die Entwickler von Square Enix ein klares Augenmerk auf die wichtigen Punkte im Spiel legen und viele Ressourcen verwenden, damit Spieler an diesen Gefallen finden. Mein ganz persönlicher Tipp: Ob ihr nun den Job des Tanks liebt oder nicht: Die Story des Dunkelritters ist wirklich absolute Spitze!

Klassenkampf: Ich spiele als…

Aber vielleicht möchtet ihr nun wirklich keinen Tank spielen, sondern seid doch eher der Heiler, der die Gruppe am Leben hält. Oder doch lieber der Nahkämpfer? Und wenn ja, welcher genau wollt ihr sein? Dragoon? Ninja? Mönch? Samurai? Ach, jetzt doch lieber ein Caster? Beschwörer vielleicht oder doch lieber Schwarzmagier? Bitte entscheide dich …

NICHT!

Anders als in vielen anderen MMORPGs lässt euch Square Enix die Qual der Wahl und nimmt sie euch sogleich auch wieder. Sicherlich hat jeder von uns schon einmal überlegt, mit welcher Klasse er die Welt retten will. Der tapfere Rittersmann in strahlender Rüstung, der sanftmütige Heiler oder der mächtige Magier, der die Welt um sich herum in Asche legt.

final fantasy xiv 4.4 steine rüstung

Diese Qual habt ihr auch in Final Fantasy XIV, denn immerhin will es gut überlegt sein, mit welcher Klasse ihr startet. Allerdings braucht ihr euch nicht ärgern, wenn euch eure Wahl doch nicht gefallen sollte. Sobald ihr in der Story Level 10 erreicht habt (ca. 4-5 Spielstunden sollte es dauern), stehen euch die drei Anfangsgebiete rund um Limsa Lominsa, Gridania und Ul’dah offen und damit auch alle Klassen. Ja, richtig gehört. ALLE Klassen.

Ihr braucht nicht mehrere Charaktere, um jede Klasse spielen zu können. Ein Charakter reicht vollkommen aus, um Zugriff auf alle Klassen zu erhalten. Im Grundspiel „A Realm Reborn“ wären das:

  • Marodeuer, später Krieger (Tank)
  • Gladiator, später Paladin (Tank)
  • Druide, später Weißmagier (Heiler)
  • Hermetiker, später Gelehrter (Heiler)
  • Hermetiker, später Beschwörer (Magier). Beschwörer und Gelehrter teilen sie die gleiche Startklasse
  • Thaumaturg, später Schwarzmagier (Magier)
  • Schurke, später Ninja (Physischer Nahkämpfer)
  • Faustkämpfer, später Mönch (Physischer Nahkämpfer)
  • Pikenier, später Dragoon (Physischer Nahkämpfer)
  • Waldläufer, später Barde (Physischer Fernkämpfer)

final fantasy xiv rotmagier

Alle weiteren Jobs besitzen keine Anfangsklassen mehr und setzen voraus, dass ihr im Besitz von einem bestimmten AddOn seid. Im Detail wären das:

Heavensward

  • Dunkelritter (Tank)
  • Astrologe (Heiler)
  • Maschinist (Physischer Fernkämpfer)

Stormblood

  • Samurai (Physischer Nahkämpfer)
  • Rotmagier (Magier)

Shadowbringers

  • Revolverklinge (Tank)
  • Tänzer (Physischer Fernkämpfer)

final fantasy xiv job revolverklinge

Wem das aber noch nicht reicht und wer etwas Abstand zu den ganzen Kämpfen gewinnen möchte, der findet seine Passion vielleicht in der Herstellung und Sammeln von Gegenständen. Alle Crafter und Sammler sind direkt mit „A Realm Reborn“ freischaltbar, die da wären:

  • Grobschmied (Crafter)
  • Plattner (Crafter)
  • Goldschmied (Crafter)
  • Gerber (Crafter)
  • Weber (Crafter)
  • Zimmerer (Crafter)
  • Alchimist (Crafter)
  • Gourmet (Crafter)
  • Gärtner (Sammler)
  • Minenarbeiter (Sammler)
  • Fischer (Sammler)

Puh …ganz schön viel, oder? So ganz ohne Details geht es dann wohl doch nicht. Machen wir erst einmal eine Pause.

