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ARK Survival Evolved: Der Gaming-Skandal, über den keiner spricht

ARK Survival Evolved: Der Gaming-Skandal, über den keiner spricht

Es ist schon seltsam: In einer Zeit, in der die Gaming-Presse sonst aus allem einen Skandal macht, bleibt ein tatsächlicher „Skandal“ um ARK Survival Evolved fast völlig unbeobachtet.

Wir haben schon über das komplizierte Geflecht berichtet, das „Studio Wildcard“, die Firma hinter ARK Survival Evolved, umgibt: Der Entwickler Jeremy Stieglitz war einer der Gründer des Studio Wildcard und der Lead Designer hinter ARK Survival Evolved, hat das aber lange Zeit verschleiert. Denn er war durch einen Vertrag an seinen früheren Arbeitgeber gebunden und hätte dem Anteile an seiner Arbeit zahlen müssen, wäre er offen als Entwickler aufgetreten.

Stattdessen schickte er seine Frau, der eine Bäckerei gehört, als eine Art “Stroh-Frau” vor, um als Mitgründerin des Studios aufzutreten.

Das wurde zum Problem, als sich ARK Survival Evolved als Steam-Hit und Millionenprojekt herausstellte.

Stieglitz ließ sich von seinem Partner, dem anderen Gründer von Studio Wildcard, sogar öffentlich verleugnen. Gegenüber der US-Seite Kotaku sagte Jesse Rapzack: Sein Studienfreund Stieglitz hätte bei ARK nur „ein wenig konsultiert.“

Anteile an chinesischen Entwicklern verkauft

Später flog die Sache auf, eine Klage drohte und konnte nur nach Zahlung einer hohen Summe aus der Welt geschafft werden. Man spricht von 40 Millionen US-Dollar. Darüber hatten die großen US-Gaming-Seiten noch berichtet. Danach wurde das Thema aber fast vollständig ignoriert.

Stieglitz tritt seitdem offen als „Co-Founder und Lead Designer” auf. Er ist neben Rapczak nun das Aushängeschild von ARK. Dass das Studio darüber vorher dreist gelogen hat, interessiert offenbar keinen mehr.

Es ist schon erstaunlich – sieht die Gaming-Presse sonst gerne überall einen Skandal – fällt dieser Geschichte in den Medien komplett flach, wohl weil alles in Hinterzimmern geklärt wurde und wenig offizielle Statements vorliegen.

Die Gerichtsschrift, in der der Verkauf von Anteilen von Studio WildCard an Snail Games auftaucht, wurde von Fans gefunden und auf reddit und imgur gepostet – die großen Gaming-Seiten haben darüber überhaupt nicht berichtet, obwohl sie sonst alles aufsaugen, was dort “enthüllt” wird.

Dabei hat dieser Vorgang große Auswirkungen auf die Gaming-Landschaft.

Durch den ARK-Deal hat ein China-Studio einen Technologie-Sprung vollzogen

Das Geld, das Studio Wildcard zahlten musste, um den Rechtsstreit aus der Welt zu schaffen, kam wohl vom chinesischen Studio „Snail Games.“

Der chinesische MMO-Spezialist, bekannt für Grind-MMOs aus der zweiten Reihe wie Age of Wushu, hat offenbar in kürzester Zeit einen großen Technologiesprung hingelegt und kündigt nun MMORPGs mit Unreal Engine 4 an – derselben Eninge, die auch ARK nutzt.

Diese Spiele kommen praktisch aus dem Nichts und erreichen ein größeres Publikum als sonst. Denn sie werden auch im Westen beachtet. Seiten wie IGN berichten groß über das neueste MMORPG von Snail Games: Dark and Light.

Games wie Age of Wushu 2 oder Dark and Light sind seltsame MMORPGs, die mit ihren Vorgängern nur noch den Namen geheim haben. Auf einmal stehen China-MMOs auf „kleinere Server“, sie bieten plötzlich „Sandbox- und Survival-Elemente.“

Auf Asien spezialisierte MMORPG-Seiten sind erstaunt darüber, woher diese Trend-Wende kommt. Da die Vorgeschichte um ARK in den Medien bislang kaum aufgearbeitet wurde, kann sich das kaum wer erklären.

Den meisten Spielern von ARK Survival Evolved ist das ganze Hickhack freilich ziemlich Wurst. Die wünschen sich vor allem bessere Server und eine ausgereifte Technik für ihr Dino-MMO.

Offenbar kursieren im Gaming-Bereich so viele “eingebildete Skandale und Shitstorms”, dass ein richtiger Stunt wie hier bei ARK fast völlig unbeobachtet bleibt.


Mehr zu den Hintergründen gibt es hier:

ARK Survival Evolved: Gehört das Studio Chinesen? Haben sie ARK geklont?

Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.
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