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Insider sagt: EA ist egal, was Spieler wollen – Wichtig ist, wofür sie zahlen

Einzelne Spieler gaben 15.000 US-Dollar für Lootboxen in Mass Effect aus

Mit Lootboxen verdienen sich Entwickler eine goldene Nase. Deshalb werden jetzt sogar Entwicklerstudios umgestellt.

Manveer Heir hat inzwischen 12 Jahre in der Videospielbranche auf dem Buckel. Er arbeitete unter anderem als Entwickler an Mass Effect 3, Mass Effect: Andromeda oder an Wolfenstein. Vor wenigen Tagen gab er ein Interview im Podcast von Waypoint (Link in den Quellen) und sprach dabei nur wenig gute Worte über Electronic Arts.

EA hatte gerade bekanntgegeben, dass Visceral Studios geschlossen wird. Die Entwickler waren in den vergangenen Jahren vor allem für die „Dead Space“-Reihe bekannt – herausragende Horror-Shooter. Zuletzt arbeitete Visceral an einem „Star Wars“-Spiel, einem eher linearen Singleplayer-Titel.

Open World und Multiplayer für mehr Gewinn

In offizieller Mitteilung erklärte EA, dass das Spiel nun von einem anderen Studio weiterentwickelt wird und die Richtung der Entwicklung sich ändert. Man möchte „eine Erfahrung erschaffen, bei der die Spieler für lange Zeit immer wieder zurückkommen“.

Laut Heir bedeutet das im Klartext: Das Spiel soll „Open World“ werden und wohl auch einen Multiplayer bekommen. Denn das lässt sich langfristig besser vermarkten.

Diese Firmenpolitik ist auch der Grund, warum Spiele immer häufiger einen Multiplayer-Modus aufgezwungen bekommen. Gerade BioWare war immer für seine starken Singleplayer-Titel bekannt, wie etwa die „Mass Effect“- oder „Dragon Age“-Reihe. Diese Spiele haben einen Mehrspieler-Modus und eine (mehr oder weniger) offene Welt bekommen. Doch das geschah nicht, weil die Fans sich das wünschten, sondern weil man damit noch langfristig Geld gewinnen kann.

„Es geht EA nicht darum, was die Spieler wirklich haben wollen – es geht EA nur darum, wofür die Spieler bereit sind zu zahlen. Das sind nicht unbedingt die gleichen Dinge.“

Und dass die Spieler dafür zahlen steht außer Frage. Obwohl sich das die meisten „Normalspieler“ nicht vorstellen können, erzählt Heir von einzelnen Nutzern, die mehr als 15.000$ in „Lootkisten“ für den Multiplayer von Mass Effect 3 gesteckt haben. Diese Kisten enthalten Waffen, Power-Ups oder kosmetische Optionen für die Charaktere.

EA krempelt die Studios um

Als nächstes Beispiel nennt er Anthem, den Multiplayer-Shooter, der aktuell bei BioWare in der Entwicklung ist. Das ist alles andere als ein typisches BioWare-Spiel, die eigentlich für fesselnde Singleplayer-Titel bekannt sind. „Was das bedeutet ist, dass lineare Singleplayer-AAA-Titel für EA aktuell gestorben sind.“Anthem City guy failure

Allerdings gibt Heir hier auch Entwarnung, denn er sagt: „Bereits vor 12 Jahren gab es einmal diesen Trend, stärker auf Open World zu setzen.“ Und es würden sich immer wieder Entwickler finden, die dann die Nische ausfüllen würden, was zur Geburt von neuen Singleplayer-Studios führt.


Erst vor einigen Tagen hatten wir einen Artikel darüber, warum Singleplayer-Titel aus unserer Sicht aussterben.

QUELLE eurogamer.net
VIA waypoint.vice.com (Podcast)
Cortyn
Dämon vom Dienst. Mit Herz und Seele dem Rollenspiel verschrieben. Achtung: Artikel könnten Spuren von Meinung enthalten!
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