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Tötet Tess! – Das Problem mit dem Cash-Shop in Destiny 2

Tötet Tess! – Das Problem mit dem Cash-Shop in Destiny 2

Der Cash-Shop in Destiny 2 gerät mehr und mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Was haben die Hüter für ein Problem mit Tess Everis und ihrem Eververse?

Es hat was von „Täglich grüßt das Murmeltier“, wenn man Kritik an Destiny 2 übt. Die Schwächen des Spiels sind bekannt und erste Gegenmaßnahmen sind auch schon unterwegs. Der neueste Raid, die Meisterwerkwaffen und die Rüstungs-Ornamente sind Schritte in die richtige Richtung.

Dennoch hadern viele Spieler mit Destiny 2. Eine unschuldig wirkende, weißhaarige Frau gerät in den Fokus der Kritik: Tess Everis. Ein YouTuber fordert jetzt sogar: Tötet Tess!

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“Hallo, haben Sie eine neue Frisur für mich! 12.000 Silber?! Verdammt, dann behalte ich die alte!”

Die drei großen Probleme mit dem Cash-Shop von Destiny 2

Aber was ist das Problem mit Tess in Destiny 2? Die verkauft ja nichts, was man wirklich braucht? Warum nervt Tess trotzdem so viele Fans von Destiny 2?

Schauen wir uns das an:

Falscher Fokus der Entwicklung

Grundsätzlich stört viele, wie präsent der Cash-Shop in Destiny 2 ist und welche Aussage das über Destiny 2 trifft.

Der YouTuber BriarRabbit schimpft: „Das zeigt doch, dass die Erbsenzähler das Kommando haben!“

Die wachsende Präsenz von Tess ist ein Zeichen dafür, dass nicht der Spaß und das Spiel im Vordergrund stehen, sondern dass man immer die wirtschaftlichen Interessen von Bungie und Activision spürt.

BriarRabbit spricht davon, dass Bungie hier dieselben Methoden wie Drogen-Dealer und Free2Play-Spiele in einem 60$-Game nutzt: Am Anfang gibt’s reichlich Lootboxen, dann versiegt der Storm aber. Der Reiz wird größer, sie für echtes Geld zu verkaufen.

Unseren Destiny-Fachmann Robert fuchst es, dass der Tresor zwar ein Chaos ist, aber dafür der Cash-Shop so wohlgeordnet und fein dasteht. Das zeigt für ihn, dass Bungie die falschen Prioritäten setzt.

Als es auf der TwitchCon die erste öffentliche Gelegenheit für Bungie gab, auf Kritik am Launch zu reagieren, ließ Bungie die verstreichen und stellte lieber eine Stunde lang die neuen, tollen Items der Winter-Season vor: Von denen sind die meisten an den Cash-Shop gekoppelt.

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Dadurch, dass man bei jedem Level-Aufstieg mit dem Glanz-Engramm zu Tess dackelt, um die Lootbox zu öffnen, ist der Cash-Shop ständig für Spieler präsent – wirkt deutlich mehr im Vordergrund als noch in Destiny 1.

Ein Punkt, an dem sich das festmacht, sind die Einweg-Shader. Ein System, das in Destiny 1 wunderbar funktioniert und an dem keiner was zu nörgeln hatte, wurde für Destiny 2 umgekrempelt, um dem Cash-Shop mehr Substanz und Bedeutung zu verleihen. Das hat keiner verstanden.

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Eigentlich wurde uns der Cash-Shop anders verkauft

Auf ein Kernproblem des Eververse weist ein Foren-Post auf reddit hin. Dort zeigt der Redditor iheartbawkes anklagend auf die Entstehungsgeschichte des Cash-Shops und wie man das den Hütern damals verkauft hat.

Das Eververse wurde im Oktober 2015 eingeführt, um zusätzlichen Content zu finanzieren, nachdem Bungie die kostenpflichtigen DLCs ausgesetzt hatte. Wir bezahlen damit das Live-Team, das Euch dann neue Events und Features liefert. Das war die Rechtfertigung für den Cash-Shop.

