GameStar.de
› Secret World Legends: Wie ist die erste halbe Stunde des MMORPGs?
Secret World Legends: Wie ist die erste halbe Stunde des MMORPGs?

Secret World Legends: Wie ist die erste halbe Stunde des MMORPGs?

Gestern ist Secret World Legends gestartet und man konnte sogar gleich loslegen und spielen. Wir sagen Euch, wie sich die erste halbe Stunde im Dark Fantasy MMORPG anfühlt.

The Secret World ist ein MMORPG aus dem Jahr 2012, das jetzt einen Relaunch als Action-MMO “Secret World Legends” wagt. Nun ist es Free2Play, alle Spieler beginnen von vorne – die “alte Version” wird nicht weiterentwickelt. Wir waren gestern beim Start dabei und erzählen Euch, wie sich die erste halbe Stunde von Secret World Legends spielt.

Überraschend einwandfrei

Am späten Freitagabend, dem 23.6.2017, lief der Headstart von Secret World Legends an. Wer solche Veranstaltungen kennt, der erwartet Server-Zusammenbrüche, irre Lags und sonstige Probleme. Die Server ächzen normalerweise unter dem Ansturm und machen die Grätsche. Daher eine angenehme Überraschung: Ich konnte gestern Abend das Tutorial abschließen und es lief einwandfrei. 

The Secret World Blue Mountain

Während Final Fantasy XIV Stormblood unter Warteschlangen und Problemen litt, treten die bei Secret World Legends nicht auf. Man kann da unken: Secret World ist derart Nische und unter dem Radar, dass der Ansturm ausgeblieben ist. Aber man kann auch sagen: Die Entwickler waren wohl gut vorbereitet, die sonst üblichen Schwierigkeiten traten nicht auf.

Das Einloggen funktioniert über den alten Secret-World-Account – bis zum tatsächlichen Release am 26. Juni muss man aber das alte Spiel in letzter Zeit gespielt haben oder in der Beta dabei gewesen sein, um jetzt schon loslegen zu können.

Secret World Legends – Die Charakter-Erstellung

Die Charaktererstellung in Secret World Legends ist Genre-üblich. Man hat einzelne Kategorien, aus denen man zwischen vorgefertigen Angeboten auswählen kann. So gibt es Wahlmöglichkeiten und Slider für:

  • Größe (hier gibt’s einen Slider)
  • Geschlecht
  • Kopf-Formen
  • Gesichter
  • Haare
  • Augenbrauen
  • Augen-Farbe
  • Gesichts-Merkmal (Narben, Bärte)
  • und Make-Up.

Ist der Avatar an sich fertig, kann man ihn noch einkleiden:

  • Die Kopfbedeckung
  • Ein Accessoire (hier sind vor allem Brillen)
  • Oberbekleidung
  • Eine Jacke
  • Hosen
  • und Schuhe

Danach folgt die Klassenwahl, hier legt man seine Primärwaffe fest, von der hängt die Anfangsklasse ab. Ich hab mich für den Gunslinger entschieden – mit Pistolen hab ich schon im ersten Teil gespielt.

Letztlich entscheidet der Spieler dann, ob er lieber “in Zivil” unterwegs ist, in seiner gewählten Kleidung, oder in der “Uniform” seiner Klasse.

Alles in allem ist die Charaktererstellung solide, da sollte man jetzt keine außergewöhnlichen Abenteuer wie bei Black Desert erwarten, in denen man für Stunden versinken kann, sondern eine relativ „normale Auswahl“, die in fünf Minuten gegessen ist.

The Secret World in Aegypten

Das Tutorial von Secret World Legends

Das Tutorial und Intro von Secret World Legends mischt Cut-Scenes mit Einsteiger-Hinweisen: Eine Biene fliegt in Euren Mund und Ihr entwickelt telekinetische Fähigkeiten und legt Euer Apartment in Schutt und Asche. So lauft Ihr, so feuert Ihr, das sind die unterschiedlichen Arten von Missionen.

Dabei sind die Cut-Scenes dieselben wie schon im alten Spiel, soweit ich mich erinnern kann. Die waren damals aber gut und sind es auch heute noch. Das Tutorial selbst scheint neu zu sein, jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, dass so gespielt zu haben.

Es sind drei Schritte:

  • im ersten Teil wacht man auf dem Friedhof auf und knallt Zombies ab. Dabei fällt auf, dass Pistolen nun ein Gimmick haben: ein spezielles Interface, in dem ein Minispiel stattfindet. Wenn beide Trommeln dieselbe Kugel oben zeigen, dann richten die Waffen Bonusschaden an. Mit Skills dreht man die Trommel. Es ist ein kleiner Bonus. Das Kampfsystem von Secret World Legends reißt aber, zumindest im Tutorial, nun wirklich keinen vom Hocker. Das spielt sich noch stark wie in 2012: Tabtarget, Hotkeys drücken und ein bisschen Ausweichen.
  • Im zweiten Teil gibt es leichte Rätsel-Kost, die an Indiana Jones erinnert. Im ersten Rätsel darf man nur auf bestimmte Bodenfliesen treten, beim zweiten Rätsel beschlich mich das Gefühl, ich müsste mich gleich unter einem Fallbeil hinweg ducken, aber das blieb aus.
  • Im dritten Teil des Tutorials, eine einfache Sabotage-Mission. Da geht es darum, nicht in Bomben zu latschen und mal über Lichtschranken zu springen. Ich kann mir denken, dass das in späteren Missionen der Teil des Spiels wird, den ich abgrundtief hasse.

