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Neverwinter Tyranny of Dragons

Neverwinter auf PlayStation 4: Das ist unser Ersteindruck

Seit dem 12. Juli ist es für Besitzer des Onyx-Vorsprungpakets möglich, das MMORPG Neverwinter auch auf der Playstation 4 zu spielen.

Alle anderen müssen sich noch bis zum 19. Juli gedulden, wenn der offizielle Start des Free2Play MMOs stattfindet. Wir haben uns bereits in die Abenteuer auf Sonys Spielkonsole gestürzt und uns mit der neuen Steuerung und weiteren Anpassungen vertraut gemacht.

neverwinter ps4Neverwinter ist Neverwinter plus Controller

Von den Inhalten her entspricht Neverwinter auf der PS4 dem Stand der PC- und Xbox-One-Fassung. Enthalten sind also alle bisher verfügbaren Module. Das bedeutet, dass ihr jede Menge Content geboten bekommt, der euch von der Stadt Neverwinter über das Icewind Dale bis zum Unterreich führt. PvP Spieler freuen sich über das Strongholds-Addon, welches das die Möglichkeit bietet, eigene Burgen zu erbauen und Belagerungsschlachten gegen verfeindete Gilden zu führen. Es gibt für Playstation-4-Spieler also jede Menge Abenteuer und Herausforderungen zu bestreiten.

Gespielt wird nach wie vor aus der Verfolgerspektive, in der man seine Spielfigur durch die großen Gebiete lenkt. An den zur Verfügung stehenden Völkern Menschen, Zwergen, Elfen, Halb-Elfen, Tieflingen, Halblingen, Halb-Orks und Drow hat sich ebensowenig geändert wie an den Klassen. Hier wählt ihr zwischen Beschützendem Kämpfer, Zweihandwaffenkämpfer, Glaubenskleriker, Trickserschurke, Taktischem Magier, Wachsamem Waldläufer, Vernichtendem Hexenmeister und Eidgebundenem Paladin. Jedes Volk und jede Klasse bietet euch Vor- und Nachteile, die ihr abwägen müsst, bevor ihr eine Entscheidung trefft sowie eurem Helden ein individuelles Aussehen und einen Namen verpasst.

Neverwinter-NasenNun erkundet ihr die Gebiete, sprecht mit NPCs, handelt, nehmt Quests an und bekämpft die zahlreichen Feinde wie Untote, Orks und Dämonen in schnellen und actionreichen Kämpfen. Natürlich nicht (nur) alleine. Ihr schließt euch mit anderen Spielern zusammen, um gemeinsam Abenteuer zu erleben, Raids zu absolvieren und in PvP-Schlachten gegeneinander anzutreten. Soweit ist alles schon von der PC-Version des MMOs bekannt. Neu dagegen ist die Steuerung mit Controller.

Wer als PC-Spieler zur Playstation-4-Version von Neverwinter wechselt, der muss sich etwas umgewöhnen. Auf dem PC ist es möglich, die vielen Skills und Aktionen auf die Tasten der Tastatur zu legen. Der Dual-Shock-4-Controller der Playstation 4 besitzt allerdings nicht ganz so viele Buttons. Daher kommt es auch zu Tastenkombinationen. Bestimmte Angriffe legt man dann also beispielsweise auf die Tasten “L1” und “Dreieck”, wenn die anderen Buttons schon belegt sind. Hier muss man sich etwas eingewöhnen und es dauert ein wenig, bis einem alle Buttonsbelegungen und Kombinationen ins Blut übergehen. Wer die Steuerung aber gemeistert hat, der kann die flotten Kämpfe genauso genießen wie am PC.

