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Destiny-Kabale

Destiny – Mehr Mars und Europa waren geplant, kommen sie in Destiny 2?

Beim MMO-Shooter Destiny geben anonyme Quellen einen Einblick ins Innenleben des Mammut-Shooters. Was heißt das für die Zukunft?

Kotaku hat mit sechs Quellen gesprochen, die angeblich tiefe Einblicke in die Entwicklung und Weiterentwicklung von Destiny geben können. Gestern haben wir über die Zeit bis zum Release von Destiny berichtet und Erklärungen dafür gefunden, warum die Story so schwach war. Aber auch zu der Zeit nach dem Release gibt es viele Einblicke.

Denn als sich Bungie von der Haupt-Story trennte, hatte das Auswirkungen auf den gesamten Plan, wie man Destiny weiterentwickeln würde. Und es scheint wahrscheinlich, dass wir einige der “Ideen”, die Bungie damals schon hatte und entwickeln wollte, in der Zukunft von Destiny sehen wird.

Ernüchterung nach dem Release – aber die Arbeit wartete schon

Aber der Reihe nach: Bei Bungie war man von der Reaktion der Presse auf das Grundspiel von Destiny ziemlich ernüchtert. Dass man bei Meta-Critc nur bei einer mittleren 70 landete und dadurch einen „substantiellen“ Bonus verpasste, tat dem Studio weh. Intern hatte man mit einer 90 gerechnet. Aber schon früh merkte Bungie die Schwächen des Spiels und gab sich dem Spieler-Feedback hin, zog daraus die Konsequenzen.

Laut den Quellen habe man, nachdem das „Vanilla-Spiel“ draußen war, auch die geplanten DLCs „rebooted.“ So musste man „Dunkelheit lauert“ in nur 9 Wochen fertigstellen, wie eine Quelle erzählt.

Diablo 3 Reaper of Souls

Das DIablo-Team kam zu einem Besuch vorbei. Die Destiny-Entwickler nahmen wichtige Anregungen mit.

Diablo 3 – ein wichtiger Einschnitt

Im Dezember 2014 kam der Director von Diablo 3 mit einigen Kollegen und hielt bei Bungie einen Vortrag, der als „sehr inspirierend“ beschrieben wird. Es gab viele Parallelen zwischen beiden Spielen. Auch Diablo 3 war unter schwierigen Umständen gestartet, hatte sich viel Kritik der Fans anhören müssen, und konnte dann mit der Erweiterung „Reaper of Souls“ das Vertrauen der Fans zurückgewinnen.

Als Tipp gaben die DIablo3-Leute den Destiny-Entwicklern auf den Weg, dass man den Spielern ihr Schicksal überlassen müsse, weniger auf den „Zufall“ setzen dürfe. Zwar könne man die Illusion des Zufalls verwenden, der müsste aber „zu Gunsten“ der Spieler gewichtet sein. Ein weiterer Rat des Diablo-Teams war es, darauf zu achten, dass Spieler, wenn sie mit einem Game aufhörten und das täten sie unweigerlich, dieses Spiel mit einem guten Eindruck verließen.

Zwischen den Zeilen wird angedeutet, dass Publisher Activision diesen Besuch von Diablo 3 bei Bungie organisiert hat, da man hoffte, Destiny könne sich in den Augen der Fans so rehabilitieren wie es Diablo 3 gelungen war.

Destiny-Concept-Art-Giant-Frog

Hm … hätte das Europa sein können? Wohl nicht.

Comet – das, was später „König der Besessenen“ werden sollte

Die nächste große Erweiterung von Destiny war dann als „Comet“ geplant und als 60$-Erweiterung für den September 2015 vorgesehen. Auch das „rebootete“ Bunige noch einmal  und zwar schon, bevor das Vanilla-Destiny erschien. Denn das Ursprungs-Konzept für Comet ging noch von der „Ursprungs-Story“ aus, von der man sich getrennt hatte und die schon Schauplätze wie das Grabschiff enthielt.

Eigentlich war für Comet ein neuer Planet vorgesehen, „Europa“ und man wollte die „European Dead Zone“ bringen. Außerdem ein Feature entwickeln, bei dem „mehrere Feuerteams“ gleichzeitig unterwegs seien, also etwa eine Aktivität, bei der drei Teams zusammen kooperierten. Der Modus wurde von einer Quelle so erklärt: Stell dir vor, wir beide sind in einem Feuerteam und kämpfen einen Pfad entlang, und an einer Kreuzung stoßen andere Teams zu uns und wir kämpfen gemeinsam gegen einen Boss oder eine Schar von Gegnern.

Aber nichts von dem wurde so.

Destiny-Zaehne

Bereits im März 2014 „rebootete“ man Comet, und wollte es auf dem Grabschiff ansiedeln (das hatte man aus dem Vanilla-Spiel gestrichen, eigentlich sollte dort die Rasputin-Handlung stattfinden). Zusätzlich zu dem Grabschiff sollte „Comet“ noch einen weiteren Schauplatz auf dem Mars enthalten mit Strikes und Raids. Während der Entwicklung konzentrierte man sich dann aber nur auf das Grabschiff und strich den Mars.

Dieser Teil, der Mars-Teil, soll nun von den High Moon Studios für Destiny 2 im September 2016 entwickelt werden.

