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Sexueller Übergriff: Overwatch-Team feuert Manager kurz vor Ligastart

Sexueller Übergriff: Overwatch-Team feuert Manager kurz vor Ligastart

Kurz vor dem Start der Overwatch-League am 6.Dezember zerrüttet ein Vergewaltigungsvorwurf die Fangemeinde. Die Community ist, wie sie es in einem solchen Fall immer ist: geteilter Meinung.

Was ist überhaupt geschehen?

Am 6. November versendete Twitch-Streamerin Krystlin einen Tweet, in dem sie dem für Overwatch eingeteilten NRG eSports Manager Maxwell Bateman sexuelle Übergriffe vorwarf. Der Vorfall ereignete sich ihr zufolge am 30.September dieses Jahres nach einer gemeinsamen Feier mit befreundeten Overwatch-Spielern, bei der er ihr eventuell K.O.-Tropfen ins Getränk gegeben haben soll.

Im Hotelzimmer angekommen, habe er sie später, als sie noch benommen im Bett lag, sexuell missbraucht. Erst ein paar Tage später erinnerte sie sich an immer mehr Details jener Nacht und konfrontierte ihn via Messenger, bevor sie sich am Sonntag mit dem Tweet an die Öffentlichkeit wandte.

Wahr oder falsch?

Bei solchen Vorwürfen branden immer wieder Zweifel ob der Richtigkeit der Aussage auf. Viele vermuten dann eine Gier nach Aufmerksamkeit oder schlichtweg Rufmord. Leider gibt es auch immer wieder Fälle, in denen tatsächlich gelogen wurde.

Aber: Grundsätzlich sollte man nicht dazu verfallen, “Victim-Blaming” zu betreiben. Manche vergessen, dass sich viele Opfer (egal, ob es sich um weibliche oder männliche handelt) nicht sofort trauen, Anzeige zu erstatten. Die derzeitige #meetoo-Bewegung hat dahingehend einigen Mut gemacht.

In diesem speziellen Fall hat Krystlin auch die Textmessages veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass sich Bateman tatsächlich für irgendetwas schuldig fühlt und eine Handlung als verwerflich ansieht.

“Ja ich weiß, dass das, was ich getan habe, falsch war. Und ich verspreche dir, dass das nie wieder passieren wird” [Quelle: twitter]

Am Dienstag veröffentlichte er dann selber via Twitter ein Statement, in dem er primär angibt, es nicht öffentlich bereden und auf einen offiziellen Prozess warten zu wollen.

Die Reaktion des Overwatch-Teams

Für uns vielleicht am spannendsten aber dürfte die Reaktion der Liga und NRGs sein. Bateman sollte das Team San Francisco Shock betreuenDieses Team repräsentiert San Francisco in der Overwatch Liga und gehört Andy Miller, der wiederum der CEO von NRG Esports ist. Der zog augenblicklich, nur 14 Stunden später, Konsequenzen aus dem Vorfall und entließ Bateman.

Er bezieht sich auf die “zero tolerance policy” von NRG Esports, die solches Verhalten offenbar nicht duldet. Man will nicht hinter solchen Taten stehen und macht dies mit diesem Schritt auch sehr deutlich. “Keine Toleranz und kein Schutz den Tätern”.

Wie geht es weiter?

Die Polizei Las Vegas’ hat bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Statement veröffentlicht. Letztlich muss man abwarten, was die Ermittlungen ergeben. Als Fazit möchte ich persönlich daraus ziehen, dass ich es prinzipiell gut finde, dass NRG Esports nicht hinter einem mutmaßlichen Vergewaltiger steht und das auch genau so öffentlich kommuniziert, um ein Zeichen zu setzen.

QUELLE Kotaku
Guddy Hoffmann-Schoenborn

Exil-Rheinländerin im Weißbierland. Liebt Comics, Phantastik und, Überraschung, Videospiele. Tänzelt mehr oder minder kreativ durch die Welt. Lieblingsspielegenres: Shooter, Adventures und Rollenspiele.