Freude schöner Götterfunken

Musik bewegt uns. Sie kann uns zum Tanzen animieren, zum Mitsingen, unsere Stimmung aufhellen oder spendet uns Trost, wenn wir einen schlechten Tag haben. Gerade in Videospielen ist Musik ein essentieller Bestandteil, da diese dafür verantwortlich ist, dass die einzelnen Situationen unterstrichen und auf uns übertragen werden.

Gerade weil Musik so wichtig für uns ist und sogar die Jahrhunderte übersteht, ohne in Vergessenheit zu geraten, braucht ein Spiel wie Final Fantasy XIV ebenfalls eine musikalische Untermalung, die uns in ihren Bann zieht. Nun, Beethoven stand dafür aus offensichtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung, aber mit Nobuo Uematsu hat Final Fantasy XIV dennoch ein musikalisches Genie an seiner Seite.

Bereits seit dem ersten Final-Fantasy-Spiel steuert Nobuo Uematsu die Musik für die Franchise bei. Dies und der Umstand, dass die Reihe zu Square Enix gehört, sorgt dafür, dass wir im Spiel selber auch immer wieder Stücke zu hören bekommen, die wir aus alten Final-Fantasy-Spielen bereits kennen.

Im aktuellsten Raid-Content können wir zum Beispiel „Blue Fields“ hören, welchen das Theme der Oberweltkarte aus Final Fantasy VIII ist oder das altbekannte Chocobo-Theme, wenn wir einen Chocobo reiten.

Aber so schön Nostalgie auch ist, so lebt die musikalische Untermalung in einem Spiel natürlich davon, dass sie einen eigenen Weg geht und nicht nur wieder aufgewärmte Kost präsentiert. Und oh Junge, was Final Fantasy XIV so auf Lager hat, braucht sich absolut nicht zu verstecken. Die meiste Zeit bekommen wir „nur“ reine Musik zu hören die thematisch zur jeweiligen Situation passt.

In den Wohngebieten herrscht ein ruhiger und entspannter Ton, während in Kämpfen der Fokus natürlich ganz klar auf Action liegt. Besonders erwähnen muss man hier aber die Kämpfe gegen Primae und Raid-Gegner. Diese kommen in der Regel nicht nur mit einer recht fetzigen Melodie daher, sondern bieten auch noch einen Text, der den Charakter der jeweiligen Primae unterstreicht.

So hält sich der Primae Ravana zum Beispiel für den größten Krieger, was sich schon mit den ersten Worten des Textes „High on high I stand“ bemerkbar macht. Aber es gibt auch durchaus Kämpfe, die aus einem traurigen Anlass entstehen, weshalb hier die Musik ebenfalls thematisch angepasst ist. Obwohl ihr um den Sieg kämpft, begleitet euch kein antreibender Sound, sondern eine melancholische Grundstimmung, die aber auch wieder wunderbar passt.

Final Fantasy XIV bietet so viele unglaublich gelungene Stücke, dass das allein eigentlich schon fast Grund genug ist, dem Spiel eine Chance zu geben. Euren Ohren wird es garantiert nicht langweilig werden!

Für die neuen Spieler

Der folgende Part ist für diejenigen gedacht, die bald zu ihrem Abenteuer in Eorzea aufbrechen wollen. Denn es gibt ein paar Dinge, die ihr unbedingt wissen solltet. Die Veteranen unter den Lesern können also ruhig zur nächsten Überschrift scrollen, ihr werdet nichts verpassen.

Final Fantasy XIV bietet eine tolle Welt und eine interessante Geschichte, aber gerade als Neuling kann einen der Einstieg überfordern und sich auch durchaus zäh gestalten. Daher hier ein paar Ratschläge für euch.

