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Jürgen Pubg

PUBG, H1Z1, Fortnite – Warum ist Battle Royale 2017 der Spiele-Trend?

Battle-Royale-Spiele sind das Thema der Stunde. Seit dem enormen Erfolg von PlayerUnknown’s Battlegrounds ist die Battle Royale beliebt wie nie. Doch was macht den Reiz von Games wie PUBG, Fortnite: Battle Royale und H1Z1: King of the Kill aus?

Das Genre „Battle Royale“ bezeichnet Spiele, in denen eine große Anzahl von Spielern, meist 100 oder noch mehr, unbewaffnet in einem großen Areal ausgesetzt wird.

Dort müssen sie erbarmungslos ums Überleben kämpfen. Dazu liegen allerlei Waffen und Ausrüstung herum, beispielsweise Äxte, Messer, Pistolen, Schrotflinten und Scharfschützengewehre. Wer – je nach Spielmodus – am Ende als Einzelspieler oder Team überlebt, hat gewonnen.

Battle Royale? War da nicht mal was im Fernsehen?

Die Idee zu dieser Art Spiel stammt ursprünglich aus dem Roman „Battle Royale“ aus Japan. Der Roman wurde später blutig und erfolgreich verfilmt.

In Battle Royale wird das brutal selektive Schulsystem Japans zu einem Kampf um Leben und Tod überspitzt. Während sich im realen Leben die Schüler um  Studienplätze und Karriere-Positionen streiten, geht es beim Schulausflug ums Überleben.

Hier werden Verlierer nicht im Rennen um die Top-Jobs abgehängt, sondern abgeschlachtet. Schüler kämpfen im Rahmen eines unmenschlichen Regierungsprogramms ums nackte Überleben.Battlegrounds-neue-skins-05

Die ebenfalls populäre Buchserie „The Hunger Games“ (deutsch „Die Tribute von Panem“) behandelt ein ähnliches Thema. Dort morden sich auserwählte Kandidaten medienwirksam auf einer einsamen Insel, um am Ende Fresspakete für ihre hungernde Heimat zu organisieren.

Der PUBG-Siegesspruch „Winner Winner, Chicken Dinner“ ist hier wörtlich zu nehmen.

Warum ist Battle Royale als Game-Genre so geil?

Was auf der Leinwand oder in Buchform gut klappt, kann 2017 Spielprinzip riesige Erfolg feiern.

Das kam aber nicht über Nacht, sondern ist ein Nischen-Trend im Gaming, der sich über Jahre aufgebaut hat. Der ganze Spaß begann mit dem Modder Brendan Greene, besser bekannt als „PlayerUnknown“. Er schrieb damals Battle-Royale-Mods für die Militär-Shooter Arma 2 und Arma 3.H1Z1-Unterhosen

Anfang 2016 arbeitete Greene im Auftrag von Sony am PvP-Modus „King of the Kill“ vom Zombie-Survival-Game H1Z1.

Jetzt entwickelt Greene mit großem Erfolg das nach ihm benannte PUBG für die koreanische Firma Bluehole. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Das jüngst gestartete Fortnite: Battle Royale will ebenfalls etwas vom Kuchen abhaben.

Doch warum macht es so viel Spaß, sich gegenseitig auf einer Insel umzubringen? Was ist das Erfolgsgeheimnis von PUBG & Co.?

Battle-Royale-Games sind extrem spannend!

Der Anfang und das Ende einer typischen Runde in PUBG oder H1Z1 sind an Spannung nicht zu überbieten.

Zu Beginn werdet ihr quasi nackt ausgesetzt. Schon beim Absprung mit dem Fallschirm seht ihr eure Mitspieler und Feinde unheilvoll hinab segeln. Noch ist man sicher, aber sobald die Füße den Boden berühren, ist das Gemetzel eröffnet und jeder ist Freiwild!Battlegrounds-test-01

Jetzt gilt es, so schnell wie möglich eine Waffe zu finden, sonst kann man nur verzweifelt mit dem Fäustchen wedeln, während der Gegner womöglich eine 9mm oder eine Schrotflinte ergattert hat und einen hämisch lachend wegpustet. Das war’s dann erstmal mit dem Chicken Dinner!

Noch extremer geht es am Ende einer Runde zu. Wie in Battle-Royale-Games üblich wird das Spielfeld mit fortschreitender Spielzeit immer kleiner und enger. Am Ende sind die letzten Spieler auf engstem Raum eingepfercht, meist schwer bewaffnet und zu allem bereit!

Wer hier die Nerven behält und systematisch oder mit viel Glück den Feind erledigt, hat sich das Chicken Dinner wahrlich verdient!Battlegrounds-test-07

Battle-Royal-Games schreiben ihre eigenen Storys!

