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Destiny-2-YouTuber klagen: Wir kriegen zu wenig Geld raus

Ärger bei YouTube. Einige der prominentesten Content-Schaffenden zu Spielen wie Destiny 2 glauben: Ein Fluch liegt auf ihnen.

Die Adpocalypse kam im April

April 2017 ist etwas passiert, das mittlerweile als „Adpocalypse“ bekannt ist. Damals merkten Firmen, die Werbung auf YouTube schalten, dass ihre Spots vor Videos gezeigt wurden, mit denen sie nichts zu tun haben wollen. Man stelle sich eine Cola-Werbung vor, die flimmert, bevor ein Video kommt, das den Holocaust leugnet oder die Nutzung von Waffen propagiert.

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Damals zogen sich einige Firmen entsetzt von YouTube zurück. Das traf den Konzern YouTube da, wo es weh tut: in der Brieftasche.

Seitdem sind Algorithmen am Werk, die Videos „de-monetarisieren.“ Das heißt: Dort wird keine Werbung mehr geschaltet und der YouTuber verdient mit seinem Content kein Geld mehr.

Gerade Gaming-YouTuber leiden unter den Maßnahmen

Das Problem: Diese „Demonetarisierung“ trifft nicht nur irgendwelche Leute, die Hassbotschaften predigen, sondern auch Game-YouTuber. Gerade die „Call of Duty“-Szene merkte das deutlich und jetzt merken es auch YouTuber, die sich auf Destiny 2 spezialisiert haben.

Offenbar glaubt YouTube oder deren automatisierter Algorithmus: Die zeigen ja Waffen und verherrlichen Gewalt. Damit wollen unsere Werbepartner nichts zu tun.

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In einem Artikel von Kotaku kommen YouTuber zu Wort. So ist „MTashed“ in Panik. Er hat das Gefühl: Bei ihm wird alles de-monetarisiert. Wenn er ein Gun-Review macht und die Waffe im Thumbnail hat, ist das Video weg.

  • MTashed versucht akribisch herauszufinden, wie er das vermeiden kann, versucht zu erkennen, was genau YouTube bestraft. Er benutzt nicht mehr „All-Caps” im Titel, er nimmt keine Waffen mehr in Thumbnails, versucht das Wort „Waffe“ im Titel zu vermeiden, aber es erwischt ihn doch. 75% weniger, als er bekommen sollte, kriegt MTashed aktuell bei YouTube raus.
  • Sein Kollege Skill Up spricht davon, dass er 60% von dem Geld einbüßt, dass er eigentlich mit seinen Destiny-Videos verdienen sollte.
  • YouTuber Patrick Casey wurde nur einmal von der Strafe getroffen. Ein Xur Inventory Review hat es erwischt. Er wundert sich über diese Sonderbehandlung: Andere träfe es ständig, ihn offenbar nicht.
  • Während ein anderer YouTuber „CammyCakes“ sagt, für ihn ist das überhaupt kein Problem. Seine Destiny-Videos wurden noch nie de-monetarisiert, auch wenn er flucht wie ein Kesselflicker und 30 Sekunden auf eine Leiche ballert, passiert ihm nichts.

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Genau das ist der Punkt, mit dem viele YouTuber hadern: Es ist überhaupt nicht ersichtlich, nach welchen Kriterien YouTube entscheidet, welches Video Werbung haben darf und welches nicht. Es ist jedesmal ungewiss, ob ein Video, in dem viel Arbeit steckt, nun Geld abwirft oder nicht.

Offizielle Statements von YouTube-Sprechern sind für die betroffenen Content-Schaffenden nebulös und unbefriedigend. YouTube verweist auf die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Da sagen YouTuber aber: “Schönen Dank. Wenn Videos dann nach 5-7 Tagen doch monetarisiert werden, interessieren sie keinen mehr. Die meisten Videos werden nur in den ersten 1-3 Tagen richtig geschaut.”

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Aberglaube sprießt, wo Ungewissheit herrscht

Als Folge macht sich Aberglaube unter den Destiny-2-YouTubern breit.

Während bei MTashed auch harmlose Videos bestraft werden und er glaubt „Ich bin verflucht“, sagt CammyCakes, bei dem gar nichts bestraft wird, über ihn wacht ein Schutzengel. Das liegt sicher an seinem blendenden Aussehen.

Das letzte Mal haben wir uns hier mit der YouTube-Szene um Destiny beschäftigt:

Destiny: Der neueste YouTube-Star ist ein sarkastischer Australier

QUELLE kotaku
QUELLE forbes
Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.