Final Fantasy XIV ist ein MMORPG, welches großen Wert auf den Multiplayer-Teil legt. Sucht euch daher unbedingt eine Freie Gesellschaft (Gilde), der ihr euch anschließt. Die meisten nehmen gerne neue Spieler auf und stehen ihnen bei ihren ersten Schritten zur Seite. Das kann sich dann besonders für euch lohnen, wenn ihr mit Level 15 euren ersten Dungeon freischaltet.

Final Fantasy XIV: PS4

Als Tank oder Heiler werdet ihr sehr schnell einen Invite erhalten, als Damage Dealer kann es locker 10 oder 20 Minuten dauern, bis die Gruppe vollständig ist und ihr den Dungeon betreten könnt. Habt ihr aber eine nette Gesellschaft an eurer Seite, wird sich sicherlich ein Spieler finden, der euch hilft, schnell ein Invite zu erhalten, sodass ihr nicht unnötig lange Wartezeiten vor euch habt.

Die meiste Zeit im Spiel werdet ihr in Kämpfen verbringen. Natürlich ist der Gedanke sehr verlockend, dass man der Krieger des Lichts ist und seine Feinde mit seinen mächtigen Attacken geradezu pulverisiert. Die Wahrheit sieht aber so aus, dass das Kampfsystem zumindest bis Level 50 nicht wirklich viel Action bietet.

Die meisten Attacken sind an einen sogenannten Global Cooldown von ca. 2,3 Sekunden gebunden. Das heißt, dass ihr euren Knopf für den Angriff drückt, dann 2,3 Sekunden wartet und dann den nächsten Angriff folgen lasst. Spannung sieht wahrlich anders aus. Aber lasst euch davon nicht abschrecken, mit der Zeit erhaltet ihr auch einige Attacken, die nicht an diesen Global Cooldown gebunden sind, sodass ihr in diesen 2,3 Sekunden noch ein oder zwei andere Fähigkeiten aktiviert.

final fantasy xiv bahamut mega flare

Diese Fähigkeiten sind immer mit einem eigenen Cooldown verbunden, der wenige Sekunden oder auch zwei oder drei Minuten betragen kann, was aber völlig in Ordnung ist. Im Laufe des Spiels werdet ihr einige Attacken freischalten und auch die Kämpfe werden etwas fordernder, sodass dieser Langeweile-Effekt, den ihr in den ersten Spielstunden mit ziemlicher Sicherheit haben werdet, verschwindet wird. Ihr müsst euch also etwas durchbeißen, aber es lohnt sich. Eure Attacken werden im Laufe des Spiels nicht nur immer stärker, sondern haben dann auch ein paar richtig schicke Animationen.

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, ob Final Fantasy XIV wirklich etwas für euch ist, dann nutzt die Möglichkeit der Free Trial Version. Bis Level 35 könnt ihr komplett gratis spielen. Das heißt, dass ihr bis dahin alle Klassen (inklusive Sammler und Crafter) der „A Realm Reborn“-Version spielen könnt.

Gil (die Währung des Spiels) außerhalb des Spiels zu kaufen ist illegal und kann zur Sperrung des Accounts führen. Mir sind schon häufiger Anfänger begegnet, die mit dem Gedanken gespielt haben, sich Gil zu kaufen, da es leider diverse Seiten gibt, die diesen „Dienst“ anbieten. Macht das bitte nicht, denn es ist nicht erlaubt und kann zur Sperrung des Accounts führen und Square Enix ist bei solchen Sachen nicht zimperlich.

final fantasy xiv tsukuyomi tod

Fragt! Wenn euch einmal etwas unklar ist oder ihr sonst irgendwie Hilfe braucht, habt keine Scheu nachzufragen. Es ist keine Schande, wenn das ein oder andere an euch vorbeigeht. Gerade der Anfang kann aufgrund der vielen Hilfstexte, die gefühlt alle 5 Minuten erscheinen, überfordern, da es ständig etwas Neues gibt. Sich da nicht alles im Kopf zu behalten, ist nur natürlich und haben die meisten Spieler hinter sich. Es braucht euch daher nicht unangenehm sein, wenn ihr etwas vergessen habt.