Das Spieldesign eines typischen Battle-Royale-Spiels wie PUBG oder H1Z1 ist recht einfach. Es gibt keine Story, keine NSCs, keine großen Interaktionsmöglichkeiten mit der Spielwelt. Es geht ja schließlich „nur“ darum, sich gegenseitig zu killen.Battlegrounds-Faustkampf

Daher geht jede Form von Erzählung und Dramatik von den Spielern aus. Das ist „Emergent Gameplay“, das sonst eher in komplexen Sandbox-Spielen wie Eve Online vorkommt. Gerade PUBG ist daher reich an absurden und oft irre witzigen Situationen und Begebenheiten:

Battle-Royale-Games sind optimal für Streamer!

Spiele, die man gut auf Twitch und Co. streamen kann, sind in der heutigen Gaming-Landschaft klar im Vorteil und das Battle-Royale-Genre ist dafür ideal geeignet. Gerade PUBG wurde vor allem über Streamer berühmt und erreichte so beachtlichen Erfolg.H1Z1-Psychopathen

Eine typische Battle-Royale-Runde besteht normalerweise aus nervenzerfetzender Action und dazwischen ordentlich Leerlauf. Gerade diese Zeit kann ein Streamer optimal überbrücken und dabei Witze reißen oder Anekdoten erzählen. Wenn dann wieder etwas Spannendes passiert, kann man die Zuschauer mit seinen Schießkünsten (oder seinem spektakulären Versagen) unterhalten.

Battle-Royale-Games sind ideal für Teamplayer!

In einem Battle-Royale-Game müsst Ihr nicht immer als Einzelkämpfer antreten. Es gibt oft Modi für Teams, meist als Zweier-Truppe oder 4er-Squads. Im Team machen Spiele wie PUBG oder Fortnite noch mehr Spaß!

Das Spielgefühl ändert sich dann grundlegend. Wo man vorher noch rücksichtslos alles aufgesammelt hat und sich alle Spieler einander spinnefeind waren, gilt es jetzt, als Team zu handeln und zu planen.

Daher müsst ihr eure Ausrüstung sinnvoll aufteilen und Strategie und Taktik anwenden, wenn ihr das Chicken Dinner haben wollt. Wer nur planlos rumrennt und alles einschiebt, geht gnadenlos unter.

Jürgens Fazit: Darum liebe ich Battle Royale!

Wir stehen auf Battle Royale! Aber Cleo spielt nur mit Mäusen und gewinnt immer!

Spätestens seit ich den berüchtigten Battle-Royale-Film gesehen habe, bin ich ein großer Fan des Genres.

Die Idee, allein irgendwo ausgesetzt zu sein und ums Überleben kämpfen zu müssen, hat etwas zutiefst verstörendes aber auch faszinierendes. Daher schlagen Spiele wie PUBG eine Saite in mir an, wenn ich kurz nach dem Start unaufhaltsam der Erde entgegen schwebe und schon meine späteren Todfeinde um mich herum landen sehe.

Der Nervenkitzel in den ersten Minuten ist kaum zu beschreiben und gehört zu den Highlights meiner bisherigen Spielerfahrung. Ein gewöhnliches Shooter-Deathmatch wie in Paladins oder Call of Duty kommt da niemals heran. Im Team wird diese Dauer-Panik durch die anwesenden Kameraden zwar etwas gemildert, dafür gibt’s das unbeschreibliche Gefühl, Teil einer coolen Killer-Truppe zu sein.

Daher kann es meiner Meinung nach gar nicht genug Battle-Royale-Spiele geben, solange jedes einen eigenen Flair ins Genre bringen. Beispielsweise Fortnite mit seiner zerstörbaren Umgebung, dem höheren Tempo oder den baubaren Gebäuden. Und Konkurrenz soll ja bekanntlich das Geschäft bereichern.

Dennis Zühlke meint: Battle-Royale trifft momentan den Nerv der Zeit.

Ich liebe es, wenn hunderte von Spielern ums nackte Überleben kämpfen. Und wenn dann nur noch eine Hand voll an Leuten überbleiben – Wow, ist das ein Feeling!pubg-fan-film

Ich bin derzeit an PUBG dran und spiele es seit dem Kauf konstant. Zwar stirbt man oft, aber wenn man dann mal Sieger wird, belohnt euch PUBG mit einem großartigen Erfolgserlebnis. Dabei stört es mich auch nicht, dass mehrere Entwickler gerade auf den Zug aufspringen. Hauptsache, sie bringen ihre eigenen Elemente mit ins Spiel.


Was haltet ihr von Battle-Royale-Games? Seid ihr ebenfalls begeistert oder findet ihr das Spielprinzip ermüdend und lahm?

Verpasst nicht unsere Anspiel-Artikel zu PlayerUnknown’s Battlegrounds oder Fortnite: Battle Royale!

Jürgen Stöffel

Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.