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Game of Thrones Kolumne

Nerdhobbies – Game of Thrones

Es gibt Tage, an denen will man einfach nicht raiden, findet keine Partner für Rollenspiel und auch HearthStone muss mal pausiert werden. Doch was stellt man dann mit seiner kostbaren Freizeit an?

Interessanterweise haben wir Gamer auch abseits der Spiele oft die gleichen oder sehr ähnliche Interessen, weshalb ich in dieser neuen Kolumne mit Euch über eben diese sprechen will, frei nach dem Motto: Was treiben die Zocker, wenn die Tastatur einmal Pause hat?

Auch hier möchte ich gerne auf eure Ideen und Vorschläge eingehen, das gelingt natürlich nur, wenn ihr sie fleißig in den Kommentaren mit mir teilt!

Das Lied von Eis und Feuer!

Game of Thrones CoverDen Anfang mache ich mit der Serie “Game of Thrones” (GoT) oder dem Buchtitel “Das Lied von Eis und Feuer”. Ich versuche das Ganze so spoilerfrei zu halten, wie nur möglich, um allen noch die Chance zu geben, selbst in das Fantasy-Epos einzutauchen.

Zuerst sei gesagt, dass GoT wohl nicht das typische “Nerd-Hobby” ist, wie es vielleicht ein Sammelkartenspiel oder Live-Rollenspiel ist, denn es ist bei fast allen Bevölkerungsschichten beliebt und die einzigen Personen, die sich dem bisher verweigern, waren Leute, denen das “zu Mainstream” war.

Doch was macht den Reiz dieser Welt aus?

Was sorgt dafür, dass selbst unterschiedliche Generationen sich von dieser Serie begeistern lassen?

Meiner Meinung nach ist es nicht nur der viel gelobte und ebenso oft kritisierte Einsatz von Sex- und Gewaltszenen, sondern die Gestaltung der Welt als Ganzes – wobei die ersten Punkte sicher auch einen großen Einfluss haben.

Anders als heute üblich schreckt die Serie nämlich nicht davor zurück, eine brutale, grausame, sexistische Fantasywelt auch überzeugend darzustellen. Krieg wird in unzähligen Sendungen thematisiert, doch nur die wenigsten gehen auch auf die ebenso schrecklichen “Nebenprodukte” ein. Tabuthemen wie Folter von Kriegsgefangenen, Vergewaltigung, Verkrüppelung oder Inzest werden aufgegriffen und von mehreren Seiten betrachtet.

Game of Thrones

Hier tauchen nur wenige Moralapostel auf, die das ändern wollen: Die Welt ist grausam, die Menschen haben sich daran gewöhnt. Und exakt diese Zustände machen diese Welt so überzeugend. So sehr ich Gewalt in der realen Welt verabscheue – hier ist sie stimmig um nicht zu sagen großartig und die explizite Darstellung ist eine willkommene Abwechslung zu dem heutzutage typischen “Ausblenden” von Grausamkeiten.

Der zweite, große Faktor sind die Charaktere und ihre Vielschichtigkeit.

Westeros und die angrenzenden Gebiete strotzen nur so vor unterschiedlichen Personen und keine davon folgt einem plumpen Superhelden-Schema wie etwa: “Ich will Gutes tun, weil es gut ist.” Jeder der über 40 (mehr oder weniger) relevanten Akteure hat eine bedeutsame Vergangenheit, sein eigenes Set an moralischen Vorstellungen, Plänen und Absichten und nur selten ist der erste Eindruck eines Charakters auch der, den man zwei Folgen weiter noch hat … bevor er sich danach wieder ändert. Trotz dieser stetigen Veränderung der Perspektive bleiben alle Rollen überzeugend – vielleicht sogar gerade deswegen.

Der letzte Punkt ist für mich die Komplexität der Welt.

Anders als in vielen anderen Geschichten sind es nicht nur zwei verfeindete Parteien, die um die Macht kämpfen, sondern insgesamt 11 Adelshäuser, die teilweise sogar innerhalb ihrer eigenen Reihen mit Verrat und Missgunst zu kämpfen haben. Magie und Drachen sind ein Mysterium, gelten inzwischen als Ammenmärchen und viele Geheimnisse der Welt sind in Vergessenheit geraten.

Der Zuschauer erlebt eine Entdeckung, ein spannendes Abenteuer und für jedes gelüftete Geheimnis tauchen zwei neue auf, ohne dass man vollkommen verwirrt zurückbleibt. Intrigen und politisches Ränkespiel sind für mich die tragenden Säulen der Handlung, die von der grandiosen Leistung der Schauspieler unterstützt wird.

Hochinteressant: Game of Thrones

“Game of Thrones” ist definitiv eine Serie für Erwachsene und auch die Buch- oder Hörbuchreihe ist kaum für jüngere Leser geeignet, zum einen wegen dem hohen Grad an Gewalt, zum anderen wegen den sehr komplexen Handlungssträngen, für die ich selbst so manches Kapitel wiederholt lesen musste.

Wer sich davon jedoch nicht abschrecken lässt, der kann sich in diese Fantasiewelt fallen lassen und sich auf das hochinteressante Spiel aus Intrigen einlassen und sollte das am besten vollenden, bevor im April die vierte Staffel ausgestrahlt wird – vorerst nur auf Englisch.

Ein letzter Tipp: Wer den Tod von geliebten Charakteren nicht verkraften kann, der sollte diese Serie meiden. Einer der häufigsten Sätze der Serie ist nämlich auch Programm:

Im Spiel um die Throne gewinnt man, oder man stirbt.

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Cortyn

Dämon vom Dienst. Mit Herz und Seele dem Rollenspiel verschrieben. Achtung: Artikel könnten Spuren von Meinung enthalten!