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Overwatch-Syndrom: Dauntless geht gegen Monster Hunter World unter

Mit dem Release von Monster Hunter World dürfte es für das Free2Play-spiel Dauntless (PC) eine Herausforderung sein, neben dem Riesen von Capcom zu bestehen. Greift das “Overwatch-Syndrom”, das schon für einige Hero-Shooter das frühe Aus bedeutete?

Als Phoenix Labs 2016 mit der Entwicklung von Dauntless begann, sollte das Action-RPG eine Lücke schließen: Es sollte ein Monster-Hunter-Ersatz für die Plattformen sein, für die es kein Monster Hunter gab.

Dauntless sollte etwas bieten, dass die Franchise Monster Hunter vermissen ließ:

  • Dauntless ist Free2Play, Monster Hunter ein Vollpreistitel
  • Dauntless wurde hauptsächlich für den PC entwickelt, während Monster Hunter zum Großteil auf Handheld-Konsolen erschien. Außerdem hatte man bei Dauntless schon mit Ports für PS4 und Xbox One geliebäugelt – da gab es kein Monster Hunter.
    • Dauntless sollte dadurch zugänglicher für den Westen sein. Monster Hunter konnte sich bisher vor allem in Japan durchsetzen, da Handheld-Konsolen sich hier großer Beliebtheit erfreuen.
  • Dauntless sollte außerdem einen starken MMO-Charakter erhalten und seinen Fokus auf das gemeinsame Spielen legen.

Als die Entwicklung von Dauntless begann, wusste aber noch keiner, dass Monster Hunter World bereits in den Startlöchern für ein Release stand. Capcom kündigte Monster Hunter World für PC, PS4 und Xbox im Juni 2017 auf der E3 an.

Dauntless-Quillshot

Interesse an Dauntless sinkt, während das an Monster Hunter World weiter steigt

Gleich nach der Ankündigung von MHW wurden die Entwickler von Dauntless gefragt, wie sie den neuen Konkurrenten sehen.

Bei Phoenix Labs behauptet man, dass man sich auf Monster Hunter World freue und dem Release des Titels locker entgegen sieht. Dauntless sei schließlich Free2Play – Die Konkurrenz sah man eher in anderen komplexen Free2Play-Titeln wie Warframe.

Dauntless freut sich auf Monster Hunter World – Keine Konkurrenz

Diese Hoffnung und Ideen von Dauntless haben sich in der Realität aber nicht erfüllt.

Dauntless und Monster Hunter World haben das Jagen auf Monster als Core-Gameplay und teilen sich das Genre des Action-RPG. In beiden Spielen erledigt man immer stärkere Monster, um an bessere Ausrüstungen zu gelangen und damit noch stärkere Monster zur Strecke zu bringen.

Es ist bei den Google Trends deutlich zu erkennen, dass sich das Interesse an Dauntless in einem Abwärtstrend befindet. Im Gegenzug ist das Interesse an Monster Hunter World seit seiner Ankündigung stark gestiegen.Interessen-Vergleich

Dauntless wollte eine Lücke füllen. Jetzt hat Capcom diese Lücke selbst geschlossen.

Capcom brachte genau die Punkte zu Monster Hunter, die Dauntless anders machen und ergänzen wollte:

  • Monster Hunter World erscheint auf den gängigen Plattformen PC, PS4 und Xbox, die auch im Westen beliebt sind
  • Es wird einen starken MMO-Anteil geben:

Der stärkste Unterschied, der bleibt:

  • Dauntless ist Free2Play und Monster Hunter World ist Buy2Play.

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Capcom hat mit Monster Hunter eine etablierte Marke – Dauntless steht am Anfang

Capcom produziert die Monster Hunter Reihe seit 2004 und konnte sich vor allem über positive Mundpropanda verbreiten. Als starke Punkte werden das anspruchsvolle Gameplay und das süchtig machende Loot-System angesehen.

