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Star Wars: Battlefront im Test – Der laue Krieg der Sterne

PC PS4 Xbox One

Star Wars: Battlefront ist da und wir haben seit dem Release viele Stunden mit der PC-Version verbracht, um euch unseren Test zu kredenzen.

Eines vorweg: Derzeit gibt es Berichte im Internet, nach denen Electronic Arts offenbar für positive Berichterstattung zu Star Wars: Battlefront Geld fließen lässt. Wir haben kein derartiges Angebot bekommen und testeten das Spiel völlig unbefangen!

Star Wars: Battlefront – lange habe ich nach vielen Spielstunden überlegt, wie ich an diesen Test herangehen soll. Es wurde schon so viel darüber geschrieben, alle Modi vorgestellt und derzeit steht das Spiel auch nicht in dem Licht da, in dem Electronic Arts es am liebsten sehen würde. Die essentielle Frage ist doch aber: Macht es Spaß? Und genau darauf möchte ich eingehen.

Kampf im Krieg der Sterne

Star Wars Battlefront Endor Review

Wie groß ist der Spielspaß in Star Wars Battlefront? Steigen wir ein im Wald von Endor…

Als Rebellensoldat verstecke ich mich hinter dem großen Stamm eines Baumes auf dem Waldmond Endor. Die Schüsse der imperialen Blaster sind von weitem zu hören. Meine Kollegen liefern sich heiße Gefechte mit dem Feind. Eine Explosion erschüttert den Waldboden. Ich bleibe ruhig, denn ich habe meine Aufgabe. Auch, als imperiale Scout-Trooper auf ihren Speeder Bikes an mir vorbeiflitzen, verlasse ich meinen Posten nicht. Dort, das mechanische Stapfen verrät, dass sich mein Ziel nähert. Der überdimensionale “Kopf” des AT-ST kommt in Sicht. Ruhig jetzt.

Star Wars Battlefront Fracht

Mittendrin, statt nur dabei. An einigen Stellen ist es so, als wäre man gerade in einem Star Wars Film.

Ich lege den Raketenwerfer an und beginne zu zielen. Jetzt! Freie Schussbahn! Das explosive Geschoss rast auf den Kampfläufer zu. Die Explosion lässt ihn schwanken, doch die Panzerung ist zu stark. Schnell lade ich nach, denn mir bleiben nur wenige Sekunden, bevor ich entdeckt werde. Ein Schuss noch… Eine gewaltige Explosion reißt mich von den Füßen und schleudert mich ins Gebüsch. Der AT-AT, der sich von hinten genähert hatte, hätte mir auffallen sollen… Nun liegt es an den anderen, das Imperium zu stoppen – zumindest, bis ich respawne und eine neue Rolle im Kampf einnehmen kann.

Umwerfende Optik

Star Wars: Battlefront versetzt euch in die Schlachten aus der originalen Star-Wars-Trilogie, wie dies bisher noch kein anderes Star-Wars-Spiel getan hat. Dies liegt an der Präsentation. Optisch wird beinahe schon Fotorealismus geboten.

Star Wars Battlefront Systemanforderungen

An der Grafik gibt es nichts auszusetzen, sondern im Gegenteil. Sie ist sehr gut getroffen.

Die Modelle, Animationen, Texturen und Lichteffekte lassen das Spiel in manchen Situationen so aussehen, als wäre es ein spielbarer Film. Hinzu kommen die bekannten Soundeffekte und die mitreißende Musik. In Sachen Präsentation und Atmosphäre haben Electronic Arts und DICE ganze Arbeit geleistet.

Bei den Bodengefechten kann sich auch die Shooter-typische Steuerung sehen lassen, die mit Maus und Tastatur hervorragend funktioniert. In den Luftgefechten sieht dies etwas anders aus, worauf ich später eingehe. Star Wars: Battlefront spielt sich sehr schnell und eingängig, was zu flotten Gefechten führt. Diese finden auf diversen Maps statt, darunter der Wüstenplanet Tattooine, der Waldmond Endor, der Eisplanet Hoth und der Vulkanplanet Sullust. Jede Map verfügt über Eigenheiten, die man taktisch in den Gefechten nutzen kann – ganz so, wie man das von anderen Online-Shooter gewöhnt ist.

Star-Wars-Atmosphäre auf einem Standard-Shooter-Gerüst

Und genau das ist es, was das Spiel trägt. Leider müsste man schon fast sagen. Denn eigentlich sollte ein Spiel von den Mechaniken, dem Spielprinzip, der Langzeitmotivation mitgetragen werden, doch genau da schwächelt Star Wars: Battlefront. Zu austauschbar sind sind die einzelnen Spielmodi. Zu wenig Langzeitmotivation wird geboten.

Star Wars Battlefront Gameplay

Ob ein etwas komplexeres Gameplay gut getan hätte?

