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Fans wollen Open World in MMORPGs, haben keine Lust, sie zu erkunden

Fans wollen Open World in MMORPGs, haben keine Lust, sie zu erkunden

Viele Fans von MMORPGs möchten riesige, offene Spielwelten haben, doch fordern sie im gleichen Atemzug auch Teleportmöglichkeiten, um schnell von A nach B zu gelangen.

Eine große offene Spielwelt ist eigentlich für ein MMORPG obligatorisch. Es gibt viel Platz für alle Spieler, viel zu erkunden, viele Orte, an denen Quests ablaufen oder man Ressourcen sammeln kann. Irgendwie gehört für viele Spieler eine offene Welt zu einem MMORPG dazu.

Wird ein Online-Rollenspiel ohne eine solch offene Welt angekündigt, dann ist die Kritik groß. Ein Beispiel hierfür ist Shroud of the Avatar. Das Multiplayer-RPG von Richard „Lord British“ Garriott besitzt viele Szenen, die durch eine Überlandkarte verknüpft sind, wie man sie eigentlich von JRPGs her kennt.

 

MMOs brauchen eine Open World, auch, wenn sie nicht genutzt wird

Man könnte also meinen, dass die Erkundung einer Open World wichtig für die Spieler ist. Nun wird das angekündigte MMORPG Ashes of Creation eine solche offene Welt bieten und es gibt dennoch Kritik. Woran liegt das? In Ashes of Creation wollen die Entwickler das Erkunden der Spielwelt in den Vordergrund stellen. Wer zu einem Dungeon reisen will, der muss auch wirklich dorthin wandern.

Es soll wenige bis gar keine Möglichkeiten der Schnellreise geben. Und genau das stößt den Fans sauer auf und ist auch ein Problem bei Shroud of the Avatar. Denn auch dort fehlen Schnellreise-Systeme.

Es ist eine Art Paradoxon. Auf der einen Seite möchten Spieler eine große, offene Welt in einem MMORPG haben, doch erkunden will man sie eher nicht so gerne. Zumindest will man lange Laufwege überbrücken können. Beispielsweise nach dem Sammeln von Rohstoffen schnell in die Stadt zurück teleportieren, um die Beute direkt verkaufen zu können. Denn in einem MMO ist auch Effektivität  wichtig. Nur, wer dem Schmied möglichst schnell die Rohstoffe liefern kann, bekommt auch weitere Aufträge. Allerdings leidet darunter das Erkunden der Welt.

Shroud of the Avatar Weltkarte

Schnellreise ist für viele wichtig

Denn gerade dann, wenn man sich auf dem Weg zur einem Dungeon oder einer anderen Stadt befindet und auch mal links und rechts des Wegesrands schaut, kann man interessante und ungewöhnliche Dinge entdecken. Diese sind es, die einem dann in Erinnerung bleiben und eine Reise interessant gestalten. Im Prinzip könnte man sagen, dass der Weg das Ziel ist.

Doch was bringt eine Open World, in der sich die Entwickler viel Mühe geben, um sie mit abwechslungsreichen und interessanten Inhalten zu füllen, wenn die Spieler sich nur schnell von A nach B teleportieren möchten?

Fehlt die offene Welt aber, dann wird trotzdem kritisiert. Dabei müssen Spiele nicht immer eine Open World haben. Sind kleinere Gebiete, die dafür umso mehr Content bieten, nicht besser? Doch hier scheint sich Widerstand zu bilden. Die Open World gehört einfach zu einem MMORPG dazu. Egal, ob sie „genutzt“ wird oder nicht. Denn es geht auch nicht nur darum, dass man sie immer komplett abgrasen muss, sondern, dass man theoretisch die Möglichkeit dazu hat. Diejenigen, die das möchten, sollten es tun können, während die anderen, die sich lieber teleportieren, auch dazu die Möglichkeit bekommen sollen.

Daher stelle ich mal die Frage: Wie wichtig ist euch eine große Open World in einem MMORPG und nutzt ihr diese auch aus?


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Andreas Bertits blickt auf über 10 Jahre Berufserfahrung im Gaming-Journalismus zurück. Er war 6 Jahre Redakteur des Spielemagazins PC Games, bevor er sich selbstständig machte und ist nach wie vor leidenschaftlicher Gamer.