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Skyforge Open Beta 2

Skyforge: Alles, was Ihr zum neuen Free2Play-MMORPG wissen wollt

Das SF/Fantasy-MMORPG Skyforge startet heute für alle in eine Open Beta. Wir beantworten die wichtigsten Frage, darunter auch: Wie ist der erste Eindruck?

Unser Autor Schuhmann hat bereits in der Closed Beta und jetzt im Early-Access für Gründer zig Stunden in der Welt von Skyforge verbracht und beantwortet die Fragen, von denen er glaubt, Ihr hättet sie.

Was ist Skyforge? Und was bedeutet „Lobby“-Spiel?

Skyforge ist ein MMORPG mit einem starken Fokus auf Instanzierung. Es ist ein sogenanntes „Lobby“-Spiel. So als würde man in einem Gang stehen und hinter jeder Tür ist ein Abenteuer. Der Gang selbst ist aber keins. Früher war der Gang ein Abenteuer, Türen gab es keine, es fand alles in einer großen Welt statt.

Bei Skyforge ist hingegen alles portioniert.

Ist Skyforge wirklich Free2Play?

Ja, der Download ist kostenlos, es stehen auch keine Abo-Kosten an. Wer Geld investiert, kommt schneller voran. Premiumspieler erhalten 50% Bonus auf alles – außer Tiernahrung.

Im ausgeprägten Skill-Tree sind bestimmte Mechanismen, die dann die Premium-Währung erfordern: Um Juwelen in die Ätherplätze einzusetzen, braucht es Argents. Wie ausgeprägt das ist, lässt sich im Moment noch schwer absehen. Das kommt erfahrungsgemäß immer erst ganz im Endgame raus. Durch verschiedene Begrenzungen sind auch die fortgeschrittensten Spieler im Moment erst irgendwo im Mid-Game: Man kann pro Woche nur innerhalb bestimmter Limits vorankommen.

Skyforge-Kinetic

Kinectic gehört zu den Klassen, die man sich erst aufwendig freispielen muss.

Fängt Skyforge heute wirklich an?

Jau, es ist zwar offiziell eine Open Beta. Aber es kommt danach kein Wipe mehr. Am 16.7., um 15:00 Uhr ist damit der Release im Westen. Man wird sicher später im Jahr noch mal ein “offizielles Release” machen, aber wer da noch anfängt, wird sich inmitten von Spielern wiederfinden, die schon monatelangen Vorsprung haben.

Das ist ja auch doof.

Update: Kurze Korrektur … es fängt um 16:00 Uhr an. Das hat Team-Allods kurzfristig noch bekanntgegeben.

Was ist der Kick von Skyforge?

Der Kick von Skyforge ist das Kampfsystem und dass man sich nach und nach den Zugang zu unterschiedlichen Klassen erspielt. Hier orientiert sich Skyforge an einem System wie dem von League of Legends. 3 Grundklassen hat jeder, Klassen für Fortgeschrittene und Experten müssen erst relativ mühsam „freigespielt“ werden.

Die Idee hinterm Skill-Tree ist es, dass Spieler wirklich mächtiger als andere in der Welt werden. Bis zum Gott können sie aufsteigen.

Das Gute: Man bleibt im selben Charakter, wechselt auf Knopfdruck die Klasse und spielt dann einen komplett anderen Stil. Auch in Klassen, die man noch nicht freigespielt hat, kann man ab und an reinschnuppern. Manche Missionen gewähren doppelte Ressourcen, wenn man sie in einer bestimmten Klasse bestreitet – die wird dann “gestellt.”

Skyforge Gott

Wie spielt es sich so?

Nach knapp 80 Stunden mit dem Spiel, würde ich grob sagen: Man geht alleine oder zu dritt in eine der immer gleichen Instanzen, macht die immer gleichen Bosse, die sich manchmal wie riesige HP-Schwämme anfühlen, und man sucht genau die Ressource, die man gerade braucht, um im Prestige aufzusteigen – das ist so eine Art Indikator für den Gesamtfortschritt: Das kann ein Funke sein für den “großen Atlas”, ein anderer Funke für den kleineren Klassen-Atlas, es können Ressourcen zum Steigern der “Waffenverstärkungen” sein oder Material für den Tempel und die Anhänger oder schlicht Credits. Aber im Prinzip weiß man zu jeder Zeit: Die Ressource brauch ich als nächstes. Und dann schaut man sich in der globalen Ansicht an: In welcher Aktivität krieg ich die her? Und dann mache ich genau die.

