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Ruhet in Frieden! Diese 9 MMOs sind leider 2017 gestorben


Tote MMO-Games Titel 1Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende zu und einige MMOs sind mittlerweile von uns gegangen. Erfahrt hier, welche 9 Online-Spiele dieses Jahr leider das Zeitliche gesegnet haben.

MMOs sind meist als „Games as a Service“ ausgelegt. Das bedeutet, dass sie quasi ewig halten sollen und immer wieder um neue Features und Upgrades erweitert werden.

Doch manche Games treffen einfach nicht den Geschmack der Spieler oder fallen fragwürdigen Design-Entscheidungen zum Opfer, an anderen nagt der Zahn der Zeit. Dann kann es passieren, dass der Publisher den Stecker zieht und ein MMO einstellen lässt.

9 solche tragischen Schicksale stellen wir euch hier vor.

Battleborn – Der untote Hero-Shooter

Offiziell ist Battleborn eigentlich nicht tot. Die Server laufen nämlich noch. Aber Entwickler Gearbox hat bereits angekündigt, dass man nicht mehr aktiv an dem Spiel arbeite und das Team stattdessen für andere Projekte einsetze, wahrscheinlich für das nächste Borderlands. Damit ist Battleborn klinisch-tot und geht lediglich wie ein Zombie routinemäßig durch seine trostlose Existenz.Battlejürgen 1.3. Streifen

Free2Play half nichts

Battleborn scheiterte vornehmlich an akutem Spielerschwund. Kurz vor dem Ende des Supports waren im Schnitt 50 Leute online. Für einen kompetitiven Hero-Shooter samt Coop-Modus war das viel zu wenig!Battleborn

Dabei mangelte es nicht an Rettungsversuchen. Gearbox versuchte zuletzt über eine teilweise Umstellung auf Free2Play, noch etwas zu retten. Das brachte aber leider nichts.

Schade um einen guten Hero-Shooter

Dabei war Battleborn kein schlechtes Spiel. Ganz im Gegenteil: Der bunte Hero-Shooter begeisterte wilder Mix aus MOBA und Shooter seine Fans. Es gab außerdem einen Coop-PvE-Modus und der Humor des Spiels war einfach herrlich.battleborn-ernest

Doch viele Spieler waren von dem extremen Comic-Stil angeschreckt, wieder anderen war das Gameplay zu kompliziert. Und als dann kurz nach dem Battleborn-Release Blizzards Hero-Shooter Overwatch auf den Markt kam, gingen die Spielerzahlen bei Battleborn spürbar zurück und sollten sich nicht mehr erholen.

Doch egal, ob jetzt Blizzard schuld war oder Battleborn einfach nicht den breiten Geschmack traf, es ist jedenfalls unwahrscheinlich, dass es noch lange weiterexistiert.

Weitere geht es mit einem Spiel, das nur ein kurzes Leben hatte.

Master X Master – Tot nach nur 7 Monaten

Mit Master X Master wollte NCSoft eine eigene Nische schaffen und dort gedeihen. Denn das Spiel war ein bunter Mix aus diversen Genres und Features:master-x-master-tot

  • Ihr hattet die Wahl aus Dutzenden von Helden, teilweise stammten sie aus andere NCSoft-Games, wie WildStar, Lineage, Guild Wars oder Aoin
  • Es gab einen MOBA-Modus, in dem ihr mit Hilfe von riesigen Monstern die feindliche Basis einnehmen musstet.
  • Ihr konntet euch im 3vs3-Modus in einer Arena austoben
  • PvE-Freunden konnten im Coop gegen Horden von KI-Monstern antreten und MXM wie einen Top-Down-Shooter spielen
  • Als neuesten Modus gab es einen Horde-Modus im PvE, in dem ihr Welle um Welle von Feinden abwehren musstet
  • Für zwischendurch hatte Master X Master spaßige Minigames, in denen ihr eure Reflexe erproben konntet

Fehlende Zielgruppe und kontroverser Patch

Das bunte Buffet aus Spielmodi und Genres, das Master X Master anbot, traf leider nicht den Geschmack vieler Spieler. Die Zahl der aktiven Gamer ging zurück und der kontroverse Patch 1.3 sorgte für viel Unmut, da er Belohnungen reduzierte und den Grind-Aufwand um gut 60 Prozent erhöhte.MasterXMaster-40

Schon zum Start von Version 1.3 prophezeiten einige Schwarzseher das Ende von MXM. Sie sollten rechtbehalten. Nur zwei Monate später gab NCSoft bekannt, dass man am 31. Januar 2018 die Server von MXM abschalten werde. So lange könne man aber noch weiterzocken.

