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Pantheon: Die letzte Hoffnung für ‚Oldschool PvE‘- und EverQuest-Fans?

Das neue PvE-MMO Pantheon von Brad McQuaid bietet Oldschool Ideen im modernen Gewandt und setzt dabei voll auf Gruppen-Content.

Vor einigen Wochen haben wir euch davon berichtet, dass Daybreak Games seine Arbeit an EverQuest Next (EQNext) eingestellt hat. Was für die einen eine traurige Nachricht war, ist für ‚Oldschool PvE‘- und EverQuest-Fans ein Hoffnungsschimmer, denn ein Projekt hat hiervon besonders profitiert: Pantheon – Rise of the Fallen, das neue Spiel von EverQuest und Vanguard Schöpfer Brad McQuaid.

Dieses ist trotz des gescheiterten Kickstarter-Anlaufs mittlerweile wieder voll auf Kurs und konnte diese Woche sogar fünf neue Entwickler im Team willkommen heißen, wie McQuaid berichtet.pantheon-drei

Oldschool-Ideen im modernen MMO-Gewand

Während eines Interviews am Rande der PAX East erklärte Brad McQuaid, dass er – nachdem Sony Online Entertainment aufgekauft und in Daybreak umbenannt wurde – die Möglichkeit gehabt hätte, die Rechte an Vanguard zu kaufen und das Spiel wieder aufleben zu lassen.

Er entschied sich allerdings dagegen. Denn „so stolz wie ich auf EverQuest und Vanguard auch sein mag“, sagte McQuaid, „wir haben das Jahr 2016 und wir verspüren im Team den Drang, das Genre weiter nach vorne zu bringen und wollen nicht nur einfach ein altes Spiel wieder neu aufleben lassen.“ Denn auch wenn das Pantheon-Team eine Vielzahl älterer Mechaniken und Ideen der ersten MMO-Generation wieder zurückbringe, dass Spiel sei kein Emulator. „Wir setzen auf eine Reihe neuer und innovativer Mechaniken, die aus Pantheon ein neues Spiel, unser Spiel, machen.“pantheon-zwei-blau

Die ‚Holy Quaternity– aus drei mach vier!

Zu Beginn wird es zwölf Klassen, neun spielbare Rassen und drei größere Städte geben, in denen man beginnen kann. Diese befinden sich auf drei verschiedenen Kontinenten, an deren verschiedenen Zonen das Studio, laut McQuaid, derzeit werkeln würde, wobei die Unity-Engine und deren Asset-Store dafür sorgen würden, dass das Team recht sehr schnell vorankomme.

Die 12 Klassen des Spiels seien dabei um die so genannte ‚Quaternity‘ aus Tanks, Damage Dealer, Crowd Controler und Healer herumgebaut, den vier Rollen des Klassensystems. Neben Klassen, die sich rein auf eine der vier Rollen spezialisieren, soll es auch eine Reihe Hybrid-Klassen geben. Diese seien um einiges Vielschichtiger, dafür jedoch in den einzelnen Gebieten um einiges schwächer. Das Balancing der einzelnen Klassen will das Team nach Auskunft von McQuaid dabei genau im Auge behalten.

Auch die Spielwelt als solche steht im Fokus des Teams. Diese soll nämlich weitaus mehr ins Spiel einbezogen werden, als wir dies gewöhnt sind. Zum einen dient sie quasi als ‚Questgeber‘, in dem, ähnlich wie Skyrim und anderen Single-Player RPGs, Hinweise auf neue Abenteuer entdeckt werden können. Sei dies nun ein ausgebrannter Wagen am Rand des Weges, eine Notiz in der Tasche eines getöteten Gegners oder eine Zufallsbegegnung auf dem Weg: All dies kann Aufhänger für ein neues Abenteuer sein.