Neverwinter: Die Rasse Dragonborn

Neverwinter PS4: Ein angepasstes Interface

Neben der Steuerung wurde zudem das UI angepasst. Alles wirkt etwas größer. Das Inventar beispielsweise bietet größere Slots mit größeren Icons. Dies führt manchmal dazu, dass man scrollen muss, um alles zu Gesicht bekommen. Doch auch daran kann man sich schnell gewöhnen. Die Übersichtlichkeit ist nach wie vor gegeben. Die Hotbar im Spiel haben die Cryptic Studios so verändert, dass sie etwa die Tastenbelegung des Controllers widerspiegelt. So sieht man auch direkt im Spiel, welchen Button man drücken muss, um eine bestimmte Aktion durchzuführen.

Wer sowieso viel an der Konsole spielt, der wird sicher gleich in die Steuerung und das UI reinfinden. PC-Gamer dagegen benötigen wohl etwas Zeit, um sich umzugewöhnen. Wir hatten jedoch schon nach kurzer Zeit genauso viel Spaß auf der PS4 wie am PC. Was allerdings sehr schade ist: Die Foundry ist auf der Konsolenversion nicht verfügbar. Über den Editor basteln sich PC-Spieler eigene Quests und Areale und stellen diese dann anderen Spielern zur Verfügung. Dies bringt einen stetigen Strom an Content mit sich, der zugegebenermaßen nicht immer überzeugt. Dennoch sind mitunter gute Quests dabei, die man sicher auch gerne auf der Konsole gespielt hätte.

Neverwinter BelagerungAuch vermissten wir eine Crossplay-Funktion zwischen den einzelnen Plattformen. Es wäre mit Sicherheit spaßig gewesen, gemeinsam mit PC- und Xbox-One-Spielern Abenteuer in Neverwinter zu erleben. Aber diese Probleme plagen viele MMORPGs, das kann man Neverwinter nicht wirklich vorwerfen, das scheint eher ein Problem von Sony und Microsoft zu sein.

Ist Neverwinter Pay2Win?

Enthalten ist aber der bekannte Ingame Shop. In diesem kauft man sich optionale Items, die einem einen gewissen Komfort bescheren. Hier scheiden sich die Geister, ob die Inhalte Pay2Win ermöglichen oder nicht. Wir sind der Meinung, dass dies darauf ankommt, was man vom Spiel erwartet. Wer so schnell wie möglich alle Inhalte durchspielen, die beste Ausrüstung und der mächtigste Spieler sein möchte, der wird wohl nicht drumrum kommen, Geld im Shop auszugeben.

Wem dies aber egal ist und man nur mit einer angenehmen Geschwindigkeit in Ruhe die Story erleben, Quests absolvieren und mit Freunden Spaß haben will, der braucht eigentlich gar nichts zu investieren. Mit Neverwinter kann man also auch auf der Playstation 4 viel Spaß haben und ein MMO mehr tut der Konsole sehr gut. Wer nicht bis zum 19. Juli warten will, der kann sich übrigens an unserem Gewinnspiel beteiligen und mit etwas Glück eines der Onyx-Vorsprungpakete gewinnen, mit dem man sofort loslegen kann!

Fazit von Andreas Bertits – Lohnt sich Neverwinter auf der Playstation4? 

Ich habe unzählige Stunden mit Neverwinter am PC verbracht und hatte jede Menge Spaß dabei – ohne einen Cent auszugeben. Als ich mir die Playstation-4-Version des MMOs angesehen habe und mich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an die Controller-Steuerung und das angepasste UI gewöhnt hatte, war ich wieder mittendrin im Kampf um die Stadt Neverwinter. Da ich sowieso schon als kleiner Junge viele Pen&Paper-Abenteuer in den Forgotten Realms erlebt und so gut wie jedes D&D-Computer-RPG gespielt habe, freue ich mich immer, wenn ich mich auf die Couch legen, den Controller zur Hand nehmen und Neverwinter auf der Playstation 4 spielen kann. Perfekt ist das MMO zwar nach wie vor nicht, aber Spaß habe ich damit trotzdem jede Menge.

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Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.
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