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In MMORPGs reich werden

Get rich (or die trying) – Wie werde ich reich in MMORPGs?

Das Goldcap bei World of Warcraft liegt bei knapp 1 Millionen Goldstücke, am Ende meiner aktiven Laufbahn als Wolf of Ogrimmarstreet hatte ich 3,5 Millionen Gold auf 4 Chars verteilt. Oder wie Gordon Gecko sagen würde (wenn er ein Goblin wäre und nicht Michael Douglas): Gier, in Ermangelung eines besseren Wortes, ist auch in World of Warcraft so richtig spitze.

Hier verrate ich ein paar Tricks, wie auch du zu einem goldgespritzten Reitworg, einer echt schicken Villa im angesagten Viertel von Donnerfels und zu einem eigenen Clip auf MTV Crips: Ogrimmar kommen kannst!

Disclaimer: Auch wenn die besagten Tipps sich meistens auf WoW beziehen, sind sie mit ein bisschen Grips auch für die meisten anderen MMORPGs zu gebrauchen. Allerdings kommt mein-mmo.de nicht für etwaige Schäden auf, die entstehen, wenn irgendwelche Dilithium-Blasen platzen oder Millionen Ewoks wegen fehlgeschlagener Minengeschäfte auf Tatooine arbeitslos werden!

Goblin-Erwerbsregel: Misstrauen ist die Mutter des Gnaargh!

Neulich in Tera: Ich war kurz zuvor 40 geworden, da schrieb mich einer freundlich an, machte etwas Smalltalk, wo es die besten Friseure in Lumbertown gäbe, ob man nicht mal zusammen in eine Ini gehen wolle, wie mir so Spaziergänge am Strand gefielen.

Ich dachte natürlich: Das ist halt mein Charisma, da kann man nichts machen. Dann ließ der Typ aber die Bombe platzen: Ob ich denn noch so ein paar von diesen Dingern hätte, aus dem Level-Beute von Stufe 40. Mein Noob-Abzocker-Alarm sprang an.

Ich sagte: Nee, wüsste ich nicht.
Er: Ach doch, guck mal.
Ich sagte: Jaa, hier ist doch was.
Er so: Und? Verkaufst du die? Zahl dir auch 10 Tausend dafür!

Jetzt hatte ich zu dem Zeitpunkt nur 30 Gold oder so – da klingt 10.000 natürlich wahnsinnig viel. Weil aber mein Noob-Abzocker-Alarm ansprang wie nichts Gutes, hab ich im Auktionshaus von Tera nachgesehen, was diese Dinger wirklich wert sind. Antwort: Natürlich viel mehr als nur 10.000, mehr so 40.000.

Der Typ wollte mich also übers Spitzohr hauen.

Was hat er richtig gemacht? Er hat gewusst, dass die meisten Lvl 40er in Tera ziemliche Noobs sind. Er hat gewusst, dass jeder mit lvl40 in Tera automatisch Items bekommt, die tradebar und wertvoll sind.
Was hab ich richtig gemacht: Ich war misstrauisch. Mehr nicht. Ich hatte keine Ahnung, wie viel die Items wirklich wert waren oder irgendwas anderes (weil ich ein Noob bin). Aber ich weiß: Wenn einer was von dir will und er dich für einen Noob hält, dann wird er versuchen, dich übers Ohr zu hauen.

[intense_icon type=”forward” size=”1″ color=”#cf2123″ /]Also: Niemals was verkaufen, von dem man nicht genau weiß, was es wert ist! Und niemals Geschäfte mit wem machen, der offenbar darauf baut, dass du keine Ahnung hast, was los ist.

Tera

2. Goblins-Erwerbsregel: Gier ist zwar super, aber lass dich davon nicht blenden!

Die wertvollsten Items in WoW sind die Spektraltiger, wie jeder weiß. Die gibt es über diesen fehlgeschlagenen Magic-Klon als „real existierende“ Trading Cards – und die Leute sind verrückt danach. Nun kommt es in regelmäßigen Abständen in Ogrimmar oder Sturmwind dazu, dass englisch sprechende Level-1 Charaktere einloggen und den Spektraltiger zu einem relativ günstigen Preis verkaufen: Für vielleicht 180.000 Gold oder so. Wenn man ein Gespräch mit denen führt, läuft es darauf hinaus, dass sie natürlich nicht das Mount selbst haben, sondern nur einen Code verkaufen.

Jetzt mag bei so manch unerfahrenem GWorld of Warcraftierhals schon im Kopf folgender Film ablaufen: Die Dollarzeichen flackern cartoonartig in den Augen, der Sprung ins Goldbecken von einem 8 Meter großen Kodo per Hechtsprung gelingt mit Bestnoten und man sieht sich auf einem funkelnden Spektraltiger durch die Straßen von Ogrimmar cruisen, während der neue heiße Scheiß irgendeiner Goblin. Boyband aus den Boxen dröhnt, sich Blutelfinnen auf dem Kodo-Frontspoiler räkeln und die eigene Posse mit Goblin-Trikes Geleitschutz liefert.

In Wirklichkeit aber, wird man einem Level 1 Charakter 180.000 Gold zahlen, der loggt aus und nie wieder ein. Wenn man einen Code kriegt, wird er nicht funktionieren. Das ist ein Extrembeispiel. Diese Form von Betrügereien, sogenannten Scams, gibt es zu Hunderten, es gibt eigene Foren, in denen übelwollende Mathestudenten so etwas ausklügeln. Das Schlimme daran ist, dass man irgendwann während der Kaufabwicklung das nagende Gefühl hatte, da stimme nun was nicht. Der Profit ist aber so hoch, dass man sich sagt: Was soll’s? Ich mach’s trotzdem!

Wenn’s klappt, ist es das wert!

