GameStar.de
› Ghost Recon Wildlands – Mit dem A-Team gegen Santa Blanca! Ein Coop-Erfahrungsbericht
Ghost Recon Wildlands Screenshot Kampf

Ghost Recon Wildlands – Mit dem A-Team gegen Santa Blanca! Ein Coop-Erfahrungsbericht

Ghost Recon Wildlands ist eigentlich ein Taktik-Shooter, in dem man mit der Präzision eines Chirurgen und der Lautlosigkeit einer Wildkatze den Feind unbemerkt ausschaltet. Zumindest in der Theorie. Lest hier, wie es unserem Autor Jürgen mit dem „A-Team“ ergangen ist.

Wer den Action-Film „Bad Boys 2“ kennt, erinnert sich sicherlich an diese Szene: Die Helden haben einen sorgsam geplanten Einsatz in eine wüste Schießerei eskalieren lassen und alles verpfuscht. Danach werden sie zu ihrem wütenden Captain ins Büro zitiert, der daraufhin die Bedeutung des Namens ihrer Abteilung (TNT) erklärt. „Tactical Narcotics Team! „T“ steht für Taktisch! Taktisch!!! Mit Fingerspitzengefühl!“

Ghost Recon Wildlands – Vier gegen das Kartell

Eine ähnlich deftige Nachbesprechung dürfte auch dem “Ghost Recon”-Team blühen, zumindest der von mir und meinen Kumpels gespielten Truppe. Nachdem ich im Solo-Modus schon einige Missionen durchgezogen hatte und dabei dank Drohnenaufklärung und sorgsam abgestimmten Synchronschüssen meist taktisch vorgegangen war, wollte ich das Spiel mal im Coop zocken.

Ghost Recon Wildlands Beta Coop ScreenImmerhin sind ja Spiele mit Coop-Modus immer besser, wenn man sie mit so vielen Freunden wie möglich zockt. Borderlands 2 ist das beste Beispiel. Daher war ich gleich zur Stelle, als ich eines Abends eine Spieleinladung von meinem Kumpel bekam, der schon mit zwei weiteren Mitstreitern im virtuellen Bolivien war.

GRW – „Wir haben einen Panzer!“

Während gerade der Login-Screen geladen wurde, malte ich mir bereits aus, wie Ghost Recon wohl im Coop aussähe. GRW ist ja kein wildes Geballer wie Borderlands, hier gilt es taktisch und besonnen vorzugehen. Zumindest dachte ich das …

Ghost Recon Wildlands WärmebildKaum war ich online, fühlte ich mich jedoch wie der glücklose Captain aus Bad Boys: „Hey, da bist du ja, wir haben einen Panzer am Haupttor und ich geh hinten mit dem Motorrad rein!“, schallte mir aus dem Teamspeak entgegen. Bevor ich noch richtig umrissen hatte, warum mein Kamerad unbedingt mit einem Motorrad die Nordtür stürmen wollte, brach schon die Hölle los:

„Argh! Mich hat’s erwischt!“

„Scheiße, da sind noch welche oben im Haus!“

„Kann mich jemand aufheben?“

„Hey, da liegt eine Kartell-Medaille!“

„Das nächste Mal mit Stealth, ehrlich!“

Am Ende siegten wir dennoch, wenn auch nur mit reiner Feuerkraft und dem ein oder anderen Respawn. Die Kartellbasis lag trotzdem in Trümmern und tote Sicarios pflasterten die ohnehin schon rotbraune bolivianische Erde. Doch die nächste Mission stand schon bevor und nachdem wir mit unserem geklauten Panzer ein paar weitere Kartellschergen (und ich glaube auch einen Zivilisten) auf der Straße einfach überrollt hatten, machten wir uns via Helikopter auf zum nächsten Missionsziel.

Ghost-Recon-Wildlands

Zumindest zu diesem Zeitpunkt hätte noch alles “By the Book” ablaufen können. Die Gegner waren markiert und mein Team in Stellung.

„Dieses Mal gehen wir aber taktisch vor! Mit Stealth!“, wurde mit gravitätischem Ernst im Teamspeak gelobt.

„Ja, geht klar, die nächste Basis ist gut befestigt, da machen wir alles wie aus dem Lehrbuch“.

Dass mein Kumpel schon auf dem Hinflug die Melodie vom A-Team summte, hätte mich eigentlich stutzig machen sollen …

„T steht für Totalschaden!“

Ja, ich geb’s zu, ganz unschuldig war ich am Verlauf der folgenden Mission nicht. Es ging schon damit los, dass ich besonders cool mit dem Fallschirm abspringen wollte, um als Sniper einen idealen Punkt auf einem Hügel vor der Feindbasis zu besetzen. Blöd halt, wenn man vergisst, nach dem Absprung den Fallschirm zu benutzen und Kopf voraus auf einen Felsen knallt.

Kurz darauf sah es aber dann wieder so aus.

Der Rest vom Team landete daraufhin wild ballernd in der Basis und kurz darauf war wieder das altbekannte Borderlands-Gameplay am Start.“

T“ stand hier wohl eher für „Totalschaden“ als für „Taktik“.

Aber wie sagt man so schön: Wichtig ist das Ergebnis, und auch diese Kartellbasis hielt unserer geballten Schießwut nicht lange stand. Dazu ein Mitspieler: „Das war doch Stealth, der Feind wusste nicht, was ihn traf!“

Ghost Recon Wildlands – Erlaubt ist, was gefällt

In diesem Stil ging es dann den Großteil des Abends lang weiter und wir erlebten allerlei haarsträubende Szenen, die nur ein Open-World-Spiel zustande bringt. Beispielsweise eine Mission, in der wir alle Eingänge der Feindbasis mit C4 verminten, nur um damit aus Versehen unseren Flucht-Heli gleich mitzusprengen. Oder eine Truppe übereifriger Rebellen, die mit ihrem bunten Partybus uns zu Hilfe kommen wollten, aber vor lauter Begeisterung über „La Revolución“ das halbe Ghost Team über den Haufen fuhren.

Ghost ReconWir hatten mit dieser eher chaotischen Spielweise dennoch einen Mords-Spaß und das Ghost Recon solches Vorgehen erlaubt, spricht für das Spiel. Gegen Ende des Abends gelang uns dann aber doch einmal ein fehlerfreier Zugriff und wir löschten einen Kartell-Stützpunkt aus, ohne den Feind zu alarmieren. Na also, geht doch!

Auch interessant: Ghost Recon Wildlands – 10 Tipps fürs den Taktik-Shooter

Jürgen Stöffel
Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.
Ghost Recon Wildlands Screenshot Kampf

Ghost Recon Wildlands

PC PS4 Xbox One