Kurz danach gab es kostenlos das Sparrow-Racing – im Frühling 2016 dann den „The Taken Spring“, ein kostenloses Content-Update.

In Destiny 2 ist der Cash-Shop deutlich präsenter geworden als in Destiny 1, aber es ist noch überhaupt kein Extra-Content erschienen, den der Cash-Shop finanziert hätte. In den Monaten von Release zum ersten DLC ist überhaupt kein Bonus-Content erschienen.

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Und selbst wenn Extra-Content in den letzten Monaten erschienen wäre: Die Weiterentwicklung wird ja nun über bezahlpflichtige DLCs finanziert. Der Cash-Shop hat in Destiny 2 also keine Existenz-Grundlage mehr. Das Ding wurde den Hüter ganz anders angedreht, als es jetzt offenkundig genutzt wird.

Dass die Verbraucher sowas mit sich machen lassen, ist für den Redditor ein Skandal, bei dem die Entwickler mit der Teilnahmslosigkeit der Verbraucher rechnen.

Dazu kommt, dass bei Destiny 2 jetzt Items aus Season 1 auf Nimmerwiedersehen verschwinden – der Kaufdruck, das Item zu schnappen, bevor die Season wechselt, wird dadurch hoch. In Destiny 1 gab’s die “abgelaufenen Emotes” nachher kostenlos in der Welt. Was ist denn daraus geworden?

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Der Progress, der ins Spiel gehört, ist im Cash-Shop und da ist alles zufällig!

Die größte Schwierigkeit des Cash-Shops spricht YouTuber Skill-Up in seinem Review zu Fluch des Osiris an.

Destiny 2 ist ein Loot-Grinder und das Wichtigste in einem Loot-Grinder ist der Loot. Aber an den kommt man nicht ran.

Mit dem Update und der neuen Season kamen über 100 kosmetische Gegenstände in den Cash-Shop des Spiels. Da sind die Belohnungen, die Hüter wollen: Coole Emotes, Skins für die Geister, Sparrows, Schiffe und Shader.

Aber es gibt keine Möglichkeit, gezielt auf irgendeines dieser Items hinzuarbeiten. Bungie gibt nur die Möglichkeit, EXP zu farmen, dadurch Lootboxen zu sammeln und dann muss man die Daumen drücken, um das Item zu bekommen, das man will.

Skill Up fordert Spieler auf: Stellt Euch eine Welt vor, in der es keinen Cash-Shop gibt und alle Items, die dort zu finden sind, könntet Ihr Euch in Destiny 2 gezielt verdienen. 

Cash-Shop in Destiny 2 ist nicht Pay2Win, findet innovative Möglichkeiten, zu nerven

Die Probleme mit dem Cash-Shop von Destiny 2 sind tiefgreifender Natur. Es geht nicht darum, dass dort Sachen vertickt werden, die man unbedingt braucht, weil sie in Richtung „Pay2Win“ gehen.

Das Problem mit dem Cash-Shop ist es, dass er an die Stelle eines befriedigenden Endgames getreten ist, das so viele Zocker in Destiny 2 vermissen.

Manche reden schon vom „Spendgame“ statt dem „Endgame.“

  • In Destiny 1 war Tess eine Frau, die uns Emotes verkauft hat, damit wir Sparrow-Rennen fliegen können, ohne für einen DLC zu bezahlen.
  • In Destiny 2 scheint sie der Star des Spiels zu sein, um den sich alles dreht und die der einzige Weg zu coolem Loot ist.

Kein Wunder, dass da so mancher drauf hofft, dass Bungie die mal zum Abschuss freigibt.


Eververse-Kram zu Destiny 2 fürs echte Leben gibt es hier:

Der Reisende am Weihnachtsbaum – Destiny-Merch zu Weihnachten

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.