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EA schwimmt im Lootbox-Cash von Madden & FIFA 18

Der Gaming-Markt 2017 setzt voll auf Spiele, die dauerhaft Geld einspielen. Kaum wer hat das so verstanden wie Electronic Arts mit ihren Sportspielen Madden NFL 18 und FIFA 18.

Es ist ein Dauerthema bei Mein MMO: Die Publisher wollen Spiele, die lang nach ihrem Release noch Geld verdienen. Sie wollen „Games as a service“ anbieten – Spiele wie eine Dienstleistung.

Während viele Entwickler versuchen, ihre Games auf diese neuen Anforderungen auszurichten, ist das Electronic Arts schon längst gelungen. Der Erfolg gibt EA Recht. Da, wo andere mit Mikrotransaktionen experimentieren, mit dem Widerstand der Fans kämpfen, da badet EA in sprudelnden Einnahmen.

Schlüssel zum Erfolg sind die stabilen und steigenden Einkommen aus den „Ultimate Teams“ der Sportspiele, also aus EAs Lootboxen.

Aktuell blickte man auf die Quartalszahlen zurück. Und es könnte wohl kaum besser laufen.

FIFA Fut 16 Ultimate Team Packs

Beträchtlicher Zuwachs bei den Ultimate Teams

Vor allem Madden NFL 18 und FIFA 18 sind über den Erwartungen geblieben. Laut EA Finanzchef Blake Jorgensen sehe man einen „beträchtlichen Zuwachs bei den Ultimate Teams.“ Das Football-Spiel Madden habe bei den Ultimate-Team-Spielern etwa um 25% im Vergleich zum Vorjahr zugelegt.

Die Ultimate-Teams sind bei EA ein Spiel-Modus, der erheblich auf „Packs“, so eine Art Lootbox, setzt. Spieler können die Packs mit Ingame-Währung oder für echtes Geld kaufen. Unter anderem sind in diesen Lootboxen Spieler-Karten drin, die dann im Spiel genutzt werden können.

Welche Spieler-Karten drin sind, wissen die Spieler nicht, bis zum Kauf. Das kann von einem unterklassigen Spieler bis zum Top-Star alles sein.

Geld wird immer stärker mit Mikrotransaktionen verdient

Laut EA bemerke man in seinen Sport-Titeln einen Wechsel in den digitalen Markt. EA sieht sich darauf gut vorbereitet.

Mit dem „Wechsel in den digitalen Markt“ meinen Publisher, dass sie das Geld nicht mehr hauptsächlich an der Ladentheke mit dem Verkauf des Spiels verdienen, sondern mit Mikrotransaktionen.

Der Trick ist es wohl, die Spiele mit Events und Änderungen dauerhaft frisch zu halten. Sowohl das Spiel an sich soll sich von Jahr zu Jahr weiterentwickeln. Es sollen aber auch in der laufenden Saison mit Änderungen die Spieler bei Laune gehalten werden.

  • Vor allem die „neueste Idee“, den Games einen Story-Modus zu geben, kommt wohl gut an. Bei FIFA hat man das letztes Jahr schon gemacht – bei Madden 18 haben die Hälfte aller Spieler den „Longshot“-Story-Modus probiert.
  • Die Ultimate-Teams sorgen mit speziellen saisonalen Events (wie jetzt zu Halloween) und wöchentlichen Ritualen (wie dem Team der Woche) für eine starke Kundenbindung an den Modus und locken Spieler zurück.

Dieses Modell will EA nun auch auf seine Shooter ausweiten. So möchte EA bei Star Wars Battlefront 2 auf kostenpflichtige DLCs verzichten und lieber auf Lootboxen setzen.

Lootbox, Events und wöchentliche Rituale – die Lizenz zum Gelddrucken

Mein MMO meint: Was man bei EA sieht, ist die Gelddruck-Formel in Perfektion. Die steckt in anderem Gewand auch hinter dem enormen Erfolg von Spielen wie Overwatch. Auch da schnellen die Einnahmen nach oben, wenn ein neues Event ansteht.

Die Erfolgsformel:

  • Ein gutes Grundspiel,
  • dazu regelmäßige Rituale,
  • besondere Events
  • und Lootboxen.

Man bindet die Spieler ans Game und gibt ihnen immer wieder Grund, zurückzukehren und Lootboxen zu kaufen.

Das scheint die Gelddruck-Formel zu sein. EA hat sie schon vor Jahren gefunden. Der Rest der Industrie ist hinten dran. Kein Wunder, dass EA diese Ideen jetzt auf die Shooter ausweiten möchte.

Allerdings: Sportspiele haben mit den Casual-Gamern eine andere Zielgruppe als Shooter. Man merkt, dass bei Battlefront II der Widerstand gegen solche Lootboxen deutlich größer war als bei den Sportspielen, wo das schon lange etabliert ist.

Die interessante Frage ist: Kann EA seine Strategien auch bei Battlefield und Battlefront gegen den Willen der Core-Gamer durchsetzen?

Da erklingt schnell der Aufschrei: Das ist doch Pay2Win!

QUELLE Gamesbeat
Schuhmann

Schuhmann, das L steht für Niveau.

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