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Pokémon GO: IV- und Moveset-Änderungen – Maßnahme gegen Spoofer

Im Kampf gegen die Spoofer in Pokémon GO hat Niantic eine wichtige Veränderung eingebaut, die Nutzern von Live-Maps den Spaß nehmen wird.

In den letzten Monaten wurde deutlich, wie sehr Niantic darum bemüht ist, die Betrüger aus dem Spiel zu vertreiben. Bann-Wellen wurden durchgeführt und Funktionen, die das Spoofing komplett stoppen sollen, sind bereits in Planung.

Trainern der Pokémon-GO-Community fiel nun auf, dass die Entwickler Veränderungen an den IV-Werten vorgenommen haben und diese nun Level-abhängig sind. Auf den zweiten Blick wird klar, dass diese Änderungen starke Auswirkungen auf Spoofer und Live-Maps haben.

IV-Werte und Movesets nun abhängig vom Trainer-Level

Als Pokémon-GO-Spieler habt Ihr bestimmt schon von IV-Werten gehört oder gelesen. “IV” steht für “Individual Values”, also individuelle Werte, die bei jedem Pokémon anders sein können. Ein Pikachu ist also nicht so stark wie ein anderes Pikachu. Die IV-Werte sind “versteckt”. In Pokémon GO gibt es IV-Angaben für die folgenden drei Werte:

  • Attack – Angriff
  • Defense – Verteidigung
  • Stamina – Ausdauer

Die genauen Zahlen lassen sich viele Trainer mit Hilfsprogrammen angeben. Programme geben dann in Prozent-Zahlen an, wie hoch die IV-Werte sind. Man spricht dann zum Beispiel von einem 97% Bisasam, wenn alle Werte gut sind, oder von einem 50% Bisasam, wenn die Werte eher in der Mitte liegen.

Movesets: Als Movesets bezeichnet man die Attacken, die ein Pokémon beherrscht.
Pokemon GO 2. Generation Titel

Vor der Änderung:

  • Bisher waren die IV-Werte unabhängig vom Trainer-Level. Das bedeutet: Wenn ein Trainer auf Stufe 1 ein wildes Bisasam gefunden hat, dann hatte es die gleichen IV-Werte und Move-Sets, als hätte ein Trainer auf Stufe 20 dieses Pokémon gefunden. Jeder Trainer konnte also das gleiche Pokémon finden. Das einzige, das vom Trainer-Level abhängig war, waren die WP/CP.

Nach der Änderung:

  • Aktuell sind auch die IV-Werte und Movesets abhängig vom Trainer-Level. Das bedeutet: Wenn ein Trainer mit Stufe 1 ein wildes 100%-Bisasam findet, könnte dieses Pokémon für einen Trainer auf Stufe 34 andere IV-Werte (beispielsweise mit nur 78%) haben und andere Attacken beherrschen.

Wie wirken sich diese Änderungen auf Spoofer aus?

Die Änderungen an den IV-Werten und Move-Sets haben große Auswirkungen auf das Spiel, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt sieht. Bei genauerem Hinsehen wird aber klar, dass diese Änderungen zu Niantics Plänen passen, die Cheater aus dem Spiel zu vertreiben. Im Kampf gegen Betrüger gab es bereits drei große Bannwellen in diesem Jahr und eine Ankündigung der Entwickler, dass Spoofing komplett gestoppt werden soll.

Spoofer sind Spieler, die durch Drittanbieter-Software ihren aktuellen Standort verändern, ohne, dass sie sich wirklich an diesem Ort befinden müssen. So täuscht man Pokémon GO vor, dass der Spieler sich in Los Angeles befindet, obwohl er sich in Hamburg aufhält. Spoofer können dadurch bestimmte Pokémon fangen, die es an ihrem aktuellen Standort nicht gibt.

Pokémon GO
Aber was haben die IV-Änderungen mit Spoofern zu tun?

Viele der Spoofer benutzen Live-Maps, die die Aufenthaltsorte wilder Pokémon anzeigen. Oft wird auf den Karten das Pokémon und dessen IV-Werte und Movesets angezeigt. Dadurch wissen Spieler, die solche Karten benutzen, ob es sich “lohnt”, zu diesem Monster zu reisen, oder ob es so schlechte Werte hat, dass sich die Reise nicht lohnt. Bei dieser Form von Spoofing spricht man auch von “Snipern”.

Diese Live-Maps beziehen ihre Informationen einfach durch Bots. Das sind neue Pokémon-GO-Accounts, die zu verschiedenen Bereichen auf der Karte teleportiert werden und automatisch die Gegend nach wilden Pokémon absuchen. Finden sie Monster, geben sie die Informationen wie IV-Wert und Moveset an die Live-Map weiter, die dieses Monster mit seinen Werten dort für die Sniper anzeigt.

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In vielen Fällen sind diese Bots nur Stufe 1, weil sie schnell und unkompliziert erstellt werden können. Es ist kein Problem für die Betreiber, einen neuen Level 1 Account zu erstellen und zum Bot zu machen.

Hier schnappt die Falle mit den unterschiedlichen IV-Werten zu

Stellen wir uns folgende Situation vor:

Ein Spoofer sucht auf einer Live-Map von Brandenburg nach Pokémon und findet dort ein 99% Bisasam. Schnell täuscht er dem Handy vor, genau an diesem Standort zu sein und fängt das Bisasam. Anschließend muss er aber feststellen, dass das Bisasam deutlich niedrigere IV-Werte und ganz andere Attacken hat, als ihm die Live-Map im Internet anzeigte.

Wie konnte das passieren?

  • Der Bot-Account, der das Bisasam gefunden und auf der Live-Map eingetragen hat, ist Level 1. Der Spoofer hat bereits Level 30 erreicht. Weil die IV-Werte und Movesets nun, wie oben erklärt, Level-abhängig sind, sehen beide Accounts unterschiedliche Werte des Pokémon.
  • Durch diese Änderung werden viele Live-Maps unbrauchbar!
  • Trainer kriegen auf Live-Maps dann Pokémon mit IV-Werten angezeigt, die gar nicht mit den IV-Werten übereinstimmen, die Ihr gefangenes Pokémon hat.

Aufgefallen sind diese Änderungen in der Pokémon-Community von TheSilphRoad. Dort geht man aktuell davon aus, dass die IV-Werte und Movesets der Pokémon nur bei Trainern über Level 30 übereinstimmen. Das bedeutet: Ein Trainer auf Level 31 sieht das gleiche wilde Pokémon mit den gleichen IV-Werten und Movesets wie ein Trainer auf Level 39.

Für normale Spieler gibt es dadurch kaum Unterschiede: Spieler, die keine Cheats benutzen, haben dadurch keine negativen Veränderungen. Durch die Veränderungen haben Spieler mit niedrigen Level bei Ihren Pokémon keine schlechteren IV-Werte, sondern eben andere. Trainer, die Level 30 erreicht haben, können weiterhin mit anderen Trainern ab diesem Level kommunizieren und weitergeben, wo sich starke Pokémon verstecken.

Auswirkungen für Bots: Bots für Live-Maps müssten also mindestens Stufe 30 erreicht haben, um zuverlässige Ergebnisse für die hohen Trainer anzuzeigen. Zwar ist es nicht unmöglich, einen Bot auf Level 30 zu haben, allerdings tut es den Betreibern deutlich mehr weh, wenn diese Accounts gebannt werden. Sie sind deutlich mehr “wert” und kosteten mehr Zeit als ein Level-1-Account.


Müsst Ihr Eure Arena-Verteidiger in Pokémon GO bald füttern?

Patrick Freese

Teemo for president!

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