Generell soll die Welt den Spielern einiges an Herausforderungen bieten. Neben Wetter- und Klimaeffekten, wie etwa Wirbelstürmen, die durch die Landschaft ziehen, soll es auch Regionen völliger Dunkelheit geben, Orte an denen giftige Dämpfe aufsteigen, oder die bestimmten Klassen Mana bzw. Energie rauben bzw. Orte, an denen das Nutzen jedweder Art von Magie unmöglich ist usw. Dies verlangt von den Spielern viel Aufmerksamkeit, Flexibilität und vor allem Zusammenspiel in der Gruppe. Dies sei laut Brad McQuaid der dritte große Fokus von Pantheon.pantheon-torbogen

Miteinander spielen und nicht nur nebeneinander her!

Ältere Spieler, die bereits vor World of Warcraft das Genre für sich entdeckt haben, werden sich mit Sicherheit noch daran erinnern, dass die Spielerinteraktion ein essentieller Teil eines jeden MMORPGs war.

Gründe dafür waren unter anderem der fast ausschließliche Gruppen-Content, das Angewiesensein auf bestimmte Klassen mit festen Rollen, die höhere Bedeutung von Crafting und das Fehlen von Auktionshäusern. All dies soll Pantheon den Spielern bieten und natürlich dürfen auch die berühmt berüchtigten ‚Corpse Runs‘ von früher nicht fehlen.

Der Großteil des Spiels sei Gruppen-Content und auf einzelne Gruppen mit einer Größe von 6-8 Spielern ausgelegt; eine Zahl, die sich im Verlauf der Tests noch ändern könne, so McQuaid. Das Bilden von Stammgruppen sei jedoch nicht nötig, da das Spiel viele Möglichkeiten für “Pick-up Grouping” bieten würde. Das Gründen von Gruppen soll dabei unter anderem durch ein Mentoren-System vereinfacht werden, welches höherstufigen Spielern erlaubt, andere Spieler zu unterstützen und sie dafür belohnt.pantheon-grün-geist

Todgesagte leben länger: die Downtime!

Aber auch ein anderes, bereits für Tod erklärtes ‘Feature’ will das Team von Pantheon zurückbringen: die Downtime! Die Idee dahinter sei, dass man Spielern wieder Momente der Inaktivität geben will, eine Chance, mit anderen Spielern zu reden, Dinge zu handeln und Strategien zu besprechen, denn „ohne jeden Grund sich mal kurz hinzusetzen und zu warten (und zu sprechen), wird das ‚Socializing‘ zwischen Spielern behindert“, betont Brad McQuaid.

Unter ‘Downtime’ versteht das Team jedoch nicht das künstliche Strecken von Content durch unnötige Pausen, um so den Content größer aussehen zu lassen als er eigentlich ist. Wie genau dies jedoch nun in Pantheon umgesetzt werden soll, lies McQuaid offen.

Vielmehr sei es das Ziel der Entwickler, die Spielsitzungen generell kürzer zu machen, als man dies von Oldschool MMORPGs früher gewöhnt war. Ein Zeitfenster von zwei Stunden soll für fast alle Herausforderungen im Spiel genügen. Längere Sitzungen in Form von fünf- oder gar zehnstündigen Raids seien laut McQuaid nicht mehr mit dem Leben der meisten Spieler in Einklang zu bringen.pantheon-festung

Erste Gameplay-Eindrücke aus der Pre-pre-Alpha

Damit man sich als Spieler auch schon mal vorab ein ungefähres Bild des späteren Spiels machen kann, hat sich Brad McQuaid während der GDC dazu entschlossen, ein erstes Gameplay-Video zu präsentieren, wobei er mehrfach darauf verweist, dass es sich bei den gezeigten Spielszenen um ungefiltertes und angeschnittenes, Pre-pre-Alpha-Material handele und viele Elemente noch nicht an ihrem Platz sind.

Das Video macht bereits einen guten Eindruck, zeigt aber auch wo die Reise hingeht, denn das Spiel ist mit seinem gruppenlastigen Content eindeutig an die Fans des ersten EverQuest und Vanguard gerichtet.

VIA MMO.it
QUELLE MassivelyOP
QUELLE PantheonMMO
Matthias Winter
Matthias hat bereits Ende der 90er seine Liebe für MMORPGs und die Community Arbeit entdeckt, in der er nun seit über 10 Jahren redaktionell aktiv ist.