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ARK: Überraschung! Erfolgsformel des Dino-MMOs ist wirklich eine Formel

Das Survival-MMO ARK Survival Evolved ist ein voller Erfolg auf PS4, Xbox One und PC. Die Entwickler haben sich nun in die Karten schauen lassen: Wie wurde ARK so erfolgreich?

Auf der Entwicklerkonferenz GDC hielten die zwei Köpfe hinter ARK Survival Evolved, Jesse Rapczak und Jeremy Stieglitz, einen Vortrag über ihr Erfolgskonzept.

Das Besondere an ARK ist, dass es mit einem relativ kleinen Kern-Team von nur 25 Leuten entwickelt wird und das ohne ein großartiges Design-Dokument. Es gab lediglich eine kurze Präsentation mit Ideen zum Spiel. Aufgrund dieses Dokuments wird ARK seitdem entwickelt.

Es sollte künftig nur nichts gemacht werden, was explizit gegen dieses Dokument verstößt.

Ark Dino Scorched EarthFür den Erfolg von ARK ist die große Community, deren ständige Pflege und ihr Input wichtig. Die Entwickler betonen, wie entscheidend hier ein gutes Community-Management ist, das mit den Ohren am Puls der Spielerschaft hängt.

Das Team um ARK macht zu jedem Fortschritt eine Präsentation, füttert die Spieler mit Trailern und Videos, hat schon lange, bevor die Dinosaurier wirklich vorgestellt, sie in einer großen Wiki vorgestellt.  Studio Wildcard tut alles dafür, dass die Community das Spiel wirklich sieht und fühlen kann, um den Hype am laufen zu halten.

Steam Reviews oft dann am schlechtesten, wenn die Nutzerzahlen am besten sind

All das trägt dazu bei, dass die Community leidenschaftlich für ARK empfindet und das Spiel über Jahre begleitet hat. Immer auf die Community zu hören, ist aber nicht das Geheimnis von ARK. Eher geht es darum, wann man auf sie hören sollte und wann nicht.

Man hört die Community, aber hört nicht immer auf sie

Als Hauptgrund für den Erfolg macht Studio Wildcard die zahlreichen neuen Features aus, die zu ARK im Laufe der Zeit hinzukamen und die nicht immer was mit dem Grundspiel zu tun hatten.

So sah es nach der umstrittenen “Scorched Earth-Phase” aus.

Als Maßstab dafür, ob ARK sich in die gewünschte Richtung entwickelt, orientiert sich das Team zum einen am Feedback, etwa an Steam-Reviews, aber der wichtigste Indikator sind die „User-Zahlen“ auf Steam, wie viele Leute spielen das Game tatsächlich. Beide Indikatoren gehen oft stark auseinander.

Während die Steam-Reviews den Untergang von ARK verkünden, verzeichnet man gleichzeitig Rekord-Nutzerzahlen.

Nachdem man mit einem Free2Play- und eSport-Konzept scheiterte, mit Survival of the Fittest, und das im Nachhinein sogar einstellen musste, erfand man eine Art „Formel für neue Features“, eine Score-Card. Man wollte nicht länger nur auf sein Bauchgefühl hören.

Jedes neue Feature schreibt man seitdem auf eine Karteikarte und schaut sich an, wie viele Punkte es erhält.

Das ist die Erfolgsfomel von ARK Survival Evolved für neue Features

Punkte gibt es in diesen Kategorien:

  • Will das Team da neue Feature, wie heiß ist man selbst drauf?
  • Will die Community das? Gibt es unter den Spielern eine Befürworter-Fraktion, die groß genug ist?
  • Ist das Feature gut für neue Spieler?
  • Hilft es uns, ARK zu veröffentlichen. Entspricht es unserer Kern-Idee?
  • Gibt es auch keine zu lauten Gegenstimmen in der Community? (1 Punkt-Frage)
  • Ist es einfach, zu implementieren. (1 Punkt-Frage)
  • Können wir das wirklich gut machen?

Feature-Scorecard-ARK

Jedes neue Feature braucht +2 Punkte, um es in ARK: Survival Evolved zu schaffen

Für jede der 7 Kategorien gibt es einen Punkt oder gleich zwei Punkte, die das Feature entweder erhält oder abgezogen bekommt. Wenn es in der Kategorie unentschieden steht, werden keine Punkte verteilt.

Erhält ein neues Feature insgesamt 2 Punkte oder mehr, dann kommt es zu ARK. Hat es weniger, dann eher nicht.

Die Entwickler gingen im Vortrag alle möglichen implementierten Features durch.

So fiel die „Free2Play“-Variante Survival of the Fittest durch. Zwar wollten sowohl die Community, als auch das Team dieses Feature, doch war es extrem viel Aufwand, brachte ARK nicht wirklich voran und konnte nicht zufriedenstellend implementiert werden. Mittlerweile ist Survival of the Fittest wieder draußen.

Fittest-ARKDie Erweiterung „Scorched Earth“ hingegen wurde von der Community nicht wirklich gefordert. Es gab viele Gegenstimmen in den Steam Reviews „Wie könnt Ihr als Early Access eine Erweiterung bringen? Entwickelt doch erstmal zu Ende!” Aber insgesamt brachte Scorched Earth ARK voran, die Nutzerzahlen gingen hoch und auch in der Score-Karte sieht das Feature „Erweiterung“ toll aus.

Manchmal muss man auch gegen den Willen der Spieler handeln

Ein Nerf der mächtigen Dinos wurde von der Community rundheraus abgelehnt und den Entwicklern wurde Tod und Verderben gewünscht, dass sie die zu mächtig gewordenen Dinos nach unten skalierten. In der Score-Karte steht der Dino-Nerf aber bei 6 Punkten im Plus und war für die langfristige Gesundheit von ARK entscheidend, wie das Team glaubt.

Ähnlich sieht es auch bei der Entscheidung aus, Cross-ARK einzuführen. Durch das Feature konnten Spieler ihre Server wechseln. Dadurch kam Bewegung in das statisch gewordene ARK und “Mega-Tribes”, die es sich auf ihren Servern bequem gemacht hatten, wurden wieder gefordert.

Ein Problem-Feature, vor dem das Team steht, ist die Einführung von „Unterwasser-Basen.“ Davon verspricht man sich eigentlich keinen großen Erfolg. Andererseits hat man es schon versprochen und glaubt: „So viel kann da nicht kaputt gehen.“ Daher will das Team die Unterwasser-Basen zu ARK Survival Evolved bringen, obwohl ihre eigene Formel davor warnt. Man will hier auf sein Bauchgefühl vertrauen.

Auch wenn man eine Erfolgsformel hat, zum Sklaven dieser will sich ARK offenbar nicht machen.

Den einstündigen, interessanten Vortrag zu ARK seht Ihr hier auf Englisch im GDC Vault.


Ein weiteres Teil im Puzzlestück, aus dem der Erfolg von ARK besteht, ist eine lebendige Modder-Community. Die fördert ARK explizit mit Geld:

ARK zahlt ausgewählten Mod-Entwicklern künftig 3780€ im Monat.

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.
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