Pokémon GO wird in China veröffentlicht – Nach Deal mit lokaler Firma

Anderthalb Jahre nach Start von Pokémon GO soll der mobile Hit jetzt auch in China veröffentlicht werden. Erst standen Sicherheitsbedenken im Weg. Die sind nun nach einem Deal mit dem lokalen Partner Netease wohl ausgeräumt.

Eigentlich ist es schwer zu verstehen, dass ein Land wie China, in dem es so viele Gamer gibt, bisher noch keinen Pokémon GO-Release hatte. Gegenüber der Financial Times erklärte Niantics CEO John Hanke, dass der Launch in China nun doch kommen wird.

NetEase bringt Pokémon GO in China

Zusammen mit NetEase arbeitet Niantic jetzt am Release von Pokémon GO in China. Ein genaues Release-Datum gibt es allerdings noch nicht. Im Interview mit der Financial Times erklärte Hanke: „Wir wollen unsere bereits bestehenden Games in China bringen. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten, Spiele in China zu entwickeln und diese dann für China und den Rest der Welt zu veröffentlichen.“

Die Pokémon GO-Entwickler von Niantic haben kürzlich eine 200 Millionen Dollar „Serie B“-Finanzierung abgeschlossen. Dazu beigetragen hat unter anderen NetEase. Die veröffentlichen in China auch die Spiele von Blizzard wie World of Warcraft oder Hearthstone.

In einer früheren „Serie A“-Finanzierung sammelte das Unternehmen bereits 30 Millionen Dollar. Damals steuerten Größen wie Nintendo, Google, The Pokémon Company zu der Finanzierung bei.

Anfängliche Bedenken aus dem Weg geräumt

Vor etwa einem Jahr berichtete die Nachrichtenagentur „Reuters“ darüber, dass Pokémon GO nicht in China veröffentlicht wird. Grund dafür waren damals einige Sicherheitsbedenken. Die zuständige chinesische Behörde sorgte sich um die Spieler, weil es besonders in der Anfangszeit häufig Unfälle in Verbindung mit dem Mobile Game gab. Spieler schauten mehr auf Ihr Smartphone statt auf die Straße, waren abgelenkt und verursachten dadurch Unfälle.

Sorge machte sich die Regierung auch im geografische Informationen. So wäre die Sicherheit des Landes durch das Spiel gefährdet.

Es scheint, als seien diese Probleme nun aus dem Weg geräumt worden. Möglich wäre, dass Publisher NetEase mit seinen Kontakten zu den chinesischen Behörden für die neue Chance von Pokémon GO auf dem Chinesischen Markt sorgte. Was letztendlich für die Umstimmung sorgte, bleibt fraglich.

Bedenken der Regierung schwinden auffällig oft nach Deals mit China-Firmen

Es fällt auf, dass westliche Firmen es oft schwer haben, ihre Spiele in China zu veröffentlichen, bis sie einen Deal mit einer dort ansässigen Firma abschließen. Dann geht alles plötzlich doch. Das sah man neulich erst bei dem Shooter-Hit PUBG. Erst standen der Veröffentlichung in China schier unüberwindlichen Hürden im Weg, dann machte der koreanische Publisher einen Deal mit dem China-Riesen Tencent und alles war kein Problem mehr.

So ähnlich läuft es jetzt augenscheinlich bei Pokémon GO.

Es bleibt außerdem abzuwarten, ob und wie sich die chinesische Version von Pokémon GO von der uns bekannten unterscheidet. Um den Gesetzen von China zu entsprechen, musste beispielsweise schon das Hack&Slay-Game „Diablo 3“ stark verändert werden. Auch bei diesem Game hat NetEase seine Finger im Spiel. In der chinesischen Diablo 3-Version fließt Öl statt Blut.

Fest steht, dass durch die Entwicklung nun eine große Massen an Spielern der Pokémon GO-Community beitreten wird.

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  • Ich war in der Woche vor Weihnachten auf Hainan. Einer chinesischen Insel südlich des Festlandes.
    Dort war Pokemon Go schon aktiv. Es gab Stops, Arenen und Pokemon. Habe es leider nur vom Hotel WiFi aus erkunden können.