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Warframe: “The War Within” zeigte mir, was Hilflosigkeit bedeutet!

Warframe: “The War Within” zeigte mir, was Hilflosigkeit bedeutet!

Warframe ist ein Spiel, in dem man als übermächtiger Space-Ninja Gegner im Dutzend schnetzelt und über den Haufen ballert. Doch in der Quest „The War Within“ drehen die Entwickler den Spieß um und zeigten mir, was pure Hilflosigkeit bedeutet! Lest hier, warum Warframe gerade dadurch ein noch besseres Spiel für mich wurde!

Achtung: Der folgende Text enthält ab jetzt fette Spoiler zur Story von Warframe!

Warframe sorgte mit der berühmten Quest „The Second Dream“ dafür, dass die Spieler reihenweise mit offenen Mündern vor den Bildschirm saßen. Endlich wurde das Geheimnis der Tenno und der Warframes gelüftet. Eure Charaktere waren seltsame Kinder, die durch die Energie des „Void“ mit bizarren Superkräften ausgestattet waren. Ihre ungeheure Macht kanalisieren sie mit Hilfe von ferngesteuerten Warframe-Kampfanzügen.

Nachdem ich nun wusste, wer die Tenno wirklich sind, war Warframe für mich eine andere Spielerfahrung. Doch mit der Nachfolgequest „The War Within“ wurde das spielverändernde Erlebnis aus „The Second Dream“ zumindest für mich nochmals übertroffen!

Warframe-Lotus

Eine düstere Vorahnung

The War Within beginnt bereits mit einer schaurigen Szene, in der seltsame weibliche Wesen in rötlich schimmernder Dunkelheit davon sprechen, dass die „Träumer“ (also die Spielercharaktere) nun erwacht seien und bald zu ihnen kämen. Doch anstatt sich zu fürchten, sieht die ältere der beiden Gestalten die Ankunft der in “Second Dream” erwachten Tenno wie „die Erfüllung eines Gebets“.

Was haben diese seltsamen, an futuristische Hexen erinnernden Gestalten nur vor?

Die schauerliche Kuva-Festung

Bald schon sollte das angedeutete Grauen aus dem Trailer Wirklichkeit werden. Im Laufe einer längeren Questreihe verfolge ich den mysteriösen Krieger Teshin und stoße auf eine gewaltige Asteroiden-Festung der Grineer. Dort sind extra-garstige Klon-Soldaten in roten Rüstungen unterwegs und ein schauerlicher Soundtrack zeigt schon, dass die sogenannte „Kuva Festung“ etwas Besonderes ist.

Was hat Teshin nur vor?

In der Festung folgt eine längere Infiltrationsmission, die mich tief ins Herz des Bollwerks führt. Dort endlich treffe ich in der schaurigen roten Kammer aus dem Intro auf Teshin. Und auf die Grineer-Königinnen! Wie bei allen Gegnern in Warframe haben hier die Designer wieder mal ganze Arbeit geleistet.

Eine der Königinnen sieht aus wie eine Mischung aus einer der abscheulichen Hexen aus The Witcher und einer Cyborg-Schlange. Die andere Königin ist ein groteskes Kind-Wesen, das zugleich mädchenhaft und abstoßend ist und „Wurm“ genannt wird.

Space-Ninjas und ihre Grenzen

Doch das ist noch nicht Mal das Schlimmste an der ganzen Sache! Teshin scheint den Königinnen zu dienen und sollte mich nur herlocken. Allerdings hat er es wohl verkackt, denn die jüngere Königin keift ihn an, dass sie doch mich als das “Waisenkind” und nicht als die “verseuchte Marionette” wollte. Also im Klartext: Sie will den wehrlosen Operator und nicht die von ihr gesteuerte Warframe.

Die ganze Szene ist extrem bedrohlich und die beiden Königinnen scheinen sich überhaupt nicht vor mir und meinem hochgerüsteten und bis an die Zähne bewaffneten Valkyr-Warframe zu fürchten. Dabei habe ich schon Tausende von Grineer erschlagen und schon mächtige Bosse wie General Sagas Ruk, Captain Vor und Tyl Regor auf dem Gewissen. Was können mir ein paar hässliche alte Vetteln groß anhaben?

