GameStar.de
› Battlefield 1: Russland-DLC „In the Name of the Tsar“ im Anspiel-Test
Battlefield 1: Russland-DLC „In the Name of the Tsar“ im Anspiel-Test

Battlefield 1: Russland-DLC „In the Name of the Tsar“ im Anspiel-Test

Seit dem 5. September dürft ihr als Besitzer des Premium-Passes in Battlefield 1 auf den verschneiten Karten des neuen DLC euch gegenseitig die Birnen ausknipsen. Ich habe mir die Karten und Waffen näher angeschaut. Meinen Eindruck gibt’s in diesem Anspiel-Test zum DLC “In the Name of the Tsar.”

In Battlefield 1 haben sich bei mir mittlerweile hunderte von Spielstunden angesammelt und ich bin immer noch nicht müde, wilde Gefechte im ersten Weltkrieg zu bestreiten.

Am  Release-Tag habe ich den ganzen Morgen darauf gewartet, endlich die neue Erweiterung spielen zu dürfen. Noch schnell meine Klasse ausgewählt und ab auf das Schlachtfeld. Ich war als Scharfschütze unterwegs und konnte schon einige Feinde ausschalten, plötzlich zog ein dicker Schneesturm quer über die Karte – ;Mann, was für ein Feeling!

So erlebte ich meine ersten Spielminuten in „In the Name of the Tsar“. Und dann noch die Atmosphäre! Selten hat mich ein Spiel die Kämpfe so intensiv miterleben lassen.

Die Karten – Der Winter kommt näher

Die Erweiterung „In the Name of the Tsar“ bietet 6 Karten. Hier ist für jeden das Passende dabei, so gibt es Karten die mehr auf Infanterie-Kämpfe ausgelegt sind und weitläufige Schlachtfelder mit Fliegern und Panzern. Ich habe alle Karten im Modus „Eroberung“ getestet.Battlefield 1 In The Name of the Tsar

  • Auf Zaryzin bekriegen sich die russischen Mächte inmitten einer kleinen Stadt mitsamt einer Kathedrale in der Mitte. Der Fokus liegt auf dichte Infanterie-Action. Wer schnell ein paar Soldaten umnieten möchte und dafür ungern über die gesamte Map lauft, wird sich hier wohl fühlen. In manchen meiner Runden marschierten jedoch feindliche Streitkräfte direkt vor unseren Spawn. Hier müsste der Entwickler noch einmal etwas schrauben.
  • Albion erinnert mich ein bisschen an die guten alten Zeiten, in denen ich „Wake Island“ pausenlos gespielt habe. Auch auf Albion gibt es mehrere Inseln, diesmal allerdings in verschneiter Optik. Als Transportmittel habt ihr hier verschiedene Schiffe, aber ein echter Soldat nimmt auch mal den Sprung ins eiskalte Nass in Kauf. Ebenfalls interessant: Dicke Geschützbatterien stehen euch zur Verfügung, um für totale Verwüstung zu sorgen.
  • Als drittes gibt es die Karte Brussilows Festung. Hier bekriegen wir uns in einem kleinen Bergdorf. Verbitterte Kämpfe zwischen Infanterie steht hier auf der Tagesordnung. Aber kleinere Fahrzeuge, wie der Artilleriewagen, mischen ebenfalls mit.
  • Wolga ist eine der etwas offenen Karten, wo Panzer darauf warten, Soldaten wie mich zu zermalmen. Wer gerne als Sniper unterwegs ist, sollte sich diese Map genauer anschauen. Wetterveränderungen, wie ein fetter Schneesturm, rauben euch manchmal die Sicht..
  • Galizien ist fast wie Wolga, nur mit etwas weniger Schnee. Diese Karte ist für meinem Geschmack viel zu offen. Zwar gibt es ein paar Deckungen, aber meist ist man ein gefundene Fressen für schmatzende Scharfschützen.