Hinzu kommt ein eindeutiger Fokus auf Casualspieler. Denn wer komplexe Mechaniken erwartet, der liegt hier falsch. Hier steigen keine Charaktere auf, es gibt keine Spawnpunkte, die man taktisch wählen kann, es finden keine Schlachten über bestimmte Territorien statt. Star Wars: Battlefront ist dazu ausgelegt, schnelle Gefechte in kurzweiligen Modi zu bieten. Und kurzweilig sind sie.

Star Wars Battlefront Vorherrschaft Massenschlachten

Die Vorherrschaft lässt ein Gefühl von Star Wars typischen Massenschlachten aufkommen: Das macht Spaß.

Fracht ist ein netter Capture-the-Flag-Ersatz, in Droidenalarm sorgt man dafür, dass alle Droiden auf der Karte in die eigene Basis wandern. Gefecht ist das klassische Deathmatch und Jägerstaffel lässt euch hoch über den Planetenoberflächen Gefechte in Raumschiffen ausfechten. In Abwurfzone kämpft ihr um abgestürzte Rettungskapslen. Diese Modi sind schon lustig und machen Spaß, doch auf Dauer motivieren sie einfach nicht. Hier kommen dann schon eher die Modi Kampfläufer-Angriff und Vorherrschaft zum Einsatz. In diesen sind mehr Spieler unterwegs, was das Gefühl einer größeren Schlacht aufkommen lässt und sie dauern länger, da die Karten größer sind.

Helden vs. Schurken und Heldenjagd heben sich eigentlich nur deswegen von den regulären Modi ab, weil man in die Haut bekannter Star-Wars-Helden und -Schurken schlüpfen kann, die über besondere Kräfte verfügen. Diese Helden kann man kurzzeitig auch in den anderen Modi verkörpern, wenn man spezielle Powerups aufsammelt.

Ganz schön schnell

Stichwort Powerups: Gerade durch die Waffen, Objekte und die Sternenkarten, durch welche man verschiedene Objekte kombinieren kann, wird Star Wars: Battlefront etwas arcadelastig. Wenn ein Powerup auftaucht, ist es mit dem Teamplay vorbei und jeder will es sich schnappen… Dann geht es nicht mehr darum, schnell den Feind auszuschalten, sondern, das Powerup zu ergattern. Arcadelastig ist es auch, wenn man ein Raumschiff steuert, entweder im Modus Jägerstaffel, oder, indem man das entsprechende Powerup aufsammelt. Die Steuerung am PC mit Maus und Tastatur ist dann extrem gewöhnungsbedürftig.

Star Wars Battlefront Raumschlachten

Die Raumschlachten können nicht ganz überzeugen. Da hat man Chancen liegen lassen.

Die Luftschlachten spielen sich extrem schnell, fast schon zu schnell. Allerdings bieten sie auch eine gewisse Abwechslung, vor allem, wenn man Boden- und Luftkämpfe miteinander verbindet. Und genau dann bemerkt man, was dem Spiel eigentlich fehlt: Man stelle sich vor, es würde eine Sternenkarte mit mehreren Planeten geben, auf denen ständig Kämpfe auf dem Boden in der Luft und im All stattfinden und sich Rebellen und das Imperium einen Krieg um diese Planeten liefern würden. Das wäre wohl eher das gewesen, was sich Star-Wars-Fans gewünscht hätten…

Fazit

Star Wars Battlefront Luke Held

Heldenkämpfe machen Spaß. Aber unterm Strich wäre mehr drin gewesen, vor allem hinsichtlich der Langzeitmotivation.

Andreas meint: Star Wars: Battlefront ist ein Spiel für zwischendurch. Das hat sich bereits während der Beta gezeigt und jetzt bestätigt. Die schnellen Gefechte machen durchaus Spaß und vor allem die großen Schlachten etwa um Hoth oder Endor lassen echtes Star-Wars-Feeling aufkommen. Auch kurzzeitig einen Helden wie Luke Skywalker oder einen Bösewicht wie den Imperator zu spielen ist lustig.

Doch es fehlt ganz einfach die Langzeitmotivation. Würde man Star Wars aus dem Spiel herausnehmen, dann würde man Battlefront wohl kaum spielen. Es gibt zu wenig Neues, zu wenig, was sich an Coregamer richtet. Daher wird Star Wars: Battlefront eigentlich fast nur durch die Star-Wars-Atmosphäre getragen und das ist zumindest dann zu wenig, wenn ein Spiel zu einem echten Knaller mit Wow-Effekt werden soll.


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Pro

  • Star-Wars-Atmosphäre
  • Fantastische Grafik
  • Kampfläufer-Angriff- und Vorherrschafts-Modi lassen Schlachtengefühl aufkommen
  • Nett für zwischendurch

Contra

  • Langzeitmotivation fehlt
  • Keine wirklichen Innovationen
  • Zu sehr am Casualmarkt orientiert
  • Keine wirklich überraschenden Modi
  • Ohne Star-Wars-Lizenz nur ein 08/15-Online-Shooter
7

Gut

Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.