Vorbildliche Rückerstattung zum Ende

Außerdem werden alle Käufe zwischen dem 30. August und 16. November zurückerstattet. Alle Spieler können für die restliche Zeit bis zum Tod von Master X Master im Januar massenweise kostenlose Premium-Währung ausgeben, um noch das Maximum aus dem Spiel rauszuholen, bevor es endgültig eingeht. Eine vorbildliche Aktion vom Entwickler und ein würdiger Abgang des Spiels.MasterXMaster06

Das nächste Spiel starb plötzlich, grausam und unerwartet.

Marvel Heroes – Plötzlicher Spieltod

Das Action-MMO Marvel Heroes galt lange als kleines Wunder im Genre. Das Spiel vom Diablo-Entwickler David Brevik war zum Release ein Flop, der kaum Abwechslung bot. Dann wurde Marvel Heroes konsequent und mit viel Herzblut und Enthusiasmus verbessert und hatte schließlich hart verdienten Erfolg!marvel-heroes-omega

Brevik hatte jedoch Anfang 2016 genug vom managen und wollte lieber wieder mehr entwickeln. Er verließ daher das Studio Gazillion Entertainment. Dort wollte man weiter expandieren und plante den Release von Marvel Heroes auf den Konsolen Xbox One und Playstation 4. Von da an ging es steil bergab.

Konsolen-Version macht PC-Spieler wütend & Halloween fällt aus

Der Launch der Playstation-4-Version im Mai 2017 sorgte dafür, dass sich PC-Spieler vernachlässigt fühlten. Updates auf dem Rechner blieben aus und die Playstation-Version hatte bei weitem nicht alle Features des Originals. Die Spielerzahlen auf Steam brachen ein.

Das ende zeichnete sich dann ab, als Updates ausfielen und auch das Halloween-Event gestrichen wurde. Regelmäßige Updates und coole Events waren aber bisher der große Stolz von Gazillion. Und dann kamen noch Gerüchte über das Fehlverhalten des Gazillion-Chefs auf.marvel-heroes-omega-03

Der Boss sei unter anderem ein übler Sexist, der Mitarbeiterinnen belästige. Man fürchte bei Gazillion aber, dass Disney (die Besitzer von Marvel) ihnen die Lizenz entziehe, wenn dies publik werden würde.

Der Tod kam zu Thanksgiving

Tatsächlich kam es kurze Zeit später genau dazu: Disney entzog Gazillion die Marvel-Lizenz! Offenbar war das schon einen Monat vor Bekanntwerden passiert, deshalb waren auch Events und Updates ausgefallen. Das Studio hatte aber bis zuletzt gehofft, eine Neuausstellung der Lizenz zu erreichen. Als das nicht wurde, gab man das Ende bekannt.

Marvel Heroes durfte nur noch bis zum 31. Dezember 2017 weiterlaufen, dann sei Schluss! Das Spiel war damit quasi schon tot, aber es kam noch schlimmer. Die Banken hatten genug und sagten kurz vor Thanksgiving: „Ihr macht gleich dicht!“.Marvel Heroes Omega Screenshot

Damit ging Marvel Heroes sang und klanglos nach dem Thanksgiving-Wochenende unter und die Mitarbeiter von Gazillion waren mit einem Schlag arbeitslos. Viele Mitarbeiter hatten mit dem Ende gerechnet und deshalb Urlaubstage angehäuft. Die sollten dann ausbezahlt werden und Mitarbeiter hätten einen finanziellen Puffer nach dem Verlust ihrer Jobs gehabt. Dber daraus wurde nichts: Da Gazillion eine Form von Bankrott anmeldete, verfielen die Urlaubstagen und wurden nicht ausbezahlt.

Außerdem kam es zu unschönem Ärger um die Rückerstattung der Kosten, denn gerade die Konsolen-Gamer hatten teilweise schon ordentlich Echtgeld investiert. Sie hatten freilich nicht damit gerechnet, dass das Spiel wenige Monate später schon wieder eingeht.Marvel-Heroes-Guardians-01

Mittlerweile gab es wohl Zugeständnisse von Sony und Microsoft. Insgesamt war das Ende von Gazillion und Marvel Heroes dennoch eine hässliche Sache, die ziemlich überraschend kam.

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr alles über das Schicksal eines lange siechenden Shooter-MMOs und anderer tragisch verstorbener Online-Games!

Jürgen Stöffel

Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.