Es ist also ein relativ grindiges Spiel und zum Teil auch ziemlich geistlos, aber das ist ja etwas, das viele suchen: Ein Spiel, das sie zocken, während sie in Gedanken wo anders sind und bei dem sie mit jeder Spielstunde einen kleinen Fortschritt erzielen.

Hört sich furchtbar an, wenn man das so sagt: Ist aber gar nicht negativ gemeint. Die Systeme sind rund und greifen ineinander. Die Progression ist erstaunlich logisch, das Spiel fühlt sich gut an.
Abwechslung kommt durch die verschiedenen Klassen und Skills – und man kann sie im PvP und Endgame erwarten. Bis es soweit ist, dauert’s allerdings eine Weile. Die verschiedenen „Open World“-Zonen sind im Prinzip Solo-Quest-Gebiete, die man so einschiebt.

Im letzten Ersteindruck sprachen wir von Schmackhaftem Fast-Food, das hat sich seit den Closed Beta-Tagen nicht geändert.

Skyforge-Zweiter-Platz-

Was sind die Schwächen?

Ich fürchte, das relativ stupide Item-System könnte ein Problem werden. Es gibt zwar Items, die unterscheiden sich aber nicht wirklich von einander. Es gibt „4 Ringe“, eine Haupt- und Nebenwaffe, dann noch paar Trophöen. Da gilt es, zumindest nach meinem Eindruck, größtenteils darum, einfach die Items mit den höchsten Stats zu nehmen und fertig. Das typische „Oh, ich will das Item, das fühlt sich anders an, das brauch ich auf dem Level“-Gefühl hat sich bei mir bisher nicht eingestellt. Den Items fehlt dafür schlicht “Persönlichkeit.”

Manche ärgert’s auch, dass sie lange eine in ihren Augen „öde Klasse“ spielen müssen, bis sie genau den Helden kriegen, in den sie sich verknallt haben. Da ist in der Tat wenig zu machen.

Bisschen gewöhnungsbedürftig ist auch das “Jeder sieht so aus, wie er will; Ausrüstung wird nicht dargestellt, sondern es zählen Kostüme.” Da dachte ich in der ersten Distanz spontan: Hupps, Full-Tanks in Unterwäsche, das passt nun nicht.

Auch der Gruppenfinder ist nicht immer nützlich. Da kommt man häufiger in 3er-Gruppen, bei denen ein Spieler keine Lust hat oder deutlich nachhängt. Da denkt man als DD häufiger: Hätte ich auch alleine machen können, wäre ich wahrscheinlich schon durch. Aber das kann sich auch bald legen, wenn die höheren Instanzen anstehen.

Skyforge PvP Screenshot 2

Kann man das Spiel empfehlen? Lohnt sich Skyforge?

Ja, auf jeden Fall. Technisch läuft es relativ stabil und rund bislang. Skyforge sieht wirklich sehr gut aus. Die Instanzen sind, jedenfalls wenn man sie die ersten Male spielt, durchaus interessant und haben schöne Ideen. Und das Kampfsystem macht einfach Spaß. Es ist sicher ein Game, bei dem nicht alle hängen bleiben werden, aber Skyforge ist ein Spiel, das man sich auf jeden Fall mal anschauen sollte, um die ruhigeren Sommermonate bisschen kürzer zu gestalten.

Das Early-Game und die ersten Teile des Mid-Games haben durchaus ihren Reiz und ihren Charme. Wie’s mal im Endgame wird, ist im Moment nicht zu sagen. So weit reichte die Closed Beta einfach nicht.

Skyforge: SchädlingeDa hat man schon große, komplexe Pläne vorgestellt – riesige Gildenschlachten -, doch ohne das selbst mal bestritten zu haben, maße ich mir da kein Urteil an.

Ein abschließendes, ob sich die Zeitinvestition “langfristig” lohnt und ob das Game auch zu Weihnachten noch was hat, kann man also einfach nicht sagen. Im dürren MMORPG-Jahr 2015, zumindest was Neuerscheinungen angeht, ist es ein echter Kracher.

Klar ist aber: Für Fans von traditionellen MMORPGs ist das schlicht nix. Wer – wie viele Veteranen – beim Begriff „Lobby“ schon Ausschlag kriegt, sollte sich einfach fernhalten. Das „RPG“ bei Skyforge’s MMORPG ist mit ganz dünnem Bleistift geschrieben.

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.
Skyforge Open Beta 2

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