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„Million Man Raid“ – Xbox One hätte beinahe gigantisches Launch-MMO gehabt

„Million Man Raid“ – Xbox One hätte beinahe gigantisches Launch-MMO gehabt

Offenbar gab es mal den Plan, dass die Xbox One mit einem riesigen Action-RPG startet, das voll auf die Cloud setzt. Aus „Stormlands“ wurde aber nichts.

Entwickler Obsidian ist ein erfolgreiches Gaming-Studio, das für wechselnde Publisher arbeitet. Obsidian ist unabhängig – eine Seltenheit heutzutage. Man hat seine Wurzeln im legendären RPG-Studio „Black Isle“, von denen damals Fallout 2, Planescape Torment und Baldur’s Gate kamen.

Das Studio selbst steht für RPGs wie Fallout: New Vegas, Pillars of Eternity oder Tyranny. Für my.com hat Obsidian das Panzer-MMO „Armored Warfare“ entwickelt.

Aktuell ist Obisidan Entertainment mit den Strategie-Experten von Paradox verbandelt, offenbar plant man da ein großes Ding  – jetzt, wo Armored Warfare keine Arbeit mehr macht.

Um das richtig zu promoten, hat man sich die Gaming-Seite Eurogamer für eine Serie über das Studio ins Haus geholt und da kommen nun interessante Dinge ans Licht.

Stormlands – das Spiel mit dem Millionen-Mann-Raid

So hatte Obsidian um 2011 rum den Auftrag von Microsoft, einen Launch-Titel für die XBox One zu entwickeln. Stormlands war ein Spiel mit hohen Ambitionen, das voll auf die Cloud-Technik setzte. Damals hatte Microsoft noch die Idee von einer Xbox, die weltweit unter den Fernsehern der Menschheit setzt und jederzeit auf die unerschöpflichen Mittel der Cloud zugreifen kann.

Das vorgegebene Konzept von Microsoft war: Man spielt ein Action-RPG wie Witcher, sieht dann aber eine riesige Kreatur am Horizont. Während man auf dieses Ding zuläuft, sehen es alle anderen, die das Spiel gerade zocken und laufen auch auf diese riesige Kreatur zu.

Stormlands hätte dann die Spieler in 40-Mann-Raids gepackt und sie gegen diese riesige Kreatur kämpfen lassen. Davon wären Aufnahmen gemacht worden und die hätte man jedem Spieler nach dem Kampf zu sehen gegeben – auf ihn zugeschnitten.

Dieses Feature nannte Microsoft einen „1 Millionen Man Raid.“ Auch wenn Obsidian die genaue Vorgabe nicht wörtlich nahm, verstand man die Idee als Ziel, in welchen Dimensionen man für Stormlands denken sollte.

Xbox one banner

Wie Obsidian erzählt, war das ganze Spiel unfassbar ambitioniert. Microsoft wollte es immer noch eine Ecke größer und innovativer.

Obsidian hatte auch schon das Team zusammen und hat eine ganze Reihe von Schwierigkeiten vor sich gesehen, mit denen man hätte fertig werden müssen:

  • Man hätte eine eigene Engine gebraucht
  • Man hätte sich als Studio mit Singleplayer-Focus um die Multiplayer-Aspekte kümmern müssen
  • und das feste Release-Datum zum Launch der Xbox One wäre auch noch heikel gewesen

März 2012 kam das Ende für Stormlands

Wie der Obsidian-Chef Feargus Urquhart sagt, wäre im März 2012 dann der Telefonanruf von Microsoft gekommen: „Das Projekt ist abgesagt.“ Daraufhin musste Obsidian einige Mitarbeiter entlassen und sich neu aufstellen.

Heute denkt Urquhart, Stormlands ist gescheitert, weil Microsoft “groß träumen wollte”, während Obsidian das Problem hatte, “wie setzen wir das Ding in die Tat um?” Da sei eine Kluft entstanden.

Danach hätte man die Ideen zum Spiel anderen Publishern wie Ubisoft oder 2k vorgestellt – die bissen aber nicht an. Schließlich hat man einige der Ideen im RPG „Tyranny“ verwendet.

Die ganze Story mit allen Pics zum Spiel lest Ihr hier bei Eurogamer auf Englisch. Von Eurogamer stammt auch das Titelbild, das wir verwendet haben.

Mein-MMO meint: Interessante „Was wäre wenn?“-Frage. Nach dem Erfolg von Destiny in 2014 weiß man, dass ein großes Potential für ein Action-MMO auf der Xbox One da war. So ein Titel exklusiv für die Xbox One ein Jahr vor Destiny hätte ein Game-Changer werden können. Aber auch nur, wenn’s ein wirklicher Kracher geworden wäre.

Stormlands hätte die seit Jahren etwas starre MMO-Welt gehörig aufschütteln können. Aber hätte, hätte – es ist anders gelaufen.


Nicht nur mit Microsoft hat Obsidian schlechte Erfahrungen gemacht, auch bei Armored Warfare gab’s wohl einen Dämpfer:

Obsidian arbeitet nicht mehr an Armored Warfare – Insider-Bericht mit Vorwürfen

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.