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Skyforge auf PS4: Test – So spielt sich das neue Free2Play-MMORPG

Das MMORPG Skyforge ist jetzt auch für Playstation 4 erhältlich, weswegen wir uns diese Version angesehen haben. Lest hier unseren Skyforge PS4 Test passend zum PS4 Release.

Skyforge wurde bereits im Sommer 2015 für PC im Rahmen eines sogenannten Soft-Launch veröffentlicht, bei welchem die Open Beta nahtlos in die offizielle Version überging. Wir haben bereits einen ausführlichen Test dieser Fassung online, daher gehen wir hier nur kurz auf die Grundzüge des Spiels ein.

Skyforge – Ein eher ungewöhnliches MMORPG

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Skyforge versetzt euch in die Welt Aelion, auf welcher Fantasy- und Science-Fiction-Elemente aufeinander treffen. Der Gott von Aelion ist verschwunden, was außerirdische Gottheiten nun für Invasionen nutzen, um die Welt zu erobern. Ihr seid ein Unsterblicher, welche diese Angriffe abwehren soll.

Durch eure Taten sammelt ihr Macht und Gefolge und könnt es sogar selbst zu einem Gott bringen. Gespielt wird nicht in einer offenen Welt, sondern in vielen mal größeren, mal kleineren Instanzen – wobei es auch einige offene Gebiete zu erkunden gibt. Ihr erhaltet regelmäßig Meldung über Missionen und Invasionen und entscheidet euch, welche Aufgabe ihr annehmt.

Euer Held ist nicht auf eine Klasse festgelegt, ihr dürft vor jeder Quest entscheiden, zu wechseln, je nachdem, welche Klasse gerade in der Gruppe benötigt wird. Die einzelnen Missionen laufen linear ab. Ihr kämpft euch durch das Gebiet , redet ab und an mit NPCs und bekämpft am Ende meist einen Bossgegner. Das Kampfsystem läuft dabei altbekannt ab. Euer Recke attackiert im Grunde automatisch und ihr wählt die Skills an, die er einsetzen soll und wann ihr ausweichen möchtet. Interessant wird die Sache dann, wenn ihr eure Götterform freigeschaltet habt und als Gott unter euren Feinden wüten dürft.  Mehr lest ihr am besten in unserem ausführlichen Test.

Skyforge jetzt auch auf PS4 mit gelungener Steuerung

Mit dem Release der PS4-Version ist das MMORPG jetzt also auch auf der Konsole spielbar. Großartige Änderungen zur PC-Version darf man nicht erwarten. Die Steuerung über Controller existiert ebenfalls schon seit geraumer Zeit für PC. Wer also Skyforge auf dem PC mit Controller gespielt hat, der findet auch schnell in die Konsolenfassung hinein. Mit den R1- und R2-Tasten löst ihr Angriffe und Zauber aus und mit einem Druck auf L3 weicht ihr Attacken aus. Mit L1 visiert ihr Feinde an. Die Steuerung funktioniert gut und lässt die Maus und Tastatur kaum vermissen. Dadurch fühlen sich die Kämpfe aktiver als auf dem PC an.

Skyforge ist in weiten Teilen für Solospieler geeignet. Die meisten Missionen sind relativ kurz und skalieren gut. Dennoch existieren auch Gruppeninhalte für bis zu zehn Spielern, in denen PvE und wahlweise auch PvP in diversen Modi zur Verfügung steht. Vor allem die Endgame-Inhalte wie die Pantheon-Kriege sind für Gruppen ausgelegt. Als Solospieler kann man hier nichts mehr reißen. Gute Gruppen lassen sich über den Gruppenfinder zusammenstellen.

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Story mau, PvP und Gruppenspiel umso besser

Skyforge definiert sich weniger über die Story, denn diese kommt nie so wirklich in Fahrt und ist nur schmuckes Beiwerk. Einen großen Reiz dagegen macht das Freischalten von neuen Klassen aus, von denen es insgesamt 14 im Spiel gibt. Da ihr jederzeit zwischen den Klassen wechseln dürft, ist für viel Abwechslung gesorgt. Wollt ihr Mission als Paladin, Mission B aber als Eismagier Kryomant erledigen? Kein Problem. Es ist zwar möglich, sich auch auf eine Klasse zu spezialisieren.

Wer aber eher solo spielt, der wird irgendwann feststellen, dass sich vor allem manche Bosskämpfe mit bestimmten Klassen einfacher meistern lassen. Jede Klasse entwickelt ihr noch anhand von Talenten weiter.

Grafisch kann Skyforge durchaus überzeugen. Ihr erkundet wunderschöne Landschaften und bekämpft interessante gestaltete Monster. In den Kämpfen erschüttern spektakuläre Effekte den Bildschirm. Das kommt auf einem großen Fernseher natürlich noch besser rüber als auf einem Monitor. Allerdings hält die Story – wie bereits erwähnt – einfach nicht mit der grafischen Inszenierung mit. Zwar bestaunt man hin und wieder längere Zwischensequenzen, doch die Handlung dümpelt vor sich und vor allem die belanglosen und teilweise unmotivierten (englischen) Dialoge lassen einfach nicht die Motivation aufkommen, der Story viel Gehör zu schenken.

Wer also in einem MMORPG eine spannende Handlung bevorzugt, der wird in Skyforge eher nicht fündig. Auch in Sachen Loot und Ausrüstung bietet das Online-Rollenspiel nicht genug Tiefgang. Dafür überzeugt es vom Umfang her. Es gibt einfach extrem viel zu tun und auch die PvP-Modi sowie die Gruppeninhalte machen jede Menge Spaß. Gemeinsam Bossgegner zu bekämpfen oder sich im Payload, Deathmatch oder Capture the Flag mit anderen zu kloppen ist eine extrem lustige Angelegenheit. Auch der Umstand, dass das Free2Play-Modell recht fair ist, macht Skyforge zu einem MMORPG, das man immer wieder mal gerne spielt – auch auf der Konsole.

Skyforge PS4 im Test: Nicht perfekt, aber es macht Laune

Fazit:

Skyforge hat mich auf dem PC nicht so richtig gepackt. Ich bin eben jemand, der viel Wert auf eine coole Story legt, wenn möglich mit sichtbaren Konsequenzen zu meinen Taten. Und hier schwächelt das MMORPG vom Allods Team leider etwas. Man merkt den Entwicklern an, dass es ihnen wichtig ist, gute Geschichten zu erzählen. Doch so recht zünden wollen sie eben nicht. Auch in Sachen Loot und Ausrüstung bieten andere Genre-Vertreter mehr. Wer auf Loot-Orgien wie Destiny steht, der kann mit Skyforge sicher wenig anfangen.

Dafür überzeugt der umfangreiche Inhalt, der auf der Konsole sogar noch nicht einmal die Ausmaße der PC-Version erreicht hat und trotzdem schon für Monate Beschäftigung bietet. Die Steuerung per Controller funktioniert tadellos und auch die Gruppeninhalte und das PvP-System überzeugen. Vom Free2Play-Modell fühlte ich mich nicht unter Druck gesetzt. Ich hatte keine Ambitionen, etwas im Shop zu kaufen. Wer allerdings schneller vorankommen will, der kann sich im Shop austoben.

Generell ist zu sagen, dass Skyforge für PS4-Besitzer neues, kostenloses Futter bietet, das zwar nicht perfekt ist, aber dennoch Laune macht.

Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.
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