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Overwatch: 16 Stunden Training täglich, mit 10 Mann in einem Zimmer schlafen und das Essen ist auch mies

“Als Profi-Overwatch-Spieler hat man es gut, denn man kann den ganzen Tag zocken.” Unter diesen Bedingungen vergeht einem aber bestimmt der Spaß.

Die Spieler vom koreanischen Overwatch-Team “Mighty Storm” behaupten, dass sie vom Trainer-Team schlecht behandelt wurden. Sie sagen, dass sie bis zu 16 Stunden am Tag trainieren mussten und dabei eine schlechte Trainings-Umgebung hatten. Es gab beispielsweise nur ein einziges Schlafzimmer, das sich 10 Personen teilen mussten. Weil das Essen oft nicht für alle Spieler reichte, mussten sie sich von ihrem eigenen Geld Essen kaufen. Außerdem wurden sie angeschrien und demotiviert.

Das Training ging von mittags bis 05:00 Uhr morgens

Gegenüber einer eSports-Webseite haben die Mitglieder vom Team Mighty Storm erzählt, unter welchen Bedingungen sie arbeiten und leben mussten. Die Trainingszeiten waren lang. Es ging mittags los und endete manchmal erst 04:00 Uhr oder 05:00 Uhr morgens.

Über den Tag verteilt gab es nur  ein oder zwei Mahlzeiten. Diese Mahlzeiten bestanden aus 2-3 Wachtel-Eiern, Kimchi und einer Art süß-salzigen-Sojabohnen-Paste. Lecker. Weil das Essen oft nicht für alle Personen ausreichend war, mussten sich die Spieler auf eigene Kosten Essen besorgen.Overwatch Essen

Wenn man sich das Schlafzimmer nicht mit 10 Leuten teilen wollte, konnte man im Wohnzimmer schlafen. Eine Alternative zum Badezimmer gab es allerdings nicht. Es gab genau ein Badezimmer, das sich 16 Personen teilten.

Die Bezahlung lief, laut Aussage. der Spieler auch nicht so wie geplant. Abgemacht war wohl eine Bezahlung von 70/30 (Team/Organisation). In vergangenen Turnieren wurde sich angeblich nicht an diese Abmachung gehalten.

Trainer demotivierten die Spieler vor Matches

Während eines Turniers im November wurden sie von Lunatic-Hai, einem der stärksten Overwatch-Teams, besiegt. Bevor sie gegen dieses Team antraten, sollen die Trainer angeblich zu den Mighty-Storm-Spielern gesagt haben: “Ihr werdet heute wahrscheinlich 3:0 verlieren.” Außerdem sollen sie dem Team keine taktischen Hilfen oder Strategien für dieses Match gegeben haben. Als das Team anschließend aus dem Turnier ausschied, gab es für diesen Tag kein Essen mehr. Die Trainer sagten, dass “sie sich kein Essen verdient haben”.

Nach einer Niederlage im Oktober, wurden die Spieler angeblich von den Trainern angeschrien. Sie sollten das Fahrzeug verlassen, was die Spieler zum Team-Haus bringen sollte. Nachdem sie dann 40 Minuten zum Team-Haus gegangen sind, sagten die Trainer “Ihr seid es nicht mal wert, Training zu bekommen.”

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Nun fragt man sich vielleicht, warum die Spieler nicht einfach das Team verlassen. Auch dazu gibt es eine Geschichte: Als der Spieler Gang “SIP” Jun Hyeong seinen Wunsch äußerte, das Team zu verlassen, antwortete das Management, dass das Vertrags-Bruch wäre. Sie würden das dann der KeSPA (Korean eSports Association) melden und er könnte anschließend nie wieder professionell Overwatch spielen. So eine Drohung macht auf junge Spieler einen starken Eindruck.

Die Organisation weist die Vorwürfe zurück

Laut Organisation sind die Vorwürfe gegen sie nicht wahr. Beispielsweise ist der Team-Kapitän Jun Hyeong angeblich seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Aus diesem Grund gab es nach dem OGN-APEX-Turnier kein Geld von der Organisation.

Dass es zu wenig Essen gab, stimmt laut des Managements auch nicht. Außerdem sollen bestimmte Sätze anders gesagt worden sein. Anstatt zu sagen, dass das Team schlecht ist, sagte man ihnen “Wenn Ihr so weiter trainiert, dann werdet ihr 3:0 verlieren”. Klingt schon gleich viel netter, oder?

Die KeSPA geht auf die Anschuldigungen ein und sagt, dass das Team juristische Unterstützung bekommen wird. Hoffentlich wird es bei dieser Geschichte ein Happy End geben.

Das neue Overwatch League-System soll die Zukunft des eSports sein. Dort soll es neben einem Vertrag mit festem Gehalt noch weitere positive Aspekte für Spieler geben. Wie dieses System funktioniert und was Ihr Euch darunter vorstellen könnt, erklären wir Euch hier.

QUELLE PCGamesN
Patrick Freese

Teemo for president!