Destiny Wallpaper

Große Schwierigkeiten mit den Tools

Als große Schwierigkeit bei Destiny wird die Umständlichkeit der Tools beschrieben, mit denen die Entwickler arbeiten.

Wenn ein Entwickler eine kleine Änderung vornehmen wolle an einer Karte, um etwa einen Ressourcenknoten zwei Meter zu versetzen, dann müsse er die Karte über Nacht laden, das daure acht Stunden. Wenn das alles geklappt habe, ging der Entwickler am nächsten Tag ins Büro, öffnete die Karte (20 Minuten), verschöbe den Ressourcen Knoten (halbe Sekunde) und müsse dann alles noch mal kompilieren (20 Minuten).

Auch wenn die Tools stark seien und Destiny zu einem toll aussehenden Spiel mache, sei das Arbeiten mit der Engine zum Entwickeln von neuen Missionen und Karten äußerst mühsam.

Destiny Monster Action

Keine 20-Euro-DLCs mehr?

Die Schwierigkeiten im ersten Jahr, zwei „20 Euro“-DLCs und die erste Erweiterung „König der Besessenen“, zu entwickeln, sorgte dafür, dass man bei Bungie jetzt Activision vorgeschlagen habe, von dem Takt abzugehen. Man wolle lieber nur einmal im Jahr ein großes Release machen und auf die kleineren DLCs für 20 Euro verzichten: Die Idee wäre es dann in „geraden Jahren“ einen neuen Destiny-Titel, in ungeraden Jahren einen „Comet-Titel“ (also eine große Erweiterung) zu bringen.

Den Wegfall der DLC-Einnahmen wolle man durch „kosmetische Items“ im Turm finanzieren. Die Spieler wolle man über tröpfelnde Spielinhalte in den Monaten vor Destiny 2 bei der Stange halten.

Viele Antworten, noch mehr Fragen

Mein MMO meint: Wichtig ist noch mal zu erwähnen, dass nichts davon offiziell ist. Aber es erscheint vieles schlüssig und erklärt Überraschungen. „Die European Deadzone“ war auf einmal als PvP-Karte Witwenhof da. Und es überraschte die Spieler, plötzlich einen neuen, so gut gestalteten Schauplatz “aus dem Nichts” zu sehen. Gut vorstellbar, dass man die Bestandteile dafür aus der Zeit recyclete, als das für Comet geplant war.

Wie der neue „Planet“ Europa hätte aussehen sollen, ist allerdings ein Rätsel: Europa ist ein Mond. Vielleicht hat man den ja schon recyclet, die Kabalenbasis aus der ersten Mission “König der Besessenen” spielt auch in einer neuen Umgebung, steht auf Phobo, auch das ein Mond. Ob Europa noch mal kommt und wie es in die neue Story hineinpasst, ist schwer zu sagen.

Destiny-Cabal

Hingegen scheint der „Mars“ als nächstes großes Gebiet sehr logisch zu sein. Mit Mars und Kabalen war bislang zu wenig. Die hatten im Gegensatz zu den Vex (Vanilla), den Gefalllenen (Haus der Wölfe) und den Schar (Dunkelheit lauert, König der Besessenen) noch keinen richtigen Auftritt.

Man kann wohl davon ausgehen, dass es mit dem Mars und den Kabalen bald weitergehen wird. Die „Umstrukturierung“ der Story, das viele Geschiebe von Spielinhalten, dürfte für das extrem scharreiche erste Jahr verantwortlich gewesen sein. Die Entscheidung, die Story umzuschreiben, führte dazu, dass man auch die geplanten Elemente neu verteilen musste: Die Kabale und der Mars kamen hier zu kurz.

Interessant sind die Informationen über den „tröpfelnden Content.“ Denn auch wenn es Bungie im ersten Jahr bis an die Grenze gebracht hat, zwei DLCs und die Erweiterung zu designen, erwarten die Fans mindestens so viel, wenn nicht mehr für Jahr 2. Wenn die jetzigen Tools wirklich so schwergängig sind, sollten bei den Spielern die Alarmglocken losgehen.

Destiny-Crota-World-First

Wie will Destiny die Zeit bis zum September 2016 und zum nächsten Vollpreis-Titel überbrücken?

Vielleicht kann hier die Zusammenarbeit mit High Moon Studios, die offiziell bestätigt ist, für Entlastung sorgen.

Wie man es bei Destiny genau bewerkstelligen will, Spieler ohne Bezahl-DLCs ein Jahr lang an Destiny zu binden, ist sicher die spannende Frage der nächsten Monate. Im Moment passiert ja zumindest jede Woche „irgendwas“ Neues. Aber die „König der Besessenen“-Überraschungen dürften sich langsam dem Ende entgegen neigen: Die letzten “geheimen” Waffen sind gefunden.

Zugegeben: Man hat noch den Hard-Mode des Raids, 9 exotische Rüstungsteile und die Trials-of-Osiris in der Hinterhand. Doch spätestens in 2016 werden Spieler nach neuen Spielinhalten rufen.

Destiny-Warlock

Zurzeit gibt es noch überhaupt keine Daten oder fixen Termine, wie es in den nächsten Monaten mit Spielinhalten weitergehen soll. Außer ganz entfernt „Destiny 2 im September 2016.“ Bungie sollte die Zeit bis dahin dringend mit substantiellen Inhalten füllen.

Der Zweifel, ob das gelingt, ist mit diesen neuen Informationen gewachsen.

 

QUELLE Kotaku
Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.