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Warum spielt sich Destiny so gut? – Die Tricks der Entwickler

Der MMO-Shooter Destiny sieht sich viel Kritik ausgesetzt. Die Kern-Mechanik, das sogenannte Gunplay, ist allerdings über jeden Zweifel erhaben. Wie hat Destiny das hinbekommen?

Es ist schon faszinierend, mit was sich Spiele-Designer herumschlagen müssen. Sie haben Probleme der Zocker im Blickpunkt, die wir genau fühlen, aber nicht benennen können, selbst wenn sie uns das ganze Spiel verleiden. Und sie arbeiten daran, dass uns diese Probleme nicht begegnen.

Wenn man Hardcore-Spieler über Destiny befragt, warum sie das trotz aller Probleme immer noch und so viel spielen, werden sie sowas sagen wie: „Es fühlt sich einfach gut an.“ Aber warum fühlt es sich denn gut an? Dafür ist etwa David Heslby, einer der Senior Animatoren bei Bungie, zuständig. Der erklärte auf der GDC einige seiner Tricks.

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Die Tricks der Destiny-Entwickler

Kameraführung: Von Boxern abgeschaut

Eines der heikelsten Thema bei Shootern ist die „Kameraführung.“ Wie bewegt sich das Sichtfeld des Spielers, wenn der sich bewegt, und Aktionen durchführt. Bleibt die Kamera starr, wirkt das „falsch“, zu „luftig.“
Wenn die Kamera aber die Bewegungen des Spielercharakters zu stark mitmacht, wird es ruckelig, unruhig. Die Spieler fühlen sich nicht wohl, sondern werden fast reisekrank, gerade wenn sie für so etwas anfällig sind: „Auch wenn nur 10% der Spieler sich unwohl fühlen, verprellt man, wenn man eine Millionen Spiele verkauft, damit 100.000 Spieler“, so Helsby. Deshalb sei die Kamera-Animation so heikel.

Nun könnte man auf die Idee kommen, einfach eine Kamera an einem Läufer zu befestigen und zu gucken, wie der die Welt sieht, wenn er sich bewegt. Doch das ist laut Helsby keine Lösung. Und er muss es wissen, genau das hat er mal probiert.

Destiny

Bei Boxern wurde man dann fündig. Denn die wüssten schon im Vorfeld, über jeden ihrer Schläge Bescheid und positionierten auch den Kopf entsprechend. Wenn ein Boxer zum Schlag ausholt, führt er die Schlaghand auch mit seinem Kopf. Bevor er allerdings den Kontakt zum Gegner herstellt, pendelt der Kopf in die entgegengesetzte Richtung, um eine Balance herzustellen.

Genau das war das Geheimnis, dass die Animationen in Destiny so überzeugend machte. Am besten könne man das im Messernahkampf des Jägers sehen, laut Helsby.

Der Grantentrick: Nur eine statt fünfundzwanzig Animationen

Bei Granaten fand man sich bei Bungie mit einem heftigen Problem konfrontiert: Da hätte man den Granatenwurf mit jeder Waffe „im Hinterkopf“ designen müssen. Immerhin würde man eine Granate ganz anders schleudern, wenn man in der anderen Hand eine Pistole oder einen Raketenwerfer hält. 25 verschiedene Bewegungsabläufe hätte das erfordert.

Doch hier war man bei Bungie einfach clever. Wenn man genau hinsieht, ist die erste Animation, die jedem Granatwurf vorhergeht, dass der Avatar erstmal die Waffe senkt: So machte man aus 25 Animationen, nur eine und die so perfekt wie möglich.

Das Sichtfeld: Einfach mal bisschen tiefer ansetzen

Ein anderes Geheimnis verriet Helsby ebenfalls: „Wenn man einen Shooter designet, will man das Fadenkreuz als erstes genau in die Mitte des Bildschirms packen.“ Doch wenn man es ein wenig tiefer setze, öffnen sich oberhalb und an den Seiten Sichtfelder, die eine periphere Sicht ermöglichen.

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Mehr über die Geheimnisse von Bungies-MMO Shooter findet Ihr auf unserer Destiny-Themenseite. Und … es gibt auch noch eine andere Theorie, warum Destiny so hervorragend funktioniert: Basiert die Erfolgsformel auf Tests mit Ratten?

QUELLE Polygon
Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.