Ich hoffe, dass euch die paar Tipps etwas den Einstieg erleichtern und ihr so ein paar spaßige erste Spielstunden haben werdet.

Mit Rhythmus grüßt das Murmeltier

Kommen wir nun zum größten Plus-, ähm Schwachpun… der größten Stärke, ich meine Schwäche! Quatsch, was rede ich da. Natürlich zum großen Verkaufsargument….. oder doch eher zum Schandfleck?

Ihr seht, den folgenden Punkt kann man nicht so leicht in eine Schublade stecken, denn er ist meiner Meinung nach die größte Stärke des Spiels und zugleich das größte Hindernis. Die Rede ist von den regelmäßigen Patches. Alle 3 bist 4 Monate kommt ein großer Patch, der neue Inhalte mit sich bringt und die Story vorantreibt und letztlich alles für das nächste AddOn vorbereitet.

final fantasy xiv primals stormblood header

Dabei ist anzumerken, dass die ungeraden Patch-Zahlen (z.B. 4.1, 4.3, 5.1 etc.) oftmals der kleine Bruder von den großen Patch-Arten sind. Hier kommen etwas Story, eine neue Primae und ein paar Sidequests. Während die geraden Patch-Zahlen (z.B. 4.2, 4.4, 5.2 etc.) mehr Content auf Lager hält. Auch gibt es die Inhalte des kleinen großen Patches plus neue Raid-Inhalte, die für Langzeitmotivation sorgen sollen.

Noch erwähnt werden muss, dass der Content dann auch noch gestreckt wird, heißt, es wird zwar schon alles angekündigt, aber gewissen Teile werden erst 3 oder 4 Wochen später nachgereicht, das ist dann z.B. Patch 4.2.1 usw.

  • Positiv daran ist, dass man genau weiß, was einen erwartet.
  • Negativ daran ist, dass man genau weiß, was einen erwartet.

Natürlich hat eine Regelmäßigkeit durchaus seinen Vorteil. Man kann sich bereits ausrechnen, wann ungefähr welche Inhalte kommen werden und wie viel Zeit man für diese veranschlagen möchte. Oder man macht einfach mal eine Spielpause, kündigt sein Abo und weiß bei seiner Rückkehr, was man nachholen muss, ohne vorher stundenlang auf Recherche zu gehen.

final fantasy xiv shadowbringers vertrauenssystem

Diese Regelmäßigkeit fordert jedoch auch ihren Tribut. Man merkt, dass das Entwicklerteam nicht sonderlich flexibel ist und alles einem strickten Zeitplan unterliegt. So kommen echte Neuerungen nur selten vor und sind eher ein Thema für neue AddOns, wo dafür gehörig am Spiel geschraubt wird.

Gerade weil man ungefähr weiß, was auf einen zukommt, ist auch nur selten ein Überraschungseffekt vorhanden, wenn ein neuer Patch ansteht. Ja, man freut sich auf die neuen Inhalte, gerade als Dauerabonnent, aber vom Hocker gerissen wird man in der Regel nicht.

Es ist also tatsächlich ein wenig wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Auf der einen Seite genießt Bill Murray dort erst einmal seine Freiheiten, weil er genau weiß, was am nächsten Tag auf ihn zukommt, doch mit der Zeit wird das allseits Bekannte zum Fluch und er möchte aus dem ewig währenden Trott ausbrechen. Verübeln kann es ihm wohl keiner.

final fantasy xiv eureka hydatos

Ob man also nun die Regelmäßigkeit der Patches als Stärke oder Schwäche ansieht, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich für mich muss sagen, dass es sowohl das eine wie auch das andere ist.

Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt

Neben einer packenden Story und stimmigen Musik ist die Benutzeroberfläche ein weiterer ausschlaggebender Punkt, ob man ein Spiel als angenehm empfindet oder nicht. Auch hier zeigt sich Final Fantasy XIV von seiner positiven Seite, wie ich finde. Ihr könnt euer Layout komplett individualisieren und, sofern ihr wollt, viel Zeit darin investieren, es für euch zu perfektionieren.

final fantasy xiv omega raid kefka

Ihr möchtet, dass euer Erfahrungsbalken euch die Sicht versperrt, indem er mitten im Bildschirm angezeigt wird? Okay, das ist zwar merkwürdig, aber machen könnt ihr es. Ihr habt bereits im Blut, wann ihr welchen Skill drücken müsst und kennt natürlich auch die Tastenbelegung besser als den Jahrestag mit eurem Partner? Na dann blendet euer Kommandomenü einfach aus (aber guckt besser nochmal nach, wann nun der Jahrestag war!)

Final Fantasy XIV überlässt es euch, ob ihr den Bildschirm nun voller Informationen in den verschiedensten Größen zugepflastert haben oder ob ihr auf alles verzichten wollt und alles ausblendet. Es ist eure Wahl. Natürlich könnt ihr letztlich genau wählen:

  • welche Daten der Benutzeroberfläche angezeigt werden,
  • welche nicht,
  • welche Größe sie haben sollen
  • und an welcher Stelle im Bildschirm sie nun angezeigt werden.

Ja, ihr könnt auch einfach alles übereinander legen. Das hilft euch zwar kein bisschen weiter, aber möglich ist es.

final fantasy xiv shadowbringers thancred gunbreaker

Der aber vielleicht größte Pluspunkt an der Benutzeroberfläche ist, dass sie nicht auf den Servern abgespeichert wird, sondern Lokal auf eurem Rechner bzw. eurer PS4. Dies sorgt dafür, dass ihr diese Daten kopieren und auf ein anderes Gerät übertragen könnt. So könnt ihr euch quasi jederzeit an einem anderen PC bzw. an einer anderen Konsole einloggen, ohne die Benutzeroberfläche neu einstellen zu müssen.

Die Welt ist nicht genug

Kommen wir zum letzten Punkt, der für den Spielspaß enorm wichtig ist und ähnlich wie die Patches Stärke und Schwäche zu gleich ist: Die Spielwelt.

Final Fantasy XIV bietet euch die verschiedensten Landschaften. Egal ob Wälder, Wüsten oder verschneite Gebirge, ihr werdet garantiert fündig werden. Zudem sind die Gebiete schön in Szene gesetzt und dank verschiedener Wettereffekte und Tag-und-Nacht-Wechsel jederzeit einen Besuch wert. In dieser Welt könnt ihr:

  • andere Spieler treffen,
  • zusammen wilde Monster vermöbeln,
  • euch bei den zeitlich eingeschränkten Mini-Events, genannt F.A.T.E.S, Belohnungen und Erfahrungspunkte verdienen
  • oder Rohstoffe für eure Crafter abbauen.

final fantasy xiv lakeland gebiet

Auf dem Papier klingt das erst einmal sehr schön und rein von der Optik her ist es das auch, aber leider auch nicht mehr. Die meisten Spieler tummeln sich in den Städten, weshalb diese (gerade Limsa Lominsa) an bestimmten Punkten völlig überfüllt wirken, während es ansonsten kaum Gründe gibt, andere Gebiete zu besuchen.

Natürlich sind die neuen Gebiete nach dem Start eines neuen AddOns gut besucht und ihr seht andauernd andere Spieler an euch vorbeiflitzen, aber sobald der Hype abflaut, geht es wesentlich ruhiger zu. Dann sind oftmals nur noch Nachzügler oder die Sammler unterwegs, aber keine großen Spielermassen mehr und man merkt, dass die Gebiete vor allem eines sind: Schön einsam.

final fantasy xiv shadowbringers Amh Araeng

Ich weiß, dass es für jedes Entwicklerteam eine Herausforderung ist, eine belebte Welt zu erschaffen; für die Entwickler eines MMORPGs vielleicht sogar noch mehr als für die von einem Singleplayer-Spiel. Es ist eben nicht genug, eine Welt zu erschaffen und alle paar Meter Monster zu platzieren, um die Spieler dauerhaft in den Gebieten zu halten, so schön sie auch sein mögen.