Monster Hunter World baute über die Jahre einen ansehnlichen Ruf auf und steht für Qualität. Hinzu kommt, dass Capcom in der Zwischenzeit einiges Kapital durch die Franchise erwirtschaften konnte. Das ist ein Vorteil, man hat ganz andere Möglichkeiten, Werbung und PR für Monster Hunter World zu schalten, als das Dauntless kann.

  • Die Entwickler sind durch die vorhandenen Ressourcen in der Lage eine gewaltige Welt zu erschaffen, die ansprechend aussieht und flüssige Mechaniken aufweist.
  • Capcom kreierte außerdem in den letzten Monaten ordentlich Hype für Monster Hunter World und feuerte einen hochwertig produzierten (Gameplay-)Trailer nach dem nächsten raus.
Dauntless-Gnasher
Dauntless hingegen steht als Marke noch am Anfang und hat einen weiten Weg vor sich. Die Open-Beta wurde von Phoenix Labs bis ins Jahr 2018 verschoben, da es noch zu viel Kritik der Spieler gab.
Die Kämpfe gegen die Monster sind schon ausgereift und bieten interessantes und spannendes Gameplay. Trotzdem ist Dauntless von Bugs überzogen und bietet lange nicht die Vielfalt an Maps, Waffen, Rüstungen und Monstern, die Monster Hunter World schon im Januar haben wird.

Das Overwatch-Syndrom: Wenn Godzilla kommt und alles zertrampelt

Dauntles steht jetzt einem Problem gegenüber, mit dem seit dem Release von Overwatch auch viele Helden-Shooter zu kämpfen haben:

Die meisten Helden-Shooter sind auf Dauer dem Konkurrenz-Druck von Overwatch unterlegen. All diese Spiele sind und waren liebevoll, kreativ und hochwertig produziert. Mit der Qualität der Titel hat der Untergang der vielen Helden-Shooter wenig zu tun.
Wenn aber ein Gigant wie Blizzard vorbeikommt, haben es kleinere und unbekannte Produktionen schwierig. Denn genau wie Capcom ist Blizzard eine etablierte Marke, die Kapital besitzt und zu der Spieler Vertrauen aufgebaut haben.
Blizzard schaffte es, den Markt für Helden-Shooter zu sättigen und verputzt den Kuchen jetzt fast alleine.
Monster Hunter World Hunters Weapons

Es wird schwierig für Dauntless sich neben Monster Hunter World zu etablieren

Leya meint: Mit dem Release von Monster Hunter World kommt eine harte Zeit auf Dauntless zu.

Denn auch, wenn Dauntless sich mehr in der Konkurrenz zu Free2Play-Titeln wie Warframe oder Path of Exile sieht, wird Monster Hunter World einen gewaltigen Druck auf Phoenix Labs ausüben.

Diesem Vergleich kann Dauntless nicht ausweichen.

Als ich Dauntless vor ein paar Wochen für ein paar Stunden anspielte, haben mir die Kämpfe und Waffen gut gefallen. Sie waren flüssig und die verschiedenen Monster-Phasen spannend. Es dürfte aber noch lange nicht da sein, wo ein Monster Hunter World schon beim Release aller Voraussicht nach stehen wird.

Dauntless-Embermane2

Eine kritische Phase wird für Phoenix Labs eingeläutet, wenn Monster Hunter World auf dem PC erscheint – Die derzeitige Hauptplattform von Dauntless. An Overwatch kann man sehen, dass Spieler durchaus bereit sind in die Tasche zu greifen, um für eine entsprechende Marke und Produktion zu bezahlen.

Phoenix Labs wird als Indie-Entwickler vor allem das Band zu seiner Community stärken und auf starke Updates setzen müssen, die Dauntless noch mehr Alleinstellungsmerkmale verpassen.
Bisher ist noch wenig über das Endgame von Monster Hunter World oder Erweiterungen bekannt. Wenn Dauntless den Marathon lang genug übersteht, könnte Phoenix Labs durchaus nach hinten heraus punkten.
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