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Shroud of the Avatar PvP 3

Was mir an Shroud of the Avatar schon gefällt

Nachdem ich letztes Mal die Dinge aufgezählt habe, die mir am kommenden Selective Multiplayer RPG Shroud of the Avatar noch nicht gefallen, will ich heute darüber sprechen, was mir schon ganz gut gefällt.

Shroud of the Avatar ist ein ungewöhnliches Spiel und vielleicht gerade deswegen wissen viele nicht so recht, wohin die Reise geht und was man davon halten soll. Ist es denn jetzt ein MMORPG oder ein Single-Player-RPG? Ist es eine Sandbox oder doch eher ein Themepark-MMO? Shroud of the Avatar ist etwas Neues und Neuem steht man immer sehr skeptisch gegenüber.

MMO und Single-Player

Auch, wenn momentan noch nicht so ganz klar ist, wie es denn genau funktionieren wird, dass man sowohl eine Single-Player-Spielerfahrung als auch ein MMORPG haben wird, so ist das Prinzip dahinter sehr interessant. Viele haben sich bei einem guten Single-Player-RPG bestimmt schon vorgestellt, online mit anderen diese Abenteuer erleben und die Welt erkunden zu können. Bei der The-Elder-Scrolls-Serie oder bei Fallout liest man regelmäßig, dass sich Fans dies wünschen.

Allerdings will man trotzdem auch mal alleine unterwegs sein und das Gefühl haben, DER Held zu sein, der gerade den bösen Drachen erschlagen hat. Shroud of the Avatar könnte dieser Spagat gelingen – sofern man wirklich eine richtige Single-Player-Erfahrung und ein richtiges MMO kombinieren kann.

Shroud of the Avatar Diskussion

In SotA gehören hitzige Diskussionen fast schon zur Tagesordnung.

Man stelle sich vor, dass man alleine in einer alten Ruine unterwegs ist und dort den bösen Untotenkönig besiegt. Auf dem Weg zurück in die Stadt hört man von einer Banditengruppe, die Händler überfällt. Man fragt einige Freunde aus der Freundesliste, ob diese Lust haben, die Räuber auszuschalten. Gemeinsam rettet man die Händler und wandert zur Stadt, wo gerade ein großes Fest stattfindet.

Man wechselt in den offenen Online-Modus und sieht alle anderen Spieler und feiert mit diesen gemeinsam, um anschließend wieder alleine das nächste Abenteuer bestreiten zu können. Die Idee hinter diesem Prinzip ist einfach spannend, neu und sehr reizvoll.

Die Oberwelt

Die Weltkarte ist ein sehr umstrittenes Thema innerhalb der Community von SotA. Mir gefällt sie – sehr sogar. Ja, das Gefühl, sich in einer offenen Spielwelt zu befinden wird dadurch eingeschränkt, doch bietet die Reise auf der „Weltkarte“ einige Vorteile. Zum einen hat man das Gefühl, sich in einer sehr großen Welt zu befinden. Dadurch, dass alles herausgezoomt ist, bekommt die Spielwelt eine andere Tiefe und Größe. Hinzu kommt, dass die Entwickler jederzeit neue Spielgebiete einfügen oder bestehende verändern können.

Eine Stadt wird von einer Untotenarmee angegriffen? Dann ist dieses Spielgebiet verändert. Häuser sind zerstört, andere brennen… Oder ein Meteoriteneinschlag sorgt dafür, dass an dieser Stelle plötzlich ein neues und interessantes Gebiet entstanden ist, das man erkunden kann.

Shroud of the Avatar WeltkarteHinzu kommt, dass die Entwickler für die Oberwelt noch einige Pläne haben. So wird man Monster treffen und sie angreifen können, Händlerkarawanen begegnen den Spielern oder man trifft auf interessante NPCs. Es soll auch möglich sein, dass man abhängig von der Tages- und Jahreszeit sowie vom Wetter geheime Orte finden kann. Hinzu kommt der nostalgische Aspekt, denn die Ultima-Spiele Teil 1 bis 5 boten ebenfalls eine solche Weltkarte.

Nutzungsbasiertes Skillsystem

Das neu eingeführte Skillsystem, bei dem sich die Fertigkeiten verbessern, die man auch nutzt, ist sehr interessant. Denn bei anderen Systemen ist es beispielsweise so, dass man frei Punkte verteilen kann – dann allerdings auch auf die Skills, die man eigentlich gar nicht benutzt. Warum sollte ein Held etwa im Zaubern von Feuerbällen besser werden, wenn er sonst nur mit dem Schwert kämpft? Bei einem nutzungsbasierten System steigert man die Fähigkeiten, die man auch wirklich einsetzt. Das ist deutlich realistischer und auch taktischer, da man so manchmal überlegen muss, welchen Skill man denn nun einsetzen sollte.

Shroud of the AvatarDas PvP-System

Ich gebe zu, ich bin kein Freund von aufgezwungenen PvP-Systemen. Ich will nicht dazu gezwungen werden, mit anderen Spielern zu kämpfen. Denn sowas führt zumindest bei mir häufig zu Frust. Ein solches „non-consensual“-PvP-System würde in Shroud of the Avatar auch gar nicht funktionieren. Denn wenn man dabei ist, eine Story zu erleben und Quests zu erledigen und dabei unentwegt von anderen Spielern angegriffen wird, dann verliert man irgendwann den Spaß. Und das ist ja nicht Sinn der Sache. Dass man in SotA nur in bestimmten Gebieten zum PvP gezwungen wird oder, wenn man beispielsweise Ware schmuggelt, sich ansonsten aber für PvP bereit erklären muss, ist da ein guter Kompromiss wie ich finde.

Die Community

Shroud of the Avatar DungeonShroud of the Avatar besitzt eine unheimlich engagierte und offene Community und hier zähle ich die Entwickler mit dazu. Man arbeitet sehr offen und mit den Fans zusammen, hört sich die Sorgen an und scheut sich auch nicht davor, selbst größere Änderungen vorzunehmen, wenn man sieht, dass die Community mit einem Element nicht zufrieden ist. Das ist sehr lobenswert und sollte beibehalten werden. Wer auf der Suche nach einer wirklich guten Community ist, der ist bei Shroud of the Avatar definitiv an der richtigen Stelle.

Wie man sieht, gibt es bei Shroud of the Avatar schon einige Dinge, die gut sind und Spaß machen und welche das Potenzial des Spiels zeigen. Dieses muss jetzt nur noch richtig ausgeschöpft werden.

Mit den nicht so guten Seiten habe ich mich in diesem Artikel beschäftigt: Was mir an Shroud of the Avatar momentan nicht passt.

Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.