Am Ende bin ich mir nicht sicher, ob das aber wirklich ein Nachteil ist. Immerhin kann man so auch mal dem Trubel der Städte entfliehen, wenn man seine Ruhe haben möchte, denn die wird man garantiert in einem der weitläufigen Gebiete finden. Zudem richtet sich das Augenmerk des Spiels auf die Dungeons und Raid-Inhalte und dass die meisten Spieler sich in den Städten tummeln, ist auch nachvollziehbar. Daher ist es vielleicht gar nicht mal so schlimm, dass die Gebiete eines sind: Einsam, aber vor allem wunderschön.

Final Fantasy XIV: Ich hassliebe dich

Langsam wird es Zeit, dass wir uns zum Ende dieser Review begeben und ich mein Fazit ziehe. Schauen wir uns daher nochmal ein paar Plus- und Minuspunkte des Spiels im Überblick an:

+ Sehr schöne Story, die mehr als 0815-Inhalt bietet
+ Ein Charakter für alle Jobs reicht aus
+ Ein überragender Soundtrack
+ Regelmäßge Patches, sodass es immer wieder etwas zu tun gibt
+ Eine frei gestaltbare Benutzeroberfläche
+ Eine sehr schöne Welt

– Die meisten Nebenmissionen sind belangloser 0815-Content
– Der schnelle Zugriff auf die vielen Jobs kann unter Umständen überfordern
– Regelmäßige Patches, sodass das Entwicklerteam nur selten wirklich Neues wagt
– Überfüllte Städte, fast ausgestorbene Umwelt

Ich habe viel Zeit in Final Fantasy XIV verbracht, inzwischen weit über 6000 Stunden. Ich durfte viele Spieler kennenlernen, mit denen ich mich super verstanden habe, einige davon will ich heute nicht mehr missen. Die Musik im Spiel liebe ich einfach abgöttisch und wenn ich mich des Nachts an eine Klippe setze, kann ich Ingame den wunderschönen Sternenhimmel betrachten. Das alles sind wirklich tolle Momente und durchweg positiv.

final fantasy xiv shadowbringers titania concept

Andererseits habe ich aber auch bereits einmal ein Jahr Pause gemacht, da es mir nach den Jahren einfach zu langweilig wurde. Die Updates halten keine Überraschungen bereit und die an sich so schönen Gebiete sind durch ihre Leere fast schon zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Dafür kann ich aber in den Städten keine zwei Meter gehen, ohne dass im Chat mal wieder angezeigt wird, dass Charakter xy ein E-Mote ausführt. Das kann auf Dauer wirklich negativ sein, sodass es sehr an der Motivation zehrt.

Wenn ich nun also Final Fantasy XIV bewerten soll, dann haben wir es hier definitiv mit einer Hassliebe zu tun. Es gibt so viel im Spiel, das ich wirklich klasse finde, aber auch einige Dinge, die mich richtig hart nerven. Aber dennoch überwiegt bei mir der positive Teil bei Weitem.

Wenn ihr also überlegt, ob ihr dem Spiel mal eine Chance geben sollt, dann lautet meine Empfehlung: Verdammt nochmal, JA! Kein Spiel dieser Welt ist perfekt und Final Fantasy XIV ist es bei Weitem auch nicht, aber man merkt, dass das Entwicklerteam sich viel Mühe gibt, dem Spieler ein Spielerlebnis zu präsentieren, das zum Verweilen einlädt. Kommt nach Eorzea, tretet einer Gesellschaft bei, bringt eure Freunde mit und bleibt für das ein oder andere Abenteuer! Es lohnt sich wirklich 🙂

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