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WoW, Overwatch: Blizzard verklagt deutschen Bothersteller auf 8,5 Mio $

Dem Zwickauer Bot-Hersteller Bossland geht es an den Kragen. Die Macher hinter Bots für WoW, Diablo und Overwatch werden auf rund 8,5 Millionen US-Dollar verklagt.

Der Spielehersteller Blizzard ist seit Jahren in einem gerichtlichen Konflikt mit der Zwickauer Firma Bossland. Die stellt Cheatprogramme für die populären Games von Blizzard her.

Im einzelnen geht es um Bots für

  • WoW (Honorbuddy)
  • Overwatch (Watchover Tyrant)
  • Diablo 3 (Demonbuddy)
  • Hearthstone (Hearthbuddy)
  • Heroes of the Storm (Stormbuddy)

Lange Zeit schien der Konflikt folgenlos zu bleiben. Es ging in Deutschland von Instanz zu Instanz, ohne dass so Recht Bewegung in die Sache zu kommen schien. In letzter Zeit neigt sich das juristische Pendel aber zugunsten von Blizzard – das merkt auch Bossland.

Zuletzt hatte Bossland finanzielle Schwierigkeiten durch die laufenden Gerichtskosten beklagt und die eigentlich „lebenslangen Lizenzen“, die Kunden für ihre Bots erworben hatte, rückwirkend für abgelaufen erklärt. Kunden mussten sich neue Lizenzen kaufen.

Auch die Bannwellen gegen ihren WoW-Bot kamen zuletzt häufiger. Es sah so aus, als hätte Blizzard Bossland im Visier.

Bossland soll über 8,7 Millionen Dollar zahlen

Jetzt scheint Blizzard zum juristischen Todesstoß auszuholen. Wie die Seite Torrentfreak berichtet, will Blizzard über 8,5 Millionen US-Dollar von Bossland. Diesmal liegt der Gerichtsstand nicht in Deutschland, sondern in den USA: in Santa Ana, Kalifornien.

Die Rechnung ist: Bossland hat in den USA 42.818 Hacks verkauft, die gegen den Digital Millennium Copyright Act verstoßen (DMCA). Um das auszugleichen, will Blizzard pro Verkauf 200$ – für den Preis verkaufe Bossland Jahres-Lizenzen für die Hacks, heißt es. Blizzard will das Geld als Ausgleich dafür, dass Copyright-Rechte verletzt wurden. Die Gesamtsumme beläuft sich, zusammen mit Anwalts- und Gerichtskosten, auf einen Betrag von 8,740,235 US-Dollar und 41 Cent – das sind 8.228.040 Euro und 14 Euro-Cent.

Dieser Sache geht eine längere Gerichtskorrespondenz voraus. Das Gericht hat Bossland angeordnet, auf diese Beschwerde zu antworten und sich zu verteidigen. Bossland hat alle Fristen verstreichen lassen, berichtet Torrentfreak. Blizzard selbst sagt, man verlange nur das „Minimum“, man hätte aus eigener Sicht noch mehr verlangen können. Man nimmt an, Bossland habe mit dem Verkauf deutlich mehr verdient.

Torrentfreak glaubt, da sich Bossland nicht verteidigt habe, sei wahrscheinlich, dass Blizzard eine hohe Summe zugesprochen werde. Ob sie von dem Geld aber wirklich etwas sehen, sei fraglich.

Die komplette Beschwerde vor dem Gerichtsstand hat Torrentfreak hier veröffentlicht.


Mehr zum Konflikt zwischen Bossland und Blizzard lest Ihr hier:

WoW: Februar-Banwelle trifft deutschen Bot Honorbuddy – Blizzard macht Ernst

WoW: Deutschen Bots geht die Puste aus – Honorbuddy in der Krise

QUELLE torrentfreak
Schuhmann

Schuhmann, das L steht für Niveau.

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