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Destiny 2: Friendgame statt Endgame – Bungie erzürnt die Community

Destiny 2: Friendgame statt Endgame – Bungie erzürnt die Community

Ein zunächst unscheinbarer Absatz in Bungies wöchentlichem Update zu Destiny 2 ist das Top-Thema in der Hüterschaft. Was ist da los?

Bungie kündigte am Freitag den baldigen Start des ersten Eisenbanners sowie des Prestige-Raids an – zwei wichtige Aktivitäten, denen die Hüter schon lange entgegenfieberten. Dennoch sorgt zurzeit ein anderes Thema für hitzige Diskussionen im reddit-Forum: Eine zunächst unscheinbare Aussage von Bungies Community-Manager DeeJ.

„Freundschaft“ statt Endgame als Motivation für die Spieler?

Grund ist folgender Absatz aus der aktuellen “This Week at Bungie”:

My challenge to every Guardian is to look to the human element in Destiny 2 to fuel your appetite for ultimate replayability. The ultimate loot is the friendships that can grow out of a game like this. There will be more gear to add to your character (next week, even). The rewards that I’m talking about are the people in the community that thrives in this game. If you let them, they’ll make your hobby as a light-dealing hero on a starside campaign for glory even better.

Frei übersetzt heißt das, dass sich der ultimative Wiederspielwert von Destiny 2 nicht über die Aktivitäten definiert, sondern über die Freundschaften, die man schließt. Die ultimativen Belohnungen seien nicht immer mehr Ausrüstung (die es trotzdem geben wird), sondern die Freundschaften, die sich entwickeln.

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Diese Aussage von Deej bringt die Hüterschaft bei Reddit gerade auf die Barrikaden. Bungie wird vorgeworfen, den mangelnden Endgame-Content herunterzuspielen und stattdessen die soziale Komponente hervorzuheben.

Auch wenn das Schließen von Freundschaften ein nicht zu vernachlässigender Aspekt des Spielerlebnisses ist, kann er nicht darüber hinweg täuschen, dass es zu wenig zu tun gibt. “Friendgame statt Endgame” kommentieren einige Hüter spöttisch.

Deej hat bereits mit einem Tweet die Bedeutung seiner Aussage erklärt. Der Community-Manager wollte anhand einer kleinen, persönlichen Anekdote lediglich die Dankbarkeit gegenüber den Spielern ausdrücken, nicht mehr und nicht weniger. Das ging aber gründlich in die Hose.

Inzwischen häufen sich übrigens beschwichtigende Posts von Usern, die tausende Upvotes erhalten. Die Kritik an einer persönlichen Meinung von DeeJ sei viel zu stark hochgekocht. Das reddit-Forum habe viel zu toxisch reagiert. Und schließlich habe DeeJ ja nicht unrecht – Destiny 2 sei das, was die Hüter, was die Spieler mit ihren Freunden, daraus machen.

Heftige Kritik am Eisenbanner – Generischer Einheitsbrei?

Doch diese unglücklich formulierte Passage ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Denn auch das Eisenbanner und der Prestige-Raid stehen heftig in der Kritik. So wird speziell beim Eisenbanner moniert, dass es keine Beutezüge und kein 6v6 mehr gibt sowie die Power-Level-Vorteile verschwunden sind.

Auch wenn die Power-Level-Vorteile schon in Destiny 1 keine allzu große Rolle gespielt haben, ist deren Entfernung in Destiny 2 ein Bruch mit der Lore, die beschreibt, dass das Eisenbanner das Licht der Hüter testen will. Dass das Licht-Level (Power-Level) nun keine Rolle mehr spielt, überrascht daher.

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Im Kern ist der Eisenbanner-Modus von Destiny 2 nichts anderes als ein Schnellspiel ohne Konflikt und Vorherrschaft mit anderen, generischen Waffen und Rüstungen.

Inzwischen ist übrigens bestätigt, dass es nicht nur neue Eisenbanner-Rüstungen, sondern auch neue Eisenbanner-Waffen geben wird. Wie diese aussehen, ist nicht bekannt.

Der Prestige-Raid sorgt nicht für Stürme der Begeisterung

Bungies Ankündigung, den Prestige-Raid zu veröffentlichen, sorgte ebenfalls für Unmut. Denn mit dem neuen Modus geht keine Erhöhung des Level-Caps einher, wie man es aus Destiny 1 gewohnt war. Da auch bereits die Prestige-Rüstungs-Sets bekannt sind (die wenig Neues bieten), stellen sich nun viele Hüter die Frage, warum sie überhaupt den Prestige-Modus spielen sollten.

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Robert meint: Die Situation ist aktuell sehr zerfahren. Bungie hatte schon vor dem Start von Destiny 2 angekündigt, das Spiel einsteigerfreundlicher zu gestalten. Dies ist eindeutig gelungen. Damit gehen jedoch massive Einbußen im Endgame-Grind einher, der insbesondere die Hardcore-Spieler in Destiny 1 lange bei der Stange gehalten hat, und nun gänzlich entfernt wurde.

Und speziell diese Hardcore-Spieler sind es nun, die sich über die Marschrichtung von Bungie auslassen. Sie sehen „ihr“ Baby in Gefahr und machen ihrem Ärger lautstark Luft. Auf Reddit, der größten Plattform für die Vielspieler bei Destiny, sitzt der Frust über die Richtung, die Destiny 2 eingeschlagen hat, tief.

Zu verwässert sei das Spiel, ohne bahnbrechende Neuerungen oder Überraschungen, soviel Potential sei verschenkt worden. Es wird spannend sein zu beobachten, wie Bungie mit dieser Kritik umgehen wird, und welche Richtung Destiny 2 mit den kommenden DLCs einschlägt.

Was haltet Ihr von der aktuellen Diskussion? Viel heiße Luft oder seht Ihr den weiteren Werdegang von Destiny 2 ebenfalls kritisch?

QUELLE Reddit
Robert Albrecht
Robert "Shin" ist seit seiner ersten Grenzerfahrung mit Final Fantasy VII begeisterter Spieler durch alle Genres hinweg. Er beschäftigt sich für Euch hauptsächlich mit Shared-World Shootern wie Destiny und The Division.