The Secret World Boss Fight

Secret World Legends – “So zugänglich wie nur möglich – Keine Hindernisse”

Das Tutorial ist „leicht“ an Menüs oder irgendwas, das Spieler mit theoretischen Wissen belästigt. Es soll alles möglichst spielerisch und selbsterklärend gelöst sein. Außer dem Inventar wird kein Menü geöffnet. Ich hab nach dem Tutorial keine Ahnung, wo meine Skills sind, wo ich Punkte investiere oder sonst irgendwas.

Das Skill-System von The Secret World galt als notorisch kompliziert, offenbar hat Funcom beschlossen, den Spieler damit beim neuen Versuch erst möglichst spät zu konfrontieren.

Kampf und Grafik fühlen sich ansonsten nicht sonderlich verschieden zum „klassischen The Secret World“ an.

Das Tutorial ist für MMORPGs typisch: Der Spieler ist ein Anfänger. Das Spiel muss erstmal sicher gehen, dass er weiß, wie er drei Meter läuft und mit Objekten interagiert.

Interessant ist, dass der Spieler zum Ende des Tutorials in eine simulierte Endgame-Schlacht geworfen wird und dort eine Kostprobe davon bekommt, wie es später sein könnte, mit zig anderen in der Secret World gegen gigantische Ur-Viecher anzutreten. Das ist aber wirklich nur ein Vorgeschmack, der bald zu Ende geht.

Mein erster Eindruck von Secret World Legends

Es ist The Secret World. Die Story und die Cutscenes sind mal schön, mal interessant – in der einen Minute ist es traumähnlich, in der nächsten trashig, eins weiter augenzwinkernd und clever, voller Anspielung, und in der übernächsten Szene ist man voll in der Stimmung gefangen, in der das Spiel einen gerade haben will.

Es ist eines der Spiele, bei denen es sich lohnt, den Ton anzustellen. Ich hab schon früher den Anfang von The Secret World gemocht. Die schönste Stelle: Man hört zwei sich überlagernde Stimmen raunen. Die eine sagt „Vertrau den Stimmen“, die andere sagt „Vertrau den Stimmen nicht.“ Das fasst die Atmosphäre von The Secret World schön zusammen.

In jedem Fall sind die ersten 30 Minuten geradlinig und klar. Das Gameplay spielt sich so weg und macht Appetit auf mehr. Es ist klar der Versuch von Funcom zu erkennen: „Räumen wir so viele Hindernisse wie möglich aus dem Weg, damit viele ihren Weg ins Spiel finden.“ Das passt auch zum neuen Free2Play-Ansatz. Man darf gespannt sein, wie sich die Neuauflage schlägt.

The Secret World: Kingsmouth ist voller Zombies

Secret World Legends – Dafür ein Relaunch?

Ein bisschen hab ich mich beim Probespielen schon gefragt, ob dafür wirklich ein Relaunch notwendig war. Das Spiel sieht auf den ersten Blick wie das von früher aus. Es ist wie in eine Wohnung zurückzukommen, in der man vor Jahren mal gewohnt hat. Vielleicht wurde das Mobiliar verschoben, vielleicht gibt es einen neuen Anstrich, aber es ist dieselbe Wohnung.

Es mag sein, dass sich die Unterschiede im weiteren Verlauf stärker herausstellen. Es heißt: Die Grafik soll besser, das Kampfsystem responsiver sein. Ich hab davon (noch) nicht viel gemerkt. Wenn besser, dann in homöopathischen Dosen.

Auch wenn “Verbesserungen” beim Kampfsystem und bei der Grafik stattgefunden haben im Vergleich zu 2012, muss ich sagen: Die Standards sind heute in 2017 so viel höher als damals, dass man da keine allzu hohen Erwartungen haben sollte. Secret World Legends ist ein Spiel, das aussieht und sich anfühlt wie ein Spiel aus der letzten oder vorletzten Generation von MMORPGs.

Secret World Legends (2017) ist deutlich näher an Rift (2011) als an Black Desert (2015). 

The Secret World

Das war auch schon beim Original so – Stärken lagen immer in der Story und der Atmosphäre. Das wird bei der Neuauflage nicht anders sein. Die soll jetzt vor allem zugänglicher werden – das ist der klare Vibe, den ich vom Spiel bekommen habe.

Wer das Original kennt, sollte keine Revolution erwarten. Änderungen am Gameplay stechen, zumindest am Anfang, noch nicht ins Auge.

Secret World Legends – Hier geht’s zum Download

Aber klar: Das war nun ein Anspielbericht aus den ersten 30 Minuten. Das ist sicher kein Ersatz für ein vollwertiges Review oder einen Test zu Secret World Legends.

Wer sich selbst einen Eindruck machen will, hier geht es zur Webseite von Secret World Legends – der Download kann dort gestartet werden. Spätestens am 26. Juni könnt Ihr Euch dann selbst davon überzeugen, ob der “Relaunch” wirklich gerechtfertigt ist. Das Spiel ist Free2Play, es kann kostenlos heruntergeladen werden


Interessant:

Reboot – Diese 7 Online-Spiele wollten eine 2. Chance – Wie ging’s aus?

Schuhmann

Schuhmann, das L steht für Niveau.

Secret World Legends: Wie ist die erste halbe Stunde des MMORPGs?

The Secret World

PC