Als letztes gib es noch die Karte Lupkow-Pass, die ich so gut wie gar nicht gespielt habe. Das liegt daran, dass keiner nach dem Ende der Runde für diese Karte abstimmt, irgendwie scheint der Trip in die Berge eine der unbeliebtesten zu sein. Wenn ich dann mal einen passenden Server fand, suchte ich nach Feinden, die irgendwo in den Bergen als Camper ein Zelt aufgeschlagen haben.Mein Favorit ist derzeit Zaryzin, ich liebe einfach dichte Infanterie-Gefechte. Wer diese Liebe mit mir teilt, sollte sich diese Karte unbedingt einmal anschauen. Die Karte, die mich am wenigsten beeindruckt hat, ist Galizien. Sie ist einfach zu offen und es gibt nicht genügend Deckungsmöglichkeiten. Auch das ca. 60% Prozent des feindlichen Teams als Scharfschützen agieren, macht es nicht gerade besser.

Die Waffen – Für jeden das passende dabei

Ich hab mich mehr auf die Waffen als auf die Karten gefreut. Das war aber in jeder Erweiterung von Battlefield bisher der Fall. 11 neue Schießeisen warten darauf, von euch ausgiebig gespielt zu werden. Diese müsst ihr allerdings erst einmal freischalten, indem ihr kleine Aufgaben erfüllt. Manche dieser Aufträge können einen allerdings zur Weißglut bringen.

Als Beispiel: Für das Repetiergewehr Mosin Nagant M91 muss man 15 Kills mit der Stolperdraht-Bombe schaffen. Wenn dann endlich mal einer in meine Falle läuft, stirbt dieser meistens aber nicht! Dann kann es schon einmal ein paar Stunden dauern, bis so ein Auftrag erfolgreich abgeschlossen wird. Kleiner Tipp: Geht am Besten auf einen Hardcore-Server, dort haben die Soldaten weniger Leben und sterben im Idealfall direkt in eurem ausgespannten Netz.
Von Maschinenpistolen bis hin zu dicken Gewehren, ist jede Sorte von Waffen vertreten. Wer mehr auf Nahkampf setzt und ordentlich Kugeln verballern möchte, sollte das SMG 08/18 ausprobieren. Diese Maschinenpistole ähnelt der MP-18 mit einem dickeren Magazin. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass man ein bisschen mehr Patronen braucht, um einen Soldaten niederzustrecken. Eine Waffe die ich ebenfalls gut fand, ist die sogenannte Obrez-Pistole. Korrekt angewendet, ist dieses Teil ein richtiges Biest und kann Feinde mit etwas Glück mit nur einem Schuss ins Jenseits befördern.

Der neue Modus – Für eine Runde zwischendurch

Ebenfalls kam mit dem letzten Update ein neuer Modus ins Spiel: „Versorgungsabwurf“. Hier werden Kisten vom Himmel abgeworfen, die man nach der Landung recht zügig erobert. Was mir auffällt: Man muss schon ziemlich dicht an den Kisten dran stehen, um diese einzunehmen. Während Soldaten an der Kiste stehen, generieren sie Punkte. Bei 500 Punkten ist dann Schluss und das jeweilige Team hat gewonnen. Nach einer gewissen Zeit landet auch ein zweite Kiste und spätesten jetzt, müssen sich die Soldaten aufteilen.Die Kisten geben nur ein bestimmte Anzahl an Punkten und verschwinden dann, hinterlassen uns aber als Dank eine Elite-Klasse. Versorgungsabwurf spielt sich recht fix und wer auf Infanterie-Action steht, sollte hier sehr gut bedient sein. Was mich nervt: Da man so eng an den Kisten stehen muss, ist man ein optimales Ziel für Mörser.

