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Warframe: Free2Play-Spiele schaden Shootern wie Titanfall 2, CoD oder Watch Dogs 2

David schlägt Goliath ein blaues Auge

Das Free2Play-MMO Warframe sieht sich auch dafür verantwortlich, dass große FPS-Franchises in der Krise sind.

Wir haben kürzlich über den Höhenflug von Warframe berichtet. Bei den Space Ninjas hat man dreieinhalb Jahre nach Release Höchstzahlen auf Steam erreicht. Im Fahrwasser des Updates “The War Within” geht es dem selbsternannten Underdog blendend und er ist obenauf.

Warframe: Virale PR und Content-Patches statt Werbung

Meridith Braun, eine Sprecherin für Warframe, führte ein Interview mit GameIndustry, in dem es um den überraschenden Erfolg des Titels ging. Warframe glaubt daran, dass es mehr bringt, gute Arbeit abzuliefern als einen Haufen leere Werbung zu schalten. Nichts gehe über „Mund zu Mund“-Propaganda. Die Spieler hätten rasch kapiert, dass Warframe ein Herzensprojekt sei. Der letzte, verzweifelte Versuch eines Studios mit wenig Geld noch was zu reißen.

warframe-rotAus der Not habe man eine Tugend gemacht, nicht in Marketing investiert – dafür war kein Geld da. Stattdessen habe Warframe versucht, viral Aufmerksamkeit für das Spiel zu erzeugen: über Live Streaming, soziale Medien, Reddit und PR.

Später habe man festgestellt, dass es mehr bringe, richtige Updates und Verbesserungen zu veröffentlichen, offen mit der Community umzugehen, als sein Geld in die Akquisition neuer Spieler zu investieren. Dafür gäben viele Free2Play-Games einen Großteil ihres Budgets aus, so Braun.

callofdutywarfare

In der Krise: Call of Duty

Zu Warframe wären neue Spieler über „Mund zu Mund“-Propaganda von selbst gekommen, als sich herumsprach, dass Warframe mit der Zeit immer besser werde. Als man mehr Geld hatte, konnte man auch auf klassische Akquise setzen.

Free2Play-Welle von erstklassigen Spielen wie Paladins, Paragon, Warframe

Auf die „Shooterkrise“ von Titeln wie Call of Duty, Titanfall 2 oder Watch Dogs 2 angesprochen, sagt die Sprecherin von Warframe: Sie glaube schon, dass die F2P-Welle von erstklassigen Titeln wie Paragon, Paladins oder auch Warframe selbst dafür sorge, dass die großen Shooter-Franchises nicht mehr so begehrt sind wie früher.

Man störe das klassische “Retail”-Modell dieser großen Titel.

warframe1Die neuen Free2Play-Games stoßen in die lange Lücke zwischen den dicken Releases vor, kriegen jetzt auch mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung. Hochwertige Free2Play-Titel seien beständig im Aufschwung. Sie bissen sich ihren Teil des “Spielemarkt”-Kuches ab.

[pullquote]The continued rise of AAA-quality, free-to-play games coming to market – and their ability to fill the long gaps between large IP releases – is taking a bite out of the big game market.[/pullquote]

Mit „kostenlos“ zu konkurrieren, sei schwierig, wenn auch die Free2Play-Games so wertig seien wie die großen Produktionen. Es liege in der Natur von Free2Play-Spielen, sich durch Updates und neuen Content regelmäßig zu verbessern. Sie seien leichter und flexibler angelegt, könnten so schneller auf die Bedürfnisse des Markts reagieren.

Paladins Heroes Champions

Paladins – auch eines der Free2Play-Juwele.

Free2Play-Spiele – Nicht alles Gold, was gänzt

Mein MMO meint: Die Erfolgsgeschichte von Warframe ist beachtenswert. Klar, sie tuten hier kräftig ins eigene Horn und singen das Loblied auf “Free2Play”-Spiele. Wenn man das so liest, fragt man sich, warum überhaupt noch jemand ein Spiel kauft. So einfach ist das nicht. Free2Play-Spiele haben mit überzogenen Preisvorstellungen für Items in ihren Cash-Shops, mit Tricks und gebrochenen Versprechen in der Vergangenheit viel guten Willen der Spieler aufgebraucht.

Wenn man Stunden in einem Spiel verbringt und dann erst merkt, dass man jetzt kräftig zahlen soll, um weiterzumachen oder mithalten zu können, verprellt das viele Kunden. Diese Erfahrung fürchten viele Spiele, wenn sie sich auf ein neues “Free2Play”-Game einlassen.

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Paragon gilt als eines der kommen Free2Play-Games.

Umso schöner, wenn einige wirkliche Top-Titel jetzt auf den Markt drängen und auch mit “fairen” Bezahlsystem das verbrannte Vertrauen wieder aufbauen. Denn nur so sind langfristige Erfolgsgeschichten wie bei Warframe überhaupt möglich.


Die Shooter-Krise im Herbst 2016 hat viele Ursachen – auch Shooter-MMOs wie Destiny oder The Division sollen dafür verantwortlich sein:

Analyst: Destiny und The Division schaden CoD, Titanfall 2 und Watch Dogs 2

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.