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Monster Hunter World wird Veteranen & Anfängern gerecht – Anspieltest

Monster Hunter World wird Veteranen & Anfängern gerecht – Anspieltest

Monster Hunter World (PC, PS4, Xbox One) war auf der Gamescom erstmals anzuspielen. Unsere Autorin Leya hat die Gelegenheit genutzt und sich auf die Spuren des Anjanaths begeben, um die Bestie zu erschlagen. Als Veteranin der Monster-Hunter-Serie war sie begeistert von den übergangslosen Maps und auch von den Neuerungen wie den Scout-Fliegen. Lest hier ihre ersten Eindrücke.

Monster Hunter World ist ein Action-RPG, in dem der Spieler in die Rolle eines Monster-Jägers schlüpft und Bestien in epischen Kämpfen erschlägt. Die Titel sind alleine oder mit bis zu 4 Spielern im Coop zu bestreiten.

Im Mittelpunkt stehen ein Skill-basiertes Aufstiegs- und tiefgehendes Crafting-System für Rüstungen, Waffen und Fallen. Um der ultimative Jäger zu werden, begeben sich die Spieler auf Quests, in denen sie sich durch unterschiedliche Gebiete und ein realistisches Ökosystem schlagen müssen.

Die Franchise ist in Japan unfassbar beliebt und wird vor allem auf Handheld-Konsolen gespielt. Obwohl sich die Serie über 40 Millionen mal weltweit verkauft hat, blieb der Erfolg von Monster Hunter vor allem auf Asien beschränkt.

Das wird sich jetzt ändern. Capcom bringt Monster Hunter World in den Westen und veröffentlicht den Titel hier auf PS4, Xbox One und PC. 

Auf der Gamescom spielte ich Monster Hunter World auf der PS4 und bin einfach hin und weg. Ich habe mich wieder neu in die Franchise verliebt und freue mich über die Neuerungen. 

Monster Hunter fesselt durch epische Kämpfe und tiefgehendes Crafting-System

Ich habe Monster Hunter früher auf der Handheld-Konsole gespielt und die Serie einfach genossen. Mein letzter Titel war Monster Hunter 4 Ultimate, das im Jahr 2015 auf dem 3DS in Europa erschienen ist.

Monster Hunter hat mich von der ersten Stunde an gefesselt. Ich mochte die epischen, langen Schlachten mit den Kreaturen, die stark an MMORPG-Bosskämpfe erinnern. Sammler und Looter wie ich kommen hier voll auf ihre Kosten. Denn Monster Hunter besitzt ein tiefgehendes Crafting-System, für das Ihr allerlei Material aus der Umgebung und von den Monstern benötigt.

Die Franchise verzichtet dabei auf eine tiefgehende Story und konzentriert sich auf pures Gameplay und Craften. Das wird auch in World so bleiben. 

In einem stillen Kämmerlein wartete Monster Hunter World nun auf mich – Schon Tage vorher war ich ganz aufgeregt, den neuen Teil des Action-RPGs endlich testen zu dürfen. Nun stand es greifbar auf der PS4 und einem großem Fernseher in 4K vor mir.

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Monster Hunter World spielt sich durch neue Features “lebendiger” als seine Vorgänger

Ich konnte mir aussuchen, ob ich eine Anfänger-Quest oder eine für Veteranen starten würde. Ich fühlte mich sicher im Sattel und startete die Schwierige. Die führte mich direkt zu der Mission, in der man den Anjanath erschlagen muss. Das ist die Quest, die Capcom uns in seinem ersten Gameplay-Video von Monster Hunter World vorgestellt hat. 

Mit dem klassischen und schwerfälligen “Great Sword” machte ich mich auf, den Anjanath zu erschlagen.

Monster Hunter World bringt ein paar entscheidende Veränderungen zu seinen Vorgängern mit: 

  • Scout-Fliegen, die für den Jäger Monster aufspühren.
  • Action-basierte Waffen, wie Gewehre und Greifhaken
  • Direkte Belohnungen im Gameplay, wie der Tarnumhang
  • Die Umgebung ist dynamisch und kann genutzt werden
  • Übergangslose Maps, die Gebiete sind nicht mehr durch einen Ladeschirm unterbrochen

Viele Veteranen der Franchise hatten die Befürchtung, dass Monster Hunter durch diese neuen Features für den Westen “verdummt” werden würde.

Bis auf die Action-basierten Waffen konnte ich all diese Veränderungen erleben und spüren. Von einer Verdummung des Spiels merkte ich dabei nichts. Die neuen Features haben Monster Hunter lediglich mehr Dynamik hinzugefügt und machen das Gameplay noch brisanter.

Das Gefühl eines lebendigen und atmenden Ökosystems, in dem ich mich als Spieler bewege, wird durch die Neuerungen unterstützt. Die Welt wirkt viel freier und offener als die der Vorgänger, was tatsächlich ein “Open World”-Gefühl vermittelt.

Ich wurde durch keinen lästigen Ladeschirm aus dem Spielfluss herausgerissen und konnte mit der Welt um mich herum interagieren. Überall gibt es kleine Pflanzen oder Tierchen, die man für sich nutzen kann. Frösche, die explodieren und betäuben, oder explodierende Pflanzen, die blenden, können den Monstern zu schaffen machen.