Spezialisierungen, Dienstaufträge und eine neue Armee

Mit im BF1-DLC “In the Name of the Tsar” sind auch die neuen Spezialisierungen, wie ihr sie schon aus älteren Teilen von Battlefield kennt. Zu Beginn habt ihr bereits 3 dieser Spezialisierungen:

  • Flak: Ihr erleidet weniger Explosionsschaden
  • Deckung: Eingehende Niederhaltung verringert sich
  • Schnelle Regeneration: Die Auto-Regeneration außerhalb tritt außerhalb des Kampfes schneller ein

Den Rest müsst ihr per Dienstaufträge freischalten und bis ihr diese ganzen kleinen Missionen fertig habt, dauert es schon eine Weile. Es lohnt sich aber auf jeden Fall diese Missionen abzuschließen, auch wenn manche Aufgaben richtige Herausforderungen darstellen. Ich hänge derzeit noch an dem Dienstauftrag “Stürmung der Tore” und muss hier noch ein paar Soldaten mit Dynamit ausschalten. Klingt zwar einfach, ist es aber nicht. Meist hofft man auf Glück, dass ein verwirrter Spieler direkt in mein Sprengstoff läuft.

Wer noch ein paar Level erklimmen möchte, sollte sich die Aufträge der Kategorie „Erste Schritte“ näher anschauen. Hier bekommt ihr beim Absolvieren bis zu 50.000 XP.„In the Name of the Tsar“ integriert neben neuen Waffen und Karten die russische Armee in den Shooter. Hier wagt DICE einen Schritt nach vorne und lässt weibliche Charaktere in den Krieg ziehen. Im Frauen-Bataillon des Todes dürft ihr im Form des Spähers als Soldatin spielen.

Neue Erweiterung, alte Schwächen

Eins vorweg, ich finde „In the Name of the Tsar“ bietet eine breite Palette an Inhalten. Trotzdem gibt es noch einige Dinge, die mich aufregen. Zu einen wäre da die nicht wirklich vorhandene Auto-Balance auf den offiziellen Servern.

Zwar kann man das Team bei einem zu hohen Spieler-Unterschied nicht wechseln, trotzdem verlassen ja auch nach und nach Spieler die Server und hier müsste eigentlich eine Balance eingreifen und Spieler jeweils in das andere Team für eine Ausgeglichenheit wechseln. So hatte ich schon oft, die Situation, dass in einem Team plötzlich 5 Spieler zu viel waren und das merkt man auf dem Schlachtfeld.Battlefield 1 Screenshot Wagen SoldatEin weiterer Punkt sind die Sanitäter. Irgendwie spielen zwar viele diese Klasse, haben mehr oder weniger keinen Bock darauf, gefallene Verbündete zu helfen. Vielleicht sollte DICE die Punkte beim Wiederbeleben etwas höher ansetzen, um das Reanimieren wieder etwas schmackhafter zu machen.

Fazit: Lohnt sich „In the Name of the Tsar“?

Die Erweiterung bietet im Vergleich zu älteren DLC´s wirklich eine Menge. Allein das neben den 6 Karten insgesamt 11 neue Schießprügel auf euch warten, macht „In the Name of the Tsar“ zu der bisher größten Erweiterung in Battlefield. Die neuen Karten spielen sich recht stimmig, außer das manche für meinen Geschmack echt zu offen gestaltet sind.

Dann gibt es ja noch den Haufen an Waffen und bis ihr diese freigeschaltet habt, vergeht schon eine gewisse Zeit. Für 14,99 Euro kann ich euch die Erweiterung wärmstens empfehlen. Wer sich das Hauptspiel noch nicht zugelegt hat, sollte Ausschau nach der „Revolution-Edition“ halten, diese bietet euch neben BF1 den Premium-Pass, der euch Zugriff auf alle Erweiterungen gibt.

Falls ihr den Premium-Pass nicht besitzt und ihr die Erweiterung einzeln kaufen möchtet, müsst ihr euch noch bei zum 19. September gedulden.

Ebenfalls interessant: Battlefield 1 – Lohnt sich der Shooter im Jahre 2017?

Battlefield 1: Russland-DLC „In the Name of the Tsar“ im Anspiel-Test

Battlefield 1

PC PS4 Xbox One