Doch bevor ich mich den grausligen Königinnen mit Wumme und Schwert stellen kann, hebt die ältere Queen ein obskures Zepter und kappt die Verbindung zwischen Warframe und Operator!

Ich bin doch nur ein hilfloses Kind!

Ohne ihren Operator, der sie von weitem steuert, sind Warframes nur leblose, biomechanische Hüllen. Und ohne Warframes sind Operator nur verängstigte Space-Kiddies! Das wird mir gerade bewusst, als mein Operator gewaltsam aus seinem goldenen „Thron“, der Warframe-Steuereinrichtung, katapultiert wird.

Ordis, meine neurotische Schiffs-KI, bittet mich panisch darum, schnell die Maschinerie mit meinen „Void-Kräften“ neuzustarten. Doch anstatt einen mächtigen purpurnen Energiestrahls wie zuletzt in „Second Dream“ bekomme ich nur ein lächerliches Gefitzel zustande! Ich bin nicht nur ein Space-Kiddy ohne Warframe, ich bin auch ein völlig nutzloses Space-Kiddy ohne krasse Space-Superkräfte!

Das sieht auch Ordis wohl so, denn laut Protokoll ist ein Operator, der nicht als Operator arbeiten kann, ein Eindringling. Daher initiiert Ordis eine „Säuberung“. Zum Glück kann er nur mit läppischen Mini-Attacken einer Schwebedrohne angreifen, aber auch das kostet beständig Lebenspunkte! Ich fliehe panisch durch das Schiff, das vor kurzem noch Heimat war.

Das Schiff, das ich in vielen Stunden liebevoll dekoriert und ausgestaltet habe. Das Schiff, in dem ich Dutzende von Kubrows und Kavats gezüchtet habe. Einst war es Heimat, jetzt will es mich ausmerzen wie ein lästiges Ungeziefer!

Der lange Marsch

Mit letzter Kraft schaffe ich es ins Cockpit des Schiffs und werde irgendwo in einem verschneiten Bergpass abgesetzt. Mühsam stapft mein armes Operatorlein, nur mit einem spacigen Anzug bekleidet, durch den hüfthohen Schnee.

Wie sie so frierend und zitternd im Schnee steht, wirkt mein Operator extrem hilflos und verwundbar. Der Kontrast zum ehemals mächtigen Tenno, der mit Warframe und Waffen reihenweise Gegner umnietet, könnte nicht größer sein!

Als Tenno war selbst der Weltraum kein Hindernis, hier scheint es, als wenn mein Operator in ein paar Minuten elends an der Kälte zu Grunde geht! Ich muss also schnell weg und ins Warme kommen!

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreiche ich eine Höhle mit alten Orokin-Ruinen und höre die Stimme von Teshin, der mir kryptische Ratschläge erteilt. Doch kann ich ihm trauen? Immerhin ist er überhaupt erst schuld an dem Dilemma!

„Warum muss der goldene Schlund auch noch gefräßig sein?“

Die alten Ruinen hätte ich als flinker Warframe locker mit Doppelsprung und Wall-Run in Sekunden erkundet. Als schwächliches Kind hingegen falle ich nach einem unvorsichtigen Tritt in ein Loch und jage mir dabei auch noch irgendwelche Knochensplitter durchs Bein! Toll, jetzt bin ich noch langsamer und unbeholfener!

Doch es kommt noch schlimmer. Ich stehe auf einer Insel in einem Meer aus Knochen und irgendwas bewegt sich in diesem Meer aus bleichen Gebeinen! Was ist das? Und warum liegen hier überall Knochen? Es müssen Tausende sein!

Teshins Worte machen es nur noch schlimmer „Hüte dich vor dem gefräßigen, goldenen Schlund!“

„Warum muss er ausgerechnet gefräßig sein?“ merkt mein armer Operator dazu fatalistisch an …

Doch es hilft nichts, ich muss da irgendwie durch. Doch ich komme nicht weit! Weil mein verletzter Operator so unglaublich langsam ist und auch keine meterweiten Doppelsprünge beherrscht, schießt – kaum, dass ich das Knochenfeld betreten habe – ein mechanisches, goldenes Monster aus dem Boden und zerfleischt mein armes Space-Kiddy auf grausige Art!

