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China will PUBG verbieten – Zu viel Gewalt? Oder will man Platz für Klone?

Zu viel Blut und Gewalt in PUBG (PlayerUnknown’s Battlegrounds)? China denkt über ein Verbot nach, obwohl ein IT-Riese Interesse am Game haben könnte.

Der Battle-Royale-Shooter “PlayerUnknown’s Battlegrounds” hat seit der Veröffentlichung im März einige Meilensteine erreicht. PUBG hat Top-Games auf Steam wie CS:GO oder DOTA 2 verdrängt. Mehr als 1,3 Millionen gleichzeitige Nutzer auf Steam zeigen, dass das Game den Nerv der Gaming-Community getroffen hat.

Für China ist PlayerUnknown’s Battlegrounds aber angeblich zu blutig und gewalttätig. Sie überlegen, PUBG in China zu verbieten.

“Erinnert an Gladiatoren-Kämpfe”

Die Regierung von China ist mit PUBG offenbar nicht einverstanden. Das Game wurde in den letzten Monaten immer größer und nimmt Fahrt auf. Muss jetzt in China die Bremse gezogen werden?

Die Videospiel-Abteilung der chinesischen Audio-Video Copyright-Association hat eine Stellungnahme zu PUBG veröffentlicht (Link zur Stellungnahme auf Chinesisch). Darin erklären sie, dass das Game zu viel Blut und Gewalt enthält. Deshalb sei es unwahrscheinlich, dass PUBG eine Lizenz in China bekommen könnte, um offiziell veröffentlicht zu werden.

In der Stellungnahme gehen die Verfasser sogar so weit, dass sie PUBG mit den alten Arena-Kämpfen der Römer vergleichen. Dieses Überlebensprinzip würde gegen die Moral von China verstoßen und schlechten Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben.

Außerdem warnt man lokale Firmen. Sie sollen solche Spiele nicht entwickeln oder veröffentlichen. Auf eSport- und Livestream-Plattformen soll dazu keine Werbung für dieses Game-Genre laufen.

Gerüchte: Tencent wollte Teile von PUBG kaufen

Es scheint, als würde dieses Verbot nicht ohne Kontext in Erwägung gezogen werden. Seit Wochen kursieren bereits Gerüchte, dass der chinesische IT- und Gaming-Gigant “Tencent” einen Deal für die chinesischen PUBG-Server wollte.

Tencent besitzt bereits beliebte Games für PC (League of Legends) und Mobile (Clash of Clans). Außerdem veröffentlichte Tencent eine Spiele-Plattform, um damit in China Konkurrenz für Steam zu bieten. In China hat PUBG aktuell noch keinen Publisher.

Ironischerweise sitzen in dem Komitee, das die oben genannte Stellungnahme veröffentlichte, ein Vize-Präsident von Tencent und weitere Führungskräfte aus bekannten Gaming-Unternehmen wie “Perfect World” und “ChangYou”.

Pikante politische Lage

Soll PUBG also verboten werden, damit ein eigener Battle-Royale-Shooter dort keine Konkurrenz hat? Das sollte für die erfahrenen Gaming-Riesen aus China ja kein Problem sein. Ein bisschen weniger Blut und Gewalt und schon würden sie das angedachte Verbot umgehen. Außerdem gibt es ohne PUBG keinen Platzhirsch.

Weder Tencent noch PUBG-Entwickler Bluehole haben sich bisher zu diesem möglichen Verbot geäußert. Die Geschichte bleibt allerdings spannend.

Schon in der Vergangenheit hatten politische Spannungen zwischen Korea und China für Wellen im Gaming gesorgt. So hatte China bereits angekündigt, Spielen aus Südkorea den Marktzugang zu erschweren. Man traut der chinesischen Regierung durchaus zu, den chinesischen Markt mit Mitteln des Protektionismus vor “ausländischen Firmen” zu schützen. Iindem man ausländischer Konkurrenz den Marktzutritt erschwert, stärkt die chinesische Regierung einheimische Firma.

In Korea läuft das anders. Da schwingen Politiker die goldene Pfanne, wenn es um PUBG geht.

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Patrick Freese
Teemo for president!
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