In der Realität klappt es aber nie und man beißt sich hinterher doppelt in seinen süßen Goblin-Popo, weil man nicht auf sein Bauchgefühl gehört hat, sondern dachte, da rumore noch die Ratte am Spieß vom Vortag.

[intense_icon type=”forward” size=”1″ color=”#cf2123″ /]Also: Alles, was sich zu gut anhört, um wahr zu sein: Ist ein Scam, eine Betrügerei!

3. Goblinswerbersregel: Viele kleine Talbuks machen so viel Mist wie ein großer Kodo!

Die meisten Händler träumen von dem einen großen Deal. Dass sie was für 10.000 Gold kaufen und für 80.000 Gold verkaufen. In Wirklichkeit kommt so etwas selten vor. Der meiste Profit kommt in kleinen Schritten. Wer es schafft 40 Gegenstände für 10 Gold zu kaufen und für 180 Gold zu verkaufen, ohne dass er sich dabei ins Klick-Nirwana befördert, der wird auf die Dauer reich werden.

Das Schöne dabei ist, dass diese Nischen oft unattraktiv erscheinen, weil „es sich nicht lohnt“ – daher ist die Wahrscheinlichkeit hier Kohle zu machen relativ hoch.

[intense_icon type=”forward” size=”1″ color=”#cf2123″ /]Also: Nicht nur auf das große Geschäft warten, viele kleine abschließen.

4. Goblinerwerbsregel: Kenne den Markt, kenne die Kundschaft, vertrau auf ihre Schwächen!

Das Wichtigste, um Profit zu machen: Kenne die Nachfrage! Frag dich, wann du etwas aus dem Auktionshaus kaufst und wann dir der Preis dafür egal ist. Es gibt 5 konkrete Fälle:

1.) Der Raid ist grade vorbei, du hast neue Items gekriegt, es ist 23 Uhr nachts, du bist total fertig, weil der Raidleiter die letzten 8 Tries durchgebrüllt hat, du willst nur noch ausloggen und ins Bett. Aber Halt! Natürlich willst du vorher noch dein neues Item verzaubern und einen Sockel rein tun. Du gehst ins AH, merkst, dass das Zeug viel teurer ist als normalerweise, kaufst es aber trotzdem. Ist jedem von uns schon genau so passiert. Was lernt man daraus als Händler?

An den ersten Raid-Tagen in einer Woche, wenn die Leute neue Items kriegen, dann Juwelen und Verzauberungen einstellen. Der Tag nach dem Ini-Reset, wenn auch PVPler neue Items bekommen, weil die Cracks am ersten Tage ihre Punkte vollmachen, das ist der Tag, wo Verzauberungen für Items wahnsinnig viel Geld bringen.

2.) Der Raid fängt gleich an. Du loggst 2 Minuten vor Raid-Start ein, im Gildenchat steht überall „Kommt jetzt sofort her und wehe, ihr habt wieder keine Flasks dabei!“, du guckst in dein Inventar und da herrscht gähnende Leere, außer in der letzten Tasche, wo ungefähr 24 Möglichkeiten sind, dich in irgendetwas anderes zu verwandeln, du nimmst aber eh immer nur Noggenfogger fürs Skelett. Also hetzt du zum Auktionshaus und kaufst sündhaft teures Buff-Food und Flasks. Ist jedem von uns schon genau so passiert. Was lernt man daraus als Händler?

An Raid-Tagen gegen Abend ordentlich Buff-Food und Flasks einstellen.

3) Du hast einen neuen Twink auf Max-Level und hast Probleme in Raids und Inis zu kommen, weil du das Item-Level noch nicht erreichst. Du wüsstest genau, wie du an Quest-Items und Starter-Gear herankommst, hast dir das aber mit 3 anderen Chars schon besorgt und diesmal keine Lust mehr dazu. Also gehst du zum Auktionshaus und kaufst dir Max-Level-Starter-Items. Kennt auch jeder. Was lernt man als Händler?

Genau diese Items gehen immer, vor allem am Ende einer Expansion.

World of Warcraft

4) Du loggst einen alten Twink ein, den du schon ewig nicht mehr gespielt hast. Du bringst ihn zum Startgebiet der neuen Expansion und die gelben Schweine treten dir in deinen süßen Goblin-Popo, weil mit der Expansion auch eine neue Itemisierungs-Schwelle kam. Was machst du?

Du kennst das Spiel, du dackelst mit gesenktem Kopf ins Ah …Was lernst du als Händler daraus? Items, die den Übergang zwischen zwei Expansions erleichtern, verkaufen sich auch immer. Das sind Dauerbrenner für die ganze Lebensspanne einer Expansion. Vor allem, wenn sie leicht craftbar sind.

5) Du hast den Fehler gemacht, dir zu sagen: Ach … heute ist nichts los, probiere ich doch mal PVP aus! Dabei hast du tierisch Prügel kassierst und schleichst nun mit eingezogenem Schwanz zum Auktionshaus. Du weißt, dass du es nicht solltest, aber du kaufst dir gecraftete PVP-Items.Was lernst du als Händler aus?

Gecraftete PVP-Items verkaufen sich immer und man wird wahnsinnig reich damit, vor allem wenn das Angebot auf dem Server gering ist.

[intense_icon type=”forward” size=”1″ color=”#cf2123″ /]Also: Kenne deinen Markt, indem du dich selbst kennst. Beobachte dein Verhalten: Wann gehst du zum Auktionshaus und kaufst ein, ohne auf den Preis zu achten? Genau da liegt dein Profit!

Das waren natürlich nur die ersten Tipps zum Anfixen. Je nachdem, wie die Resonanz hierauf ist, gibt es später vielleicht tiefer gehende Einblicke in die schöne, neue Welt des Goldes!

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.