Scout-Fliegen suchen den Anjanath für mich – Nie war es so simpel, ein Monster aufzuspüren

Die Scout-Fliegen sind neben den übergangslosen Maps wohl die größte Veränderung der Franchise. Die kleinen, grünen Käferchen schwirren in der Welt herum und suchen mir mein Monster. Als Jäger muss ich Fußspuren analysieren oder im Falle des Anjanaths die Schleimspuren, die er überall hinterlässt.

Sobald ich einen Fußabdruck finde und analysiere, erhalten die Fliegen Erfahrungspunkte und können sogar leveln. Um besonders starke Scout-Fliegen zu erhalten, muss ich so viele Spuren wie möglich begutachten. Dadurch lernen die Fliegen und finden die Kreaturen schneller und einfacher.

Die Fliegen führen mich von der einen Spur zur anderen und ich kann einfach hinter ihnen herlaufen. So entspannt habe ich noch in keinem Monter Hunter eine Kreatur aufgespürt. In den alten Teilen musste man die Monster mit Farb-Bomben markieren und hatte einen langwierigen und mühseligen Prozess vor sich. Das Monster konnte in jedes Gebiet abhauen und die Farbe blätterte nach einer Weile ab.

Diese Veränderung fühlt sich als Veteran erst mal seltsam an und ich fragte mich: “Ist das für einen Monster-Hunter-Titel nicht viel zu einfach?” Nachdem ich diese Art des Aufspürens aber eine Weile auf mich wirken ließ, fand ich meinen Gefallen an den Fliegen.

Sie führen mich durch die verschiedenen Gebiete, gaben mir Fokus und inwieweit ich von ihrer Spur abweiche und auf eigene Faust erkunden gehe, bleibt letztendlich mir überlassen.

Das Aufspüren der Monster geht durch die Fliegen entspannter und kostet in der Jagd weniger Zeit. Das hat mir dann doch gefallen. 

Der Kampf mit dem Anjanath fühlte sich durch die übergangslosen Maps echt an

Ich verfolgte meine Fliegen eine Weile und kam irgendwann in einer Höhle an, in der ich eine schlummernde Kreatur vor mir fand: den Anjanath.

Hier hätte ich unterschiedliche Strategien wählen können, um den Kampf anzupacken. So hätte ich ein Netz auf ihn schleudern können, um ihn einzuschränken.

Da ich aber mein großes, plumpes Schwert bei mir hatte, entschied ich mich für das Folgende: den Anjanath im Schlaf überraschen und einfach auf ihn eindreschen! Das machte das Biest ziemlich wütend und er packte mich direkt in sein großes Maul und schleuderte mich auf den Boden.

Als eiserne Jägerin ließ ich mich davon aber nicht abhalten und schlug mit verschiedenen Waffen-Kombos weiter auf das Monster ein. Irgendwann hatte der Anjanath wohl genug und trabte davon. Denn in Monster Hunter benehmen sich die Kreaturen realistische und laufen weg, wenn sie stärker verletzt sind.

Die Scout-Fliegen schwirrten direkt wieder los, um mir den Weg zum Anjanath zu zeigen. Ich rannte ihm durch enge Tunnel und durch Gras hinterher. Versuchte ihn wieder zu packen und auf ihn einzuschlagen.

Dabei fühlte sich die Steuerung schwerfällig und statisch an, wie man es von Monster Hunter gewöhnt ist. Durch die übergangslosen Maps war die Verfolgungsjagd aber super spannend und rasanter, als ich es von alten Teilen kannte.

Es fühlte sich echt an.

Monster Hunter World wird viele Jäger des Westens begeistern – Veteranen und Beginner gleichermaßen

Meine Zeit mit Monster Hunter World war leider eng begrenzt auf der Gamescom. Ich hatte noch gar nicht die Gelegenheit, die 14 Waffen-Typen und das ausgeklügelte Crafting-System zu testen.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass Monster Hunter World der bisher stärkste Titel der Franchise wird. All die Veränderungen, die auf den Westen zugeschnitten sein sollen, unterstützen das Gefühl eines atmenden Ökosystems und die Jagden fühlen sich so echt wie nie zuvor an. Auch wenn die Scout-Fliegen mir im ersten Moment zu simpel erschienen, passten sie ins Gesamt-Konzept.

Ich habe auch nur einen kleinen Ausschnitt gesehen und kann nicht beurteilen, ob das Aufspüren der Monster im Verlaufe des Spiels mit anderen – neuen – Herausforderungen verbunden ist. 

Diese Veränderungen könnten durchaus helfen, Anfängern den Einstieg zu erleichtern, nehmen aber nichts von der Tiefe des Games.

Denn die Kämpfe bleiben hochkomplex, die Monster benehmen sich unterschiedlich und man muss ihre Schwächen lernen. Die Umgebung ist viel lebendiger und gibt einem neue Möglichkeiten, seine grauen Zellen zu beanspruchen. Denn durch die interaktiven Pflanzen und Tiere ergeben sich komplett neue Strategien.

Ich bin nach dem Anspielen begeistert und freue mich umso mehr auf den Release. Monster Hunter World erscheint noch vor Ende März 2018 auf der PS4 und Xbox. Der PC ist etwas später dran.

Wie sieht es bei Euch aus? Freut Ihr Euch schon auf Monster Hunter World oder lässt Euch die Jagd eher kalt? 


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Monster Hunter World wird Veteranen & Anfängern gerecht – Anspieltest

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