Zwar erlaubt das Spiel einen Neustart auf der Insel, doch das Gefühl von absoluter Hilflosigkeit ist jetzt auf dem Höhepunkt! Ich will nur noch weg von hier! Will nur noch raus aus dieser grausigen Höhle voller Knochen und tödlicher Gefahren!

Der Weg des Helden!

Doch es geht aufwärts! Nach einigen weiteren grausamen Toden bin ich endlich vorübergehend in Sicherheit und finde dank Erinnerungsfragmenten und Teshins Tipps in den alten Ruinen zu alter Stärke zurück. Doch es kommt noch besser, ich lerne weitere Void-Kräfte, die ich vorher gar nicht hatte.

So kann ich plötzlich Wände einreißen und mich kurzzeitig teleportieren. Ich kann mich unsichtbar machen und am Ende sogar meinen Willen in die grausigen goldenen Schlünde transferieren und sie fernsteuern!

Ich bin zwar immer noch ein kleines Space-Kind, aber ich bin jetzt ein Space-Kind mit mächtigen Superkräften! Die Wandlung sieht man auch an der Haltung des Operators. Wo sie zu Beginn noch eingeschüchtert durch die Ruinen geschlichen ist, schreitet sie nun selbstbewusst durch die mit Knochen und Staub gesäumten Korridore.

Die Schrecken der Ruinen haben keine Macht mehr über mich. Wenn ich will, kann ich sie mit der Kraft meines Geistes zerschmettern!

Rache, süße Rache!

Mit meinen neuen Kräften kann ich mich wieder zurück in mein Schiff transferieren und es scheint, als wäre überhaupt keine Zeit vergangen, seit ich aus dem Steuermodul geworfen wurde. Und bevor Ordis völlig ausflippt, starte ich einfach die Maschine neu und finde mich wieder im vertrauten Leib meiner Valkyr-Warframe, mit der die hässliche Queen gerade ihren Schabernack treiben will!

Doch jetzt ist mal gut hier! Ich habe die Schnauze voll von der Königin und es folgt ein wildes Gefecht. Dabei kämpfe ich sowohl als Warframe als auch als Operator. Dank meiner Kräfte über Zeit und Raum kann ich jederzeit als Super-Space-Kid auftauchen und Gegner mit meinen Void-Kräften traktieren. Dann transferiere ich mich zurück in die Warframe und gebe den wehrlosen Feinden den Rest.

Am Ende trage ich den Sieg davon. Die kleine „Wurmkönigin“ flieht in Panik, die ältere Schwester haucht dank einem dicken Loch in der Brust am Ende ihr unheiliges Leben aus. Und Teshin, der aufgrund von alten Verpflichtungen der Königin dienen musste, ist nun von seinem Schwur befreit und wieder auf meiner Seite.

„Per Aspera ad Astra“

Am Ende kehre ich als Operator zurück zu dem einsamen Bergpass auf der Erde. Zurück zu dem Ort, wo ich als kleiner, frierender Wicht eine dunkle Höhle betrat und als mächtiger Krieger wieder zu den Sternen aufstieg.

Teshin wartet auf mich und übergibt mir das Zepter der Grineer-Königin. Ich bin nun stärker und mächtiger als je zuvor. Geläutert durch die Mühsal in den Kavernen ist mein Tenno nun ein noch stärkerer Kämpfer und ganze Skillbäume von neuen Fähigkeiten und Features erwarten mich!

Wieder einmal hat Warframe es geschafft, mit nur einer Quest das Spielgefühl des Games radikal zu ändern.

Ich kann kaum erwarten, was als nächstes kommt!


Wenn ihr die Gefühle einer neuen Spielerin kennenlernen wollt, die Warframe zum ersten Mal spielt, dann verpasst nicht unseren Artikel mit dem Titel „So wurde ich in Warframe Space Ninja aus Leidenschaft!